Weihnachtsmärkte

Händler bleiben trotz Weihnachtszauber der City treu

Auf dem Robert-Brauner-Platz in der Herner Innenstadt konnten die Besucher bereits Weihnachtsmarkt-Atmosphäre spüren. Der Weihnachtszauber auf Crange eröffnet erst eine Woche später.

Auf dem Robert-Brauner-Platz in der Herner Innenstadt konnten die Besucher bereits Weihnachtsmarkt-Atmosphäre spüren. Der Weihnachtszauber auf Crange eröffnet erst eine Woche später.

Foto: Svenja Hanusch

Herne.  Erstmals finden zwei Weihnachtsmärkte in der Herner City und auf Crange statt. Die Verkäufer scheuen die Konkurrenz nicht.

In 35 Tagen ist Weihnachten und mit sinkenden Temperaturen steigt auch die Lust, auf den Weihnachtsmarkt zu gehen. Aber auf welchen? Der Herner Weihnachtsmarkt in der City bekommt in diesem Jahr zum ersten Mal Konkurrenz in der eigenen Stadt. Doch während der Cranger Weihnachtszauber erst am kommenden Freitag eröffnet, haben die Händler in der Herner Innenstadt schon das Eröffnungswochenende hinter sich – und blicken entspannt zur Winterkirmes.

„Wir haben hier unsere Stammkunden, die jedes Jahr zu uns kommen“, sagt Desiree Wachsmann, Inhaberin der gleichnamigen Braterei und Schickeria auf dem Robert-Brauner-Platz. Sie glaubt nicht, dass der Weihnachtszauber zu Gewinneinbußen führt. „Wir haben hier schon mittags gut zu tun; um die Zeit hat Crange noch gar nicht geöffnet“, sagt sie. Werktags öffnet der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt schon um 10.30 Uhr, in Crange geht es erst ab 14 Uhr rund.

„Das einzige Problem, das ich sehe, sind die Sonntage“, sagt Desiree Wachsmann. Die seien schon in den vergangenen Jahren nicht so stark gewesen und dieses Jahr gebe es keinen verkaufsoffenen Sonntag. „Da werden wir es merken.“

Dass es am Wochenende am Robert-Brauner-Platz etwas ruhiger werden könnte, denkt auch Heike Heppner, Mitarbeiterin bei „Omas Backkartoffel“, einem Stand, der zum 30. Mal auf dem Herner Weihnachtsmarkt dabei ist. „Unter der Woche sehe ich keine Probleme, da kommen vor allem die Stammkunden“, sagt sie. Wie es sich am Wochenende entwickelt, müsse man abwarten.

Marion Herzig, die beim Stand nebenan das Fladenbrot Langos verkauft, ist optimistisch. Sie glaubt, dass der Herner Weihnachtsmarkt auch durch seine moderaten Preise überzeugt – anders als Crange: „Die Standgebühren sind da so hoch, das wird bestimmt auf das Essen und die Getränke aufgeschlagen.“ Von dreimal so hohen Standgebühren wie in der Innenstadt hat die Inhaberin des Süßwarenstandes an der Bahnhofstraße gehört. „Für den Kurs wäre ich das Risiko nicht eingegangen“, betont sie. Zur Winterkirmes müsse man gezielt hinfahren. Die Händler dort seien sehr aufs Wochenende angewiesen. Und wenn dann das Wetter nicht mitspiele, sei das ein großes Problem.

Risiko für Stand auf Crange zu groß

Auch für Desiree Wachsmann, die im Sommer mit ihrer Braterei auf dem Cranger Kirmesplatz steht, kam ein Platzwechsel nicht in Frage: „Das Risiko wäre mir zu groß gewesen“, sagt sie. Seit etwa 15 Jahren stehe sie in der Herner Innenstadt. Am Anfang sei es schwierig gewesen, aber inzwischen habe sie sich was aufgebaut, sei etabliert. „Ich kenne keinen Kollegen, der seine Zelte abgebrochen hat, um zum Cranger Weihnachtszauber zu gehen“, sagt sie. Schließlich müsse erst geguckt werden, ob es ein Erfolg wird.

Angst vor Konkurrenz müssten ihrer Meinung nach eher die großen Weihnachtsmärkte in Essen und Dortmund haben. „Die Weihnachtszeit ist eher besinnlich und ruhig, da muss ich nicht mit Konga durch die Luft fliegen“, sagt sie. Die Zielgruppe sei eine andere.

Und auch die Veranstalterin des Herner Weihnachtsmarktes, die Stadtmarketing Herne GmbH, betont bei der offiziellen Eröffnung den gemütlichen und familiären Charakter des Marktes. „Klein aber fein“, ist hier das Motto. Sprecher Alexander Christian sieht den Traditionsmarkt als „Gegenmodell“ zum Weihnachtszauber. „Aber wir beobachten das natürlich ganz genau.“ Er hofft für die Stadt, dass beide Veranstaltungen ein Erfolg werden und glaubt: „Das Wetter ist dafür entscheidender als die Konkurrenz aus Crange.“

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