Politgeflüster

Die Grünen und das Lumpi-Prinzip

Grünen-Sprecher Dietmar Jäkel im Schutzanzig bei einer früheren Anti-Atom-Demoen in Herne. In dieser Woche haben sich die Grünen gegen negative Berichterstattung geschützt.

Grünen-Sprecher Dietmar Jäkel im Schutzanzig bei einer früheren Anti-Atom-Demoen in Herne. In dieser Woche haben sich die Grünen gegen negative Berichterstattung geschützt.

Foto: WAZ FotoPool

Die Grünen haben am Mittwoch einen neuen Vorstand gewählt. Die WAZ war dabei allerdings nicht erwünscht. Grund: Man sei mit einer früheren Berichterstattung nicht einverstanden gewesen, so hieß es.

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Presse nicht erwünscht

Werte wie Transparenz und Basisdemokratie haben die Grünen bei ihrer Parteigründung vor über 30 Jahren groß geschrieben. In Sachen Transparenz sind die Grünen zumindest in Herne zurzeit sogar hinter die Altparteien SPD und CDU zurückgefallen: So wurde die Presse zur Jahreshauptversammlung am Mittwoch ganz bewusst nicht eingeladen, räumte Grünen-Chef Dietmar Jäkel auf Nachfrage ein. Denn: Man sei mit der WAZ-Berichterstattung über die öffentliche Sondermitgliederversammlung nach dem Aus von Rot-Grün nicht einverstanden gewesen. Übrigens: Auch SPD und CDU gehen WAZ-Berichte bisweilen gegen den Strich. Hinter verschlossenen Türen haben sie deswegen bei ihren Vorstandswahlen trotzdem nicht getagt.

Nach müde kommt doof

Sehr transparent zeigen sich die Grünen dafür via Twitter. Hendryk Schäfer (Grüne Jugend) twitterte, wie gestern berichtet, über den Internet-Dienst live von der Jahreshauptversammlung unter seinem Twitter-Namen „pillenknick“ (sein Motto: „Nach müde kommt doof, danach komm’ ich“). Schäfer zitierte dabei Grünen-Chef Dietmar Jäkel („Unser Motor stottert noch ein bisschen“), nannte die Wahlergebnisse der Vorstandswahl und gab Einblick in die Stimmung der Versammlung („So langsam plätschert es aus. Es gibt noch einige Wahlen, aber die Stimmung wird ein wenig gelöster. Man könnte auch sagen: lauter“). Bleibt noch eine Frage zu klären: Ist die Grünen-Spitze um Jäkel mit dieser Berichterstattung einverstanden oder gilt auch für Hendryk Schäfer bei der nächsten Vorstandswahl das Lumpi-Prinzip („wir müssen leider draußen bleiben“)?

Die K-Frage

Auch die Herner CDU wählt in Kürze, konkret: am 20. April einen neuen Vorstand. Markus Schlüter hat bekanntlich bereits für die Nachfolge von Noch-Chefin Renate Sommer seinen Hut in den Ring geworfen. Wie in der Union üblich, will der Ratsfraktions-Chef den Mitgliedern eine eigene „Mannschaft“ für den künftigen geschäftsführenden Vorstand (zwei Stellvertreter, Schatzmeister, Schriftführer) vorschlagen. Gespannt darf man darauf sein, wie viele Gesichter aus Sommers Vorstand (Schulz, Meißner, Radicke, Oehler) sich auch in Schlüters Team finden werden. Nach der Vorstandswahl wird sich die CDU mit einer ganz anderen Personalfrage beschäftigen müssen: Nämlich: Mit welchem OB-Kandidaten geht die Union bei der Kommunalwahl 2014 oder 2015 ins Rennen? Markus Schlüter hat bereits abgewunken, Renate Sommer dürfte auch nicht zur Verfügung stehen. Damit bliebe in der Herner CDU eigentlich nur noch eine Kandidatin: Ingrid Fischbach, die sich durch ihre Arbeit als Bundestagsabgeordnete auch über die Parteigrenzen hinweg Respekt erworben hat.

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