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Freies WLAN in Herne bleibt das Ziel

Auch in der Herner Innenstadt soll freies WLAN gefördert werden.

Auch in der Herner Innenstadt soll freies WLAN gefördert werden.

Foto: WAZ FotoPool

Herne.   Die SPD hat mit Bürgern und Vertretern anderer Parteien über freies WLAN für Flüchtlingsunterkünfte und die Innenstädte diskutiert.

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Mit dem Thema „Freies WLAN in Herne“ hat sich am Dienstagabend die SPD im Parteibüro an der Bochumer Straße beschäftigt. In der Veranstaltung mit Bürgern sowie Vertretern politischer Parteien standen Anschlüsse für Flüchtlinge ebenso zur Diskussion wie die Vernetzung der Innenstädte.

Die Situation in den zurzeit von Asylbewerbern bewohnten Sporthallen (wir berichteten) sei nicht zufriedenstellend – so hieß es. „Ich würde mich sehr freuen, wenn ich nur mal kurz per Skype in die Heimat anrufen könnte. Um einfach mal zu sagen: Ich lebe noch!“, erklärte der Bürger Stefan Behrens.

Freies WLAN gibt es derzeit nicht in den Unterkünften. Ausnahme: die Sporthalle Wanne-Süd, wo es auf Initiative von Andreas Prennig (Piraten) auch gegen die Widerstände der Stadtspitze eine Verbindung geschaffen worden ist.

Das soll auch in anderen Unterkünften möglichst schnell der Fall sein. Das Stadtnetz komme dafür aber auf keinen Fall in Frage, betonte CDU-Ratsherr Lüder Thiele. Die Datenschutz- und Sicherheitsbedenken seien zu groß.

Als Alternative wurde eine Zusammenarbeit zum Beispiel mit Schulen ins Auge gefasst, die eine gewisse Bandbreite ihres Internetanschlusses zur Verfügung stellen – in Zusammenarbeit mit den Freifunkern (die WAZ berichtete). Auch private Haushalte könnten sich beteiligen. Man dürfe die Erwartungshaltung nicht zu schnell zu hoch schrauben, so Thomas Bloch (FDP). Zunächst müsse überprüft werden, ob überhaupt genug Bandbreite im jeweiligen Gebiet vorhanden sei.

Eine Alternative: WLAN-Strukturen vor Ort schaffen. „Das können dann auch später die Trainer, Spieler und Besucher der Halle nutzen“, sagte SPD-Chef Alexander Vogt. Ziel der Stadt sei es weiterhin, möglichst rasch die Turnhallen für die Vereine und Schulen zu räumen. Doch auch in anderen Flüchtlingsunterkünften müssten WLAN-Strukturen vorhanden sein, sagte Veronika Buszewski (Linke). Tenor des Abends: Alle Alternativen sollen in Betracht gezogen werden, um die Situation möglichst schnell zu verbessern.

In Hernes Innenstadt wurde der Handlungsbedarf als nicht so dringend empfunden. Dennoch sollte lieber heute als morgen die Stadt mit freien WLAN à la Freifunk ausgestattet werden. „Cafés, Bäckereien – das sind die ersten Schritte“, so Alexander Vogt. Unternehmen müssten überzeugt werden, ihr WLAN zu teilen und kostenlos zur Verfügung zu stellen. „Das kann ja auch dem Geschäft helfen“, sagte Stefan Behrens.

Das Stadtmarketing und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft könnten dabei ins Boot geholt werden, sagte Alexander Vogt. Wichtig sei es, die Menschen über das Projekt zu informieren und Hilfe anzubieten, wenn Bereitschaft zur Teilnahme bestehe.

Treffen nach den Herbstferien

Freies WLAN bleibt auf der Tagesordnung: Nach den Herbstferien werde es eine parteiübergreifende Veranstaltung zu diesem Thema geben, kündigte SPD-Parteichef Alexander Vogt am Mittwoch an. Der Termin werde noch bekannt gegeben.

Das habe er mit Andreas Prennig (Piraten) vereinbart, so Vogt. Wie berichtet, hatte der Ratsherr mit der Initiative „Freifunk Herne“ bereits letzte Woche eine Info-Veranstaltung durchgeführt. Beim Treffen im SPD-Büro am Dienstag war Prennig verhindert.

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