Straßenverkehr

Herner Müllfahrzeuge sollen künftig sicherer unterwegs sein

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Sicherer unterwegs sein sollen in Zukunft Müllfahrzeuge. Das schützt auch die Mitarbeiter von Entsorgung Herne selbst. Foto:Ralph Bodemer

Sicherer unterwegs sein sollen in Zukunft Müllfahrzeuge. Das schützt auch die Mitarbeiter von Entsorgung Herne selbst. Foto:Ralph Bodemer

Herne.   Entsorgung Herne stattet seine Lkw mit Assistenzsystemen aus. Sie geben den Fahrern einen besseren Überblick beim Rückwärtsfahren und Abbiegen.

Tödliche Unfälle beim Rangieren und eine wachsende Zahl von Todesopfern beim Rechtsabbiegen bringen Entsorgung Herne auf den Plan. 43 Sammelfahrzeuge sollen mit neuer Technik ausgestattet werden, die den Fahrern ein sicheres Hantieren mit den Lkw gestattet.

Der Allgemeine deutsche Fahrradclub (ADFC) reagiert positiv: „Die Entscheidung der Geschäftsführung von Entsorgung Herne, Neuwagen nur noch mit Assistenzsystemen zu erwerben und vorhandene Fahrzeuge nachzurüsten, ist ein großer Schritt in die gewünschte Richtung“, erklärt Michael Thomasen, zweiter Vorsitzender des ADFC Herne.

2018: 26 Radfahrer durch abbiegende Lastwagen getötet

Laut ADFC sind 2018 in Deutschland bereits 26 Radfahrende durch abbiegende Lastwagen getötet worden, im Vorjahr waren es 33 Tote. Warnsysteme könnten bis zu 60 Prozent der Unfälle verhindern. Welche Technik am Ende in Frage kommt, das soll jetzt bei Entsorgung Herne getestet werden.

Beim Abbiegeassistenten kommt entweder eine Warnanzeige mit Leuchtdioden an der rechten A-Säule in Frage oder ein Kamerasystem mit Multifunktionsdisplay. Derzeit seien nur passive Abbiegeassistenten auf dem Markt, also keine, die ins Bremssystem der damit ausgestatteten Lastwagen eingreifen.

Beim Rückwärtsfahren ist das anders, hier sollen allerdings zuerst die Prüfungsgrundsätze von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) für ein Assistenzsystem abgewartet werden. Sie sollen bis Ende des Jahres vorliegen. „Es muss geklärt werden, ob wir ein System einsetzen, dass Eingriffe ins Bremssystem vornimmt“, erklärte Horst Tschöke, Vorstand von Entsorgung Herne, bei einem Pressegespräch.

Ausgangslage sei gewesen, dass die DGUV das Rückwärtsfahren von Mülltransportern auf Straßen grundsätzlich nicht mehr versichern wollte. Dagegen hätte sich der Verband Kommunaler Unternehmen zur Wehr gesetzt. Die Ausstattung mit neuer Technik ist also ein Kompromiss.

Weniger gefährliche Bereiche

Gleichzeitig arbeitet Entsorgung Herne zusammen mit der Stadtverwaltung und der Polizei an der Reduzierung von gefährlichen Bereichen. Insgesamt gebe es auf Herner Stadtgebiet 65 „Gefährdungsbereiche“, vornehmlich Stichstraßen, in die die Müllfahrzeuge rückwärts hineinfahren müssen.

Diese Zonen sollen beispielsweise dadurch entschärft werden, dass Fahrer einen Schlüssel für Absperrungen erhalten und somit vorwärts fahren können. Wo es nicht anders geht, auch das deutet Tschöke an, werden Bürger ihre Mülltonnen auch zu Sammelstellen am Eingangsbereich von Sackgassen bringen müssen.

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