Gegenprotest

„Besorgte Bürger“: Herner Kirchen laden zu Gottesdienst

An der Kreuzkirche versammelten sich am vergangenen Dienstag so genannte besorgte Bürger, darunter auch Neonazis und Hooligans. Dort soll am kommenden Dienstag ein Open-Air-Gottesdienst stattfinden.

An der Kreuzkirche versammelten sich am vergangenen Dienstag so genannte besorgte Bürger, darunter auch Neonazis und Hooligans. Dort soll am kommenden Dienstag ein Open-Air-Gottesdienst stattfinden.

Foto: Rainer Raffalski / Funke Foto Services GmbH

Herne.  Mit einem großen Open-Air-Gottesdienst wollen die beiden großen Kirchen am Dienstag in Herne ein Zeichen setzen für ein buntes Herne.

Mit einer zweiten großen Veranstaltung soll am Dienstag in Herne-Mitte ein Zeichen gegen „besorgte Bürger“ gesetzt werden: Nach dem Straßenfest auf der Bahnhofstraße findet nun auch ein ökumenischer Open-Air-Gottesdienst auf dem Europaplatz statt.

Damit reagieren die evangelische und die katholische Kirche auf die Treffen der so genannten „besorgten Bürger“ in Herne: Zweimal gingen sie dienstags in einer Gruppe durch die Stadt, am vergangenen Dienstag durften sie ihren Treffpunkt vor der Kreuzkirche nicht verlassen, weil sich über 300 Menschen zum „Gegenprotest“ auf dem Robert-Brauner-Platz versammelt hatten. Ob sich die „besorgten Bürger“ auch am kommenden Dienstag treffen, ist noch nicht bekannt,

Pfarrerin: Herne ist bunt

Spontan hatte die Kreuzkirchengemeinde bereits am Dienstag gegen die „besorgten Bürger“ Flagge gezeigt, die sich vor ihren Türen trafen. Unter den laut Polizei etwa 110 Menschen waren nach Angaben der Polizei auch Neonazis und Hooligans. Die Kirche warb auf Plakaten für ein buntes Herne, öffnete ihre Türen und ließ Glocken läuten. Am kommenenden Dienstag, 27. August, findet nun im Schatten der Kreuzkirche ein Open-Air-Gottesdienst statt, sagt Pfarrerin Melanie Jansen von der Kreuzkirchengemeinde, zur WAZ. „Herne ist bunt“, begründet sie die Aktion, „jeder ist hier willkommen“.

Treffpunkt ist laut Jansen um 17.30 Uhr, ab 18 Uhr lesen evangelische und katholische Pfarrer aus der Bibel und laden zum Gebet. Außerdem wird gesungen. Im Mittelpunkt des ökumenischen Gottesdienstes stehe das Thema Flüchtlinge, laut Jansen ein Kernthema der Bibel. „Das Volk Gottes war immer auf Reisen“, so die Pfarrerin. Den Menschen auf der Flucht mit Nächstenliebe zu begegnen, sei ein Kernpunkt des christlichen Glaubens. Das solle bei dem etwa einstündigen „Friedensgottesdienst“ betont werden. Bürger seien herzlich zur Teilnahme eingeladen.

Straßenfest auf dem Boulevard

Zur gleichen Zeit findet auf der Bahnhofstraße zwischen Robert-Brauner-Platz und Europaplatz ein Straßenfest statt. Motto: „Nehmt Platz. Mitmachen. Mitreden. Miteinander“. Organisiert wird es von Parteien, Organisationen und Vereinen, die mit Bürgern für ein buntes Herne demonstrieren wollen. Der Gottesdienst, betont Pfarrerin Jansen, sei keine Konkurrenzveranstaltung, sondern eine Ergänzung.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben