Film

16 Fahrrad-Filme kämpfen in Herne um die Goldene Kurbel

Szene aus dem Fahrrad-Film „Knives Down Bikes Up“

Szene aus dem Fahrrad-Film „Knives Down Bikes Up“

Foto: Matt Dempsey

Herne.  Das Fahrrad als Filmthema: Wie das funktioniert, zeigt zum 14. Mal das Internationale Fahrrad-Film-Festival. Was am Freitag und Samstag los ist.

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Untote entdecken das Fahrradfahren. Ein Obdachloser will seiner Tochter endlich das versprochene Rad schenken. Und in einem geheimnisvollen Raum muss ein schwer verkabeltes Ergometer gefahren werden - und keiner weiß, warum. Wie unerschöpflich das Spektrum an Filmen rund um das Fahrrad ist, will das 14. International Cycling Film Festival (ICFF) am Wochenende (18./19. Oktober) erneut beweisen. 16 Filme aus neun Ländern stehen im Wettbewerb um die Goldene Kurbel.

Mehrere Spielorte im In- und Ausland

In Bochum gegründet, hat das Internationale Festival des Fahrrad-Films seit 2008 in den Flottmann-Hallen seine Heimstatt. Chris Wawrzyniak und Gernot Mühge gehören zu den Initiatoren des zweitägigen Events, das sich einer treuen Anhängerschar erfreut. Und das nicht nur in Herne. Nürnberg, Eltville, Mainz und Wiesbaden sind weitere Spielorte in Deutschland, und auch im holländischen Groningen, in Kattowitz in Polen und Ferizaj im Kosovo sind jedes Jahr die besten Fahrrad-Filme zu sehen, nachdem sie in Herne ihre Premiere hatten.

60 Filme seien dieses Jahr eingeschickt worden, berichtet Chris Wawrzyniak. 16 schafften es in den Wettbewerb. Das Hauptprogramm beginnt am Samstag, 19. Oktober, um 20 Uhr. Anschließend wird die Goldene Kurbel verliehen, Chris Wawrzyniak zufolge der „älteste Preis für Fahrrad-Filme weltweit und damit der wichtigste“. Er ist mit 300 Euro dotiert, spendiert von der Kulturinitiative Herne. Diese fördert auch den „Großen Preis der Jury“ mit 200 Euro. Ein dritter Preis, der „Souvenir Albert Richter“ geht an einen sportlichen Film. Er erinnert an einen von den Nazis ermordeten deutschen Radfahrer.

„Anspruchsvolles und düsteres Programm“

Zu erwarten sei „ein ziemlich anspruchsvolles und düsteres Programm“, kündigt Chris Wawrzyniak an. Es spiegele damit eine gesellschaftliche Stimmung wider, in der die positiven Zukunftsentwürfe und utopischen Perspektiven wenig Konjunktur hätten. Im filmische Puppenspiel „Epiplectic Bicycle“ etwa entwickelt das Fahrrad ein Eigenleben, und es versucht, das zersetzende Verhalten der Menschen anzuprangern. In „Never Stop Cycling“ ist das Individuum einem zerstörerischen Hometrainer ausgeliefert. „Der Schwerpunkt liegt dieses Jahr auf dem narrativen Film“, so Chris Wawrzyniak. „Aber es gibt auch eine ganze Reihe Animationsfilme“.

Traditionell reist das Wettbewerbspublikum natürlich mit dem Fahrrad an. Um 15.30 Uhr startet am Samstag eine „Critical Mass“ in Bochum an der Glocke am Rathaus. Auch in anderen Ruhrgebietsstädten verabreden sich Fahrradfans zur gemeinsamen Fahrt nach Herne. Dort werden sie gegen 17 Uhr erwartet. Kurz darauf beginnt dann auch ein Rahmenprogramm mit Fahrradspezialfilmen.

Abenteuerliches zum Festivalstart

Start des Festivals ist schon am Freitagabend, 18. Oktober, um 20 Uhr. Dann beginnt das „Rough Conditions Adventure Film Festival“ mit Filmen und Reiseberichten „über echte Abenteuer, mit und teilweise ohne Fahrräder“, ergänzt durch einen Vortrag über die Abenteuer in Lappland und Duisburg von Erwin Zantinga aus den Niederlanden. Eine offene Podiumsdiskussion über die Sehnsucht nach dem Ungewissen bildet den Abschluss des Abends.

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