Baumfällungen

Herner SPD-Politiker und Anwohner fordern Baumfällungen

Die Platane auf der Juliastraße verengt den Gehweg und hebt ihn durch ihre Wurzeln an. Passanten mit Rollator, Kinderwagen und Rollstuhl müssten  wegen der Platane und weiterer Bäume in diesem Bereich die Straßenseite wechseln, so beklagen Anwohner und die SPD.

Die Platane auf der Juliastraße verengt den Gehweg und hebt ihn durch ihre Wurzeln an. Passanten mit Rollator, Kinderwagen und Rollstuhl müssten wegen der Platane und weiterer Bäume in diesem Bereich die Straßenseite wechseln, so beklagen Anwohner und die SPD.

Foto: Lars Christoph

Herne.  Wenn die Stadt in Herne Bäume fällt, löst das häufig Proteste aus. Deshalb fordern SPD und Anwohner nun die Fällung von gesunden Bäume.

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Das Fällen von gesunden Bäumen führt im dicht besiedelten Herne in der Regel zu massiven Protesten. In Holsterhausen ist nun praktisch das Gegenteil der Fall: Ein SPD-Politiker und Anlieger der Juliastraße werfen der Verwaltung vor, gesunde Bäume nicht fällen zu wollen.

Es geht um mehrere Bäume auf einer Seite des Gehwegs, insbesondere um eine Platane (Stammumfang 3,40 Meter) und um eine Baumhasel (1,50 Meter). Diese stellten „einen massiven Missstand“ für Anwohner und Passanten dar, was auch schon mehrfach in der Bezirksvertretung Herne-Mitte thematisiert worden sei, erklärte Heinrich Schmidt (SPD) in der jüngsten Sitzung des Bezirks.

Stadt verweist auf die Baumschutzsatzung

Weder Fußgänger mit Kinderwagen oder Rollatoren noch Rollstuhlfahrer könnten diese Seite des Gehwegs nutzen, so der Bezirksverordnete (und Ratskandidat). Diese seien gezwungen, die Straßenseite zu wechseln, was zu gefährlichen Situationen führen könne. Mehrere Anwohner der Juliastraße stellten sich in der Sitzung hinter den SPD-Vorstoß und übergaben der Stadt Listen mit Unterstützungsunterschriften.

Stadtgrün-Chef Heinz-Jürgen Kuhl wies das Ansinnen zurück. Die „stattlichen Bäume“ seien augenscheinlich gesund und unterlägen der Baumschutzsatzung: „Es sind keine Schäden festzustellen, die eine Entfernung derzeit rechtfertigen könnten.“ Kuhl räumte ein, dass einige Fußgänger an den verengten Stellen die Straßenseite wechseln müssten. Das sei aber nicht zwangsläufig gefährlich, weil es an den Grundstückseinfahrten zahlreiche Bordsteinabsenkungen gebe. Ein besonderes Gefahrenpotenzial sei deshalb nicht erkennbar.

SPD: Respektlosigkeit gegenüber Behinderten

Die Anwohner und Heinrich Schmidt reagierten auf diese Bewertung mit Unverständnis. Der Sozialdemokrat warf Kuhl gar vor, sich „respektlos gegenüber Behinderten zu verhalten“, was (nicht nur) beim Stadtgrün-Chef Kopfschütteln auslöste. In der Sitzung wurden auch Alternativvorschläge laut. So regte beispielsweise CDU-Bezirksfraktions-Chef Jörn Ongsiek eine Prüfung darüber an, ob der Gehweg nicht um Teile der angrenzenden Grundstücke erweitert werden könnte.

Wenige Tage nach der Sitzung kam es auf der Juliastraße zu einem Vorfall. Erwin Sander, Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes der Stadt (KOD), entdeckte auf der Fahrbahn der Juliastraße einen umgekippten Rollator und daneben eine am Boden liegende hilflose Frau. Mit Unterstützung von zwei Männern richtete der Stadtmitarbeiter die Frau auf und rief einen Krankenwagen (siehe auch Kasten).

Auf Nachfrage der WAZ teilte die Stadt mit, dass sich dieser Vorfall auf der Juliastraße allerdings nicht auf dem von den Anwohnern beklagten verengten Gehweg ereignet habe, sondern im Bereich Paderborner Straße.

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