SPD

„Du bist nicht qualifiziert“

Uwe Knüpfer präsentierte sich am Mittwochabend in der Zille auf Einladung der Ortsvereine in Herne-Mitte erstmals der SPD-Basis.

Uwe Knüpfer präsentierte sich am Mittwochabend in der Zille auf Einladung der Ortsvereine in Herne-Mitte erstmals der SPD-Basis.

Foto: WAZ FotoPool

Herne.   Zum ersten Mal präsentierten sich die drei SPD-Bundestagskandidatinnen gemeinsam bei einer Veranstaltung. Fazit des Abends der SPD in Herne-Mitte: Die Kandidatur Uwe Knüpfers stößt noch immer auf starke Vorbehalte und Kritik.

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Eine klare Ansage: „Deine Zeit ist abgelaufen“, beschied Kai Gera (SPD Altenhöfen) am Mittwoch gegen 19.45 Uhr in der Gaststätte „Zille“ dem SPD-Bundestagskandidaten Uwe Knüpfer.

Als Moderator dieser Veranstaltung der SPD-Ortsvereine in Herne-Mitte, an der alle drei Kandidaten teilnahmen, bezog sich Gera auf die Redezeit des Vorwärts-Chefredakteurs. Doch in Beiträgen einiger Genossen wurde an diesem Abend deutlich, dass der erst vor zehn Tagen auf den Plan getretene Kandidat nicht die allerbesten Karten hat.

Knüpfer rückte in seinem Statement -- die Kandidaten kamen der Reihe nach dran – vor allem seinen Lebenslauf in den Vordergrund. Das sei wohl in seiner schriftlichen Bewerbung zu kurz gekommen, räumte der Ex-WAZ-Chefredakteur vor rund 70 Genossen ein.

Kein Wort über die Gründe

„Darf der das?“ Diese Frage sei ihm in den vergangenen Tagen in Herne immer wieder begegnet, sagte der 57-Jährige. Natürlich dürfe er das. Seine Kandidatur tue Herne gut, sie bereichere die Demokratie und „macht den Prozess noch offener und spannender“, sagte Knüpfer vor laufender Kamera (WDR). Seine Herner Wurzeln hob er hervor — sowohl in familiärer als auch in politischer Hinsicht. Und seine Biografie warf er in die Waagschale.

Die für viele Herner Genossen nicht nachvollziehbaren Gründe für die Kandidatur sprach er dagegen keiner Silbe an. Und auch in den Fragen und Beiträgen von Mitgliedern kam dieses Thema nicht vor. Die Kritik zielte in eine ganz andere Richtung. „Du kennst die Basis nicht“, sagte Henryk Banski (SPD Herne-Ost). „Du bist für mich nicht qualifiziert“, erklärte Roberto Gentilini (SPD Baukau) unter Verweis auf die fehlende kommunalpolitische Erfahrung Knüpfers. „Ich glaube nicht, dass es für eine Bundestagskandidatur zwingend erforderlich ist, zehn oder 20 Jahre im Rat oder im Bezirk verbracht zu haben“, konterte Knüpfer. Manchmal nütze der Blick von außen.

Den Anfang hatte an diesem Abend Anke Hildenbrand gemacht. Die 49-Jährige betonte, wie schon in früheren Runden, ihre Nähe zur Basis, konnte sich aber kleine Seitenhiebe auf ihre Gegnerin Michelle Müntefering nicht verkneifen. Es reiche nicht aus, schon jetzt super vernetzt zu sein in Berlin, sagte sie.

Das sieht Michelle Müntefering (32) ganz anders. Sie verwies auf ihre große politische Erfahrung und betonte, dass sie bereits Netzwerke in Berlin habe knüpfen können. „Ich glaube nicht, dass Du als Neuling soviel Einfluss nehmen kannst“, entgegnete ein älterer Genosse.

Nach rund 100 Minuten war die Kandidatenvorstellung abgearbeitet. Nicht alle Zuhörer waren zufrieden - wie zum Beispiel Jungsozialistin Theres Boneberger: „Es hätte lebhafter sein können.“

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