General Blumenthal

Gartenbauer sollen bei Arbeiten in Herne Küken getötet haben

Auf einer Zufahrtsstraße zum Gelände General Blumenthal in Wanne-Eickel wurden zu später Stunde Gehölzarbeiten durchgeführt.

Auf einer Zufahrtsstraße zum Gelände General Blumenthal in Wanne-Eickel wurden zu später Stunde Gehölzarbeiten durchgeführt.

Foto: Bürgerinitiative

Herne.  Die Bürgerinitiative Stadtwald kritisiert Gehölzschnitt in Herne. Dieser sei nicht rechtens, und Küken seien getötet worden. Das sagt die Stadt.

In einem Brief an Oberbürgermeister Frank Dudda hat sich die Bürgerinitiative Stadtwald über Gehölzarbeiten an einer Zufahrt zur Brache General Blumenthal beschwert. Anschließend seien zwei tote Küken gefunden worden.

Die Bürgerinitiative, die sich für einen Stadtwald auf General Blumenthal einsetzt, hat den OB darüber informiert, dass an der offenbar geplanten Zufahrt auf das Areal an der Bielefelder Straße am vergangenen Samstag ab 20.30 Uhr Astschnitt- und Rodungsarbeiten stattgefunden hätten. „Allein der Tag und die Uhrzeit sind schon befremdlich“, heißt es in der E-Mail, die der WAZ vorliegt. Mit Entsetzen habe die Initiative feststellen müssen, dass diese Arbeiten rücksichtslos gegen das Verbot des Gehölzschnitts während der Brutzeit ausgeführt worden sei. Die Folgen könne der OB angehängten Fotos entnehmen: Dort sind tote Küken zu sehen.

Initiative fordert Stopp des Straßen-Ausbaus

„Bitte setzen sich dafür ein, dass die beginnende Praxis, derartige Arbeiten zur Unzeit durchzuführen, nicht mehr fortgesetzt wird“, heißt es in dem Schreiben. Außerdem fordert die Initiative Dudda auf, den Ausbau der Zufahrt vor dem Hintergrund der offenen Planungssituation für das Blumenthal-Gelände und der Klimasituation zu stoppen.

Das lehnt die Stadt ab. Auf Anfrage der WAZ teilt Stadtsprecher Michael Paternoga mit, dass die Arbeiten nach geltendem Recht durchgeführt worden seien. RAG Mi Immobilien habe sich gegenüber dem Unternehmen Stadler verpflichtet, bis Ende September die private Zufahrtsstraße „zu ertüchtigen“. Stadler baut auf einer Teilfläche ein Instandhaltungswerk für Schienenfahrzeuge. Für diese „Ertüchtigung“ sei keine Genehmigung erforderlich; dennoch habe die Maßnahme in Abstimmung mit der Stadt stattgefunden. Im Übrigen sei die Straße für die Instandhaltungswerkstatt notwendig, bis eine endgültige Erschließung des Areals geschaffen worden sei.

„Enge Zeitspanne“ für Arbeiten am Abend verantwortlich

Aufgrund einer „engen Zeitspanne“ seien die „Vorbereitungsarbeiten“ durch eine Gartenbaufirma abends durchgeführt worden. Gegen geltendes Recht sei nicht verstoßen worden: Das Verbot gilt laut Stadtsprecher nicht für Bauvorhaben, „wenn nur geringfügiger Gehölzbewuchs zur Verwirklichung des Bauvorhabens beseitigt werden muss“. Laut Bürgerinitiative hat es aber nicht nur geringfügige Arbeiten gegeben; es sei eine regelrechte Schneise geschlagen worden.

Dass durch die Arbeiten an der Brache ein wildlebendes Entenküken getötet worden sei (die Bürgerinitiative spricht von zwei) will die Verwaltung aber nicht hinnehmen. Die Untere Naturschutzbehörde werde gegen den Verursacher ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten, kündigt der Stadtsprecher an.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben