Prozess

Herner muss nach Messerattacke für drei Jahre in Haft

Der Prozess fand vor dem Landgericht in Bochum statt.

Der Prozess fand vor dem Landgericht in Bochum statt.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Herne.  Im Prozess um eine Messerattacke am Marien Hospital in Herne ist das Urteil gefallen. Der Angeklagte muss für drei Jahre ins Gefängnis.

Nach einer beinahe tödlichen Bluttat vor dem Herner Marien Hospital hat das Bochumer Schwurgericht am Dienstag gegen einen 24-jährigen Herner drei Jahre Haft verhängt.

Der bullige Angeklagte hatte zugegeben, zusammen mit einem bis heute flüchtigen Mittäter („Alex“) einen Gangster-Rapper brutal attackiert zu haben – ein Überleben des 26-jährigen Opfers hing zeitweise am seidenen Faden.

Die Bluttat passierte auf dem Grünstreifen zwischen Marienhospital und Hölkeskampring. Die Richter gehen davon aus, dass der Auslöser dafür ein vorheriger Zwischenfall in einem Döner-Imbiss in Sodingen gewesen ist. Zwei Tage zuvor soll das spätere Opfer den Begleiter des Angeklagten nämlich dort bedroht („Das ist meine Stadt. Ich mach‘ Dich platt“) und zudem durch eine Halsabschneider-Geste gekränkt haben. Sehr wahrscheinlich, so die Richter, ging es dabei um Gebietsansprüche im Drogen-Milieu.

Fest steht: Am 26. November 2018 gegen 14 Uhr trafen sich der Angeklagte und sein (gekränkter) Begleiter mit dem späteren Opfer. Beide wollten den Herner Rapper laut Urteil „wegen der Vorgeschichte zur Rede stellen“. Nach einem Wortgefecht ging dann alles blitzschnell. „Der Angeklagte griff das Opfer von hinten an und schlug mit den Fäusten auf ihn ein“, urteilte das Gericht. Gleichzeitig stach der Begleiter mit einem Messer auf den 26-Jährigen ein.

Not-Operation rettete dem Opfer das Leben

Der 24-jährige Angeklagte soll dann auch noch einen „Stampftritt“ auf das stark blutende Opfer ausgeführt haben. „Und zwar so kraftvoll, dass der Oberschenkelknochen mittig durchbrach“, so Richter Josef Große Feldhaus. Kurz vor seiner Flucht soll der Angeklagte dem Opfer dann auch noch verächtlich das Gesicht in die Rasenfläche gedrückt und gerufen haben: „Beiß‘ ins Gras.“ Der Gangster-Rapper wurde lebensgefährlich verletzt. Im rechten Bein war durch einen sieben Zentimeter tiefen Messereinstich eine große Blutader durchtrennt worden. Einzig eine Not-Operation im nahen Marienhospital rettete ihm laut Urteil das Leben.

Der 24-jährige Herner war nach der Bluttat zunächst untergetaucht, hatte sich dann jedoch Ende April 2019 gemeinsam mit seinem Verteidiger Volker Schröder der Polizei gestellt. Im Prozess hatte er ein Teilgeständnis abgelegt und zudem 5000 Euro Schmerzensgeld in bar an den Anwalt des Rappers übergeben. Die anvisierte Bewährungschance gewährten ihm die Richter dennoch nicht. Das Urteil lautet auf gefährliche Körperverletzung.

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