Mahnmal

Herner Mahnmal wird 60: Wachsam gegen die „Hydra des Bösen“

Die am 20. September 1959 an der Bebelstraße eingeweihte Skulptur rückt immer wieder bei Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer der Nazi-Diktatur in den Fokus - hier: bei Kranzniederlegungen mit OB Horst Schiereck im November 2012.

Die am 20. September 1959 an der Bebelstraße eingeweihte Skulptur rückt immer wieder bei Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer der Nazi-Diktatur in den Fokus - hier: bei Kranzniederlegungen mit OB Horst Schiereck im November 2012.

Foto: Thomas Schild / WAZ FotoPool

Schutzgeist gegen Schlangen, Gut gegen Böse: Das an Nazi-Opfer erinnernde Herner Mahnmal ist 1959 eingeweiht worden - und aktueller denn je.

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Ein ganz besonderes Herner Mahnmal wird 60: Auf der Grünfläche an der Bebelstraße kämpft der Schutzgeist Genius mit Blitz und Schwert gegen die vielköpfige, züngelnde Wasserschlange Hydra. Die Botschaft dieser am 20. September 1959 eingeweihten Bronze-Skulptur, die den Opfern des Widerstandes gegen die Nazi-Diktatur gewidmet ist, sei auch und gerade heute von großer Bedeutung, so DGB-Vorstandsmitglied Norbert Arndt in Anspielung auf aktuelle Entwicklungen von Rechts auch in Herne.

Der langjährige Verdi-Sekretär erinnert in einem Beitrag zum 60. Jahrestag der Skulptur „Genius und Hydra“ an die Worte, die Oberbürgermeister Robert Brauner einst zur Enthüllung wählte. „Die Menschheit muss ständig wachsam sein, wenn sie nicht wieder in Unfreiheit hineintreiben will.“ Heute erhebe „die geschichtsvergessene und -leugnende ,Hydra des Bösen’ nicht nur in Herne wieder vielfach ihr Haupt und verspritzt ihr Gift“, erklärt Norbert Arndt.

Arndt: Widerstand ist nötiger denn je

Es sei deshalb nötiger denn je, dem zu widerstehen und den „Genius der Freiheit“ zu verteidigen. „Dabei macht Gedenken und Erinnern nur Sinn, wenn es mit aktivem Eingreifen einher geht“, erklärt der Gewerkschafter, der jeden Dienstag mit Hunderten Hernern auf dem Robert-Brauner-Platz gegen die sogenannten „besorgten Bürger“ demonstriert.

Auch Brauner, Sozialdemokrat und selbst ein Verfolgter der Nazis, habe vor 60 Jahren in der Feierstunde zur Einweihung ein klares Zeichen gegen das Vergessen und Verharmlosen setzen müssen, so Arndt. Er habe damals erklärt, „dass es heute nach 14 Jahren fast verpönt ist, die Erinnerung an die Zeit zwischen 1933 und 1945 wachzurufen“. Und, so Brauner weiter: „Leider will heute eine neue Art von Legendenbildung alles vergessen machen, was damals geschehen ist.“

Tafel zur Erinnerung an Zwangsarbeiter

Zum Ende der Feierstunde legten die Teilnehmer 1959 Kränze an der Gedenktafel für die Nazi-Opfer nieder. Am 3. Mai 2002 habe Oberbürgermeister Wolfgang Becker auf Anregung aus der Bürgerschaft eine zusätzliche Gedenktafel am selben Ort enthüllt, berichtet Arndt. Diese habe an die Tausende von Menschen erinnert, die in Herne und Wanne-Eickel in der NS-Zeit unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit geleistet hatten.

Seit der Einweihung vor 60 Jahren rückt die vom Düsseldorfer Künstler Prof. Zóltan Székessy geschaffene 5,60 Meter hohe Skulptur immer wieder an Gedenktagen in den Fokus der Herner Öffentlichkeit.

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