Wirtschaft

Zukunftstarifvertrag für Demag-Mitarbeiter bis 2028

Geschäftsführerin der Demag Cranes & Components GmbH Carolin Paulus spricht auf der Pressekonferenz zur Zukunft des Standortes Wetter, aufgenommen am 16. November 2018.

Geschäftsführerin der Demag Cranes & Components GmbH Carolin Paulus spricht auf der Pressekonferenz zur Zukunft des Standortes Wetter, aufgenommen am 16. November 2018.

Foto: Stefan Meinhardt

Wetter.   Im ausgehandelten Zukunftstarifvertrag sind eine Standortgarantie, eine Mindestbeschäftigungszahl und eine Tarifbindung enthalten.

Zwei zentrale Aussagen gaben die Geschäftsführung der Demag und der Betriebsrat am Freitagmittag bekannt: Es wird bis Ende 2019 keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Es wurde ein Zukunftstarifvertrag ausgehandelt, der Gültigkeit bis Januar 2028 haben wird.

Im Mittelpunkt des Zukunftstarifvertrags stehen die Standortgarantie sowie die Mindestbeschäftigungszahl von 1.001 Mitarbeitern bei Tarifbindung. Derzeit gibt es rund 1.600 Beschäftige am Standort Wetter. Rund 350 davon gehören zur Serviceorganisation. Sie werden künftig bei der Konecranes GmbH angestellt, also ausgegliedert. „Wichtig dabei ist, dass wir uns derzeit in Haustarifverhandlung in der GmbH befinden. Die Mitarbeiter also nicht schlechter dastehen“, erläutert die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Ivonne Eisenblätter.

Zu den weiteren knapp 250 bis 300 Stellen bei der Demag, die in den kommenden zwei Jahren abgebaut werden sollen, erklärt Personalleiterin Jutta Chalupa: „Wir versprechen, die erforderlichen Anpassungsmaßnahmen respektvoll und sozialverträglich zu gestalten. Wir werden eng mit dem Betriebsrat zusammenarbeiten und ein Programm auflegen, das den Betroffenen beispielsweise die Überbrückung der Zeit bis zum Ruhestand oder die Versetzung in eine andere Position innerhalb des Unternehmens ermöglicht.“

Jens Mütze von der IG Metall meint dazu: „Wir können nicht alle Arbeitsplätze retten. Aber wir müssen eine Brandschutzmauer einziehen, sonst haben wir in ein paar Jahren hier ein Problem.“ Mit der Brandschutzmauer ist die Mindestbeschäftigtenzahl gemeint. Aber Mütze erklärt auch, dass die Betonung auf „mindest“ liegt. Die Demag will sich entwickeln und wieder wachsen. „Der Eigentümer ist bereit, mit Wetter in die Zukunft zu gehen, doch alleine kann er das nicht stemmen“, so Mütze.

27 Millionen einsparen

Insgesamt 27 Millionen Euro sollen am Standort Wetter in den kommenden Jahren eingespart werden, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Dass das aber keineswegs nur über die Personaleinsparungen geschehen kann, ist allen Beteiligten klar. Die Effizienz des Betriebs muss erhöht werden. „Wir müssen uns fragen, was und wo wir uns anpassen müssen und welche Auswirkungen die Veränderungen haben“, beschreibt Geschäftsführerin Carolin Paulus. „Durch die vielen Eigentümerwechsel war es aber in den vergangenen Jahren nicht möglich, ein tragfähiges Konzept zu erstellen“, meint Chalupa.

Die Effizienz soll unter anderem durch ein neues Werklayout gesteigert werden. Acht Millionen Euro stehen dafür auf dem Investitionsplan. „Wir wollen, dass vorne das Material angeliefert wird und hinten das fertige Produkt herauskommt. Momentan ist das aber auf dem Werksgelände nicht möglich. Wir sind gebäudetechnisch etwas eingeengt“, erläutert Paulus. Deshalb soll an- und umgebaut werden, alles auf dem vorhandenen Werksgelände. „Wir müssen zusehen, dass wir unsere Flächen optimieren“, sagt Chalupa. Desweiteren soll am Distributionszentrum für etwa eine Million Euro in ein Softwareupdate investiert werden.

Alle Azubis werden übernommen

Eine gute Neuigkeit gibt es für die Auszubildenden. „Die Ausbildung bekommt weiterhin hohe Priorität. Alle Auszubildenden werden nach dem Ende ihrer Ausbildung unbefristet übernommen“, sagt Eisenblätter. Etwa 20 bis 30 Ausbildungsplätze werden pro Jahr angeboten.

Im Vorfeld der Pressekonferenz hatte die Demag ihre Mitarbeiter bereits bei der Betriebsversammlung über die Neuigkeiten informiert. „Wir haben ihnen vielleicht nicht alle Ängste nehmen können, aber ich bin guten Mutes“, erklärt die Betriebsratsvorsitzende der Demag Wetter, Petra Nijhuis.

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