Campus Börnig

Baustart des Ausbildungszentrums der Elisabeth-Gruppe

Im September erfolgte in Börnig der erste Spatenstich für die Seniorenanlage Widumer Höfe. Am Mittwoch (Bild) gab die St. Elisabeth Gruppe am selben Standort den Startschuss für ein Ausbildungszentrum.

Im September erfolgte in Börnig der erste Spatenstich für die Seniorenanlage Widumer Höfe. Am Mittwoch (Bild) gab die St. Elisabeth Gruppe am selben Standort den Startschuss für ein Ausbildungszentrum.

Foto: Bastian Haumann

Herne.   Die St. Elisabeth Gruppe konzentriert die Ausbildung: Zum symbolischen ersten Spatenstich für den Campus in Börnig gab es auch zwei Neuigkeiten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die St. Elisabeth Gruppe legt buchstäblich noch eine Schüppe drauf: Das Unternehmen hat am Mittwoch gemeinsam mit Anwohnern und Pflegeschülern den symbolischen ersten Spatenstich für einen Neu- bzw. Anbau am bisherigen Marien Hospital-Standort an der Widumer Straße gesetzt. Insgesamt 1150 Aus- und Weiterzubildende in Gesundheitsberufen sollen hier künftig unterrichtet und geschult werden. Neu ist: Auch Fachhochschulabschlüsse sollen schon bald in der Börniger Einrichtung möglich sein. Ebenfalles bekannt gegeben wurde der Name des künftigen Leiters der zentralen Ausbildungseinrichtung.

Alle Ausbildungsangebote unter einem Dach

„Mit dem Campus wollen wir ideale Bedingungen für die Lehre schaffen und alle Aus- und Weiterbildungsangebote unter einem Dach zusammenbringen“, so Geschäftsführer Theo Freitag. Mit den Investitionen sicherten sie den hohen Standort der Patientenversorgung in ihren Einrichtungen. Und die Grupe setze ein deutliches Signal gegen den Fachkräftemangel. Der Anbau an das bisherige Klinikgebäude soll im August 2019 eingeweiht werden.

Wie berichtet, will die Gruppe die Zahl der Ausbildungsplätze der Krankenpflegeschule von 300 auf 600 verdoppeln. Außerdem werden am Standort die Akademie für Logopädie, Physio- und Ergotherapie sowie das Bildungszentrum Ruhr, das Bildungswerk und die Schule für Berufe im Operationsdienst untergebracht. Nicht zuletzt soll hier eine neue Hebammenschule mit zunächst 60 Plätzen entstehen (wir berichteten).

Die Elisabeth-Gruppe arbeite derzeit daran, so Freitag, dass möglichst ab Ende 2019 in Kooperation mit einer Fachhochschule auch Bachelorabschlüsse für Krankenpfleger möglich sind. Und auch für die Hebammenschule schwebe ihnen ein solches Angebot vor.

Professor Georgios Godolias soll Campus leiten

Die Geschicke des Campus wird künftig Professor Dr. Georgios Godolias als Leitender Koordinator lenken. Der 67-Jährige baute in den vergangenen 30 Jahren das Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie der St. Elisabeth Gruppe auf.

Die St. Elisabeth Gruppe investiert in Börnig nach eigenen Angaben gut 14 Millionen Euro in den Campus. Der neue vierstöckige Anbau mit einer Fläche von 2350 Quadratmetern soll zusätzlichen Platz für 400 Schüler in 16 Klassenräumen sowie einen Vortrags- und Veranstaltungsraum bieten. Im Bestandsgebäude sind aufwendige Umbauarbeiten nötig. Die St. Elisabeth Stiftung unterstützt das Projekt mit 75.000 Euro.

Oberbürgermeister Frank Dudda sprach beim ersten Spatenstich von einer „echten, dicken Sensation“. Die Aus- und Weiterbildung von 1150 Menschen in Börnig sei für die Sozial- und Infrastruktur in Herne „ein dicker Schluck aus der Pulle“. Sehr erfreulich sei zudem, dass dieser Standort Hochschulweihen bekommen solle.

Anwohner befürchten Zunahme des Parkdrucks

Auf dem rund 27.000 Quadratmeter großen Gelände entsteht zurzeit parallel das Seniorenzentrum Widumer Höfe mit 80 stationären Pflegeplätzen, 24 Tages- und Kurzzeitpflegeplätzen sowie 48 Plätzen in Wohngruppen. Die derzeit noch an der Widumer Straße ansässige Kinderchirurgie werde noch bis zum 27. Dezember, Mitternacht, am Standort Börnig erreichbar sein und anschließend ins Marien Hospital Witten umziehen, so Freitag.

Aus der Politik gab es bereits großes Lob für die Investitionen der Gruppe in Herne, aber auch Bedenken wurden laut: Nach Einschätzung von Sodinger Bezirksverordneten und betroffenen Anwohnern werden sich die Parkplatzprobleme rund um den Börniger Standort noch verschärfen. Die Zahl der zusätzlich geplanten Stellplätze werde nicht ausreichen, so die Prognose.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben