Umwelt

Herner Klimawald ist erneut Opfer der großen Trockenheit

Förster Matthias Klar: Auch beim zweiten Versuch für den Klimawald haben viele Setzlinge nicht überlebt.

Förster Matthias Klar: Auch beim zweiten Versuch für den Klimawald haben viele Setzlinge nicht überlebt.

Foto: Michael Korte

Herne.  Die Dürre hat dem Klimawald im Constantiner Forst arg zugesetzt. Obwohl viele Setzlinge abgestorben sind, sieht Förster Klar positive Effekte.

Nachdem schon der erste Versuch, im Klimawald des Constantiner Forstes alternative Baumarten anzupflanzen, nicht von Erfolg gekrönt war, sollte eine Neuauflage zum Ziel führen. Doch erneut sind viele Setzlinge abgestorben. Aber Revierförster Matthias Klar hat nach eigener Aussage wichtige Erkenntnisse über Baumbestände gewonnen, die extremen Bedingungen ausgesetzt sind.

Der Klimawald besteht seit dem Frühjahr 2018. Fachleute wollen prüfen, ob Alternativen zu Birken und Weiden, wie sie in heimischen Breiten sehr oft anzutreffen sind, eine Chance haben. Dabei werden die Baumarten einem Stresstest unterzogen, denn der Waldboden auf dem Gelände ist äußerst karg. Es gehörte früher zur Halde der Zeche Constantin. Durch die extreme Dürre des vorherigen Sommers war bereits im vergangenen Jahr der Großteil der rund 3600 Setzlinge eingegangen. Darunter befanden sich in großer Zahl Küstentannen sowie Rot-, Trauben- und Stieleiche. Lediglich bei der Waldkiefer hatten 14 Prozent der Anpflanzungen überlebt.

Douglasie und Waldkiefer trotzen den kargen Böden

Bei dem neuen Versuch ließ Matthias Klar in verstärktem Maße die Nadelhölzer Douglasie und Waldkiefer anpflanzen, 750 bzw. 700 Setzlinge. Aber auch die Küstentanne (300) sowie Rot- und Traubeneiche (jeweils 875) fanden ihren Platz im Klimawald. Inzwischen zeigt sich folgendes Bild: Die anhaltende Trockenheit, die auch für diesen Sommer prägend war, setze den Beständen kräftig zu, aber Douglasie und Waldkiefer schafften es, trotz widriger Witterungsbedingungen fortzubestehen. Die anderen Arten haben den Härtetest nicht geschafft.

Wie geht es nun weiter? Auf der mit 0,7 Hektar eher kleinen Fläche werden die abgestorbenen Setzlinge zu Mulch verarbeitet. Auf dem Areal sollen dann Douglasien und Waldkiefern eine Heimat finden, da sie sich offensichtlich dem Lebensraum anpassen können, erklärt Klar. Die Empfehlungen für die anderen Arten waren einer wissenschaftlichen Arbeit an der Uni Bochum entnommen. Eine Hernerin hatte sich darin mit der Frage befasst, welche Möglichkeiten es noch gibt, wenn man nicht nur auf Birken und Weiden zurückgreifen möchte.

Pflanzaktion im Constantiner Wald

Die Trockenheit aber nicht nur dem Klimawald, sondern auch insgesamt dem Constantiner Forst zugesetzt. Darum hat die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald die Initiative ergriffen. Sie lädt gemeinsam mit der Stadt Herne und dem Regionalverband Ruhr (RVR) für Sonntag, 24. November, zu einer Baumpflanzaktion ein. Bereits im Frühjahr hatten Oberbürgermeister Frank Dudda, Vertreter des Regionalverbandes Ruhr als Eigentümer des Geländes und die Sponsoren Christian Uerkwitz und Uwe Plattes von der Firma „innospec Limited“ mit der Aktion gestartet und eine Wildkirsche und eine Rotbuche gepflanzt.

An dem Novembersonntag sollen nun 6000 Bäume ihren Platz finden. Die Bürger sind aufgerufen mitzuhelfen. Sie brauchen allerdings keine Spaten oder ähnliches mitbringen, betont der Revierförster. Es werden nach seiner Auskunft schon Pflanzlöcher vorgebohrt, so dass die Gäste den Boden um einen gepflanzten Baum nur festtreten müssen. Beginn der fünfstündigen Aktion ist um 11 Uhr.

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