Videospiele

Herner Verein Insert Coins lädt Zocker in neue Räume ein

Ein Eldorado für Spielefans: In den neuen Räumlichkeiten haben die Zockerfreunde von Insert Coins noch mehr Platz.

Ein Eldorado für Spielefans: In den neuen Räumlichkeiten haben die Zockerfreunde von Insert Coins noch mehr Platz.

Foto: Kerstin Buchwieser

Herne.   Der Videospielverein Insert Coins in Herne hat sich vergrößert. Am Wochenende feierten Zocker die Eröffnung des neuen, größeren Vereinsheims.

Der Videospielverein Insert Coins hat seine alten und mittlerweile viel zu kleinen Räumlichkeiten an der Overwegstraße verlassen und im Keller des Seniorenwohnheims in der Wörthstraße eine neue Heimat gefunden. Hier öffnete der Verein am vergangenen Samstag die Türen für Zocker von früher und heute. „Game over“ an der Overwegstraße sozusagen, aber der Umzug war auch zwingend nötig, bedenkt man die Vielzahl der Aracade-Maschinen, Flippertische und Heimcomputer aus einer Zeit, in der statt auf Wikipedia auf die Encarta-Enzyklopädie zurückgegriffen wurde und der Videospiel-Crash von 1983 der Generation Atari 2600 noch in den Knochen steckte.

Über 100 Besucher sehen sich um

Ausgelöst durch einen Schwall minderwertiger Spiele und redundanter Konsolen hält der Verein auch eben jene Daddelkisten bereit, die ansonsten in Vergessenheit geraten würden. Auf jetzt 400 Quadratmetern findet sich eben alles, was den Freunden von Bits und Sprites die digitalen Herzen höher schlagen lässt. Über 100 Besucher wuseln durch die Räume, in denen Monitore flimmern und die Blicke auf sich ziehen. Ganz wie in einer Spielhalle haben die Piloten hochgezüchteter Rennmaschinen etwa in Schalensitzen Platz genommen und heizen über die virtuelle Rennpiste mit Pixelschnee.

Der Verein selbst kümmert sich dabei um die Wartung und Instandhaltung der Maschinen, die nicht selten vom anderen Ende der Welt nach Herne geholt wurden und einige Jahre auf dem Buckel haben. Ein original Donkey-Kong-Automat vom Anfang der 80er Jahre aus Japan sei derzeit nicht betriebsbereit, jedoch arbeite man daran, so Vorstandsmitglied Heiko Kendzia: „Einige der Automaten sind aus der privaten Sammlung unserer Mitglieder, einige jedoch auch Eigentum des Vereins. Unser Ziel ist es dabei, die Videospielkultur von den Anfängen bis jetzt zu zeigen. Wir sind quasi ein Museum zum Anfassen“, erzählt Heiko Kendzia bei einem Rundgang durch die vollen Räume.

Flippertische für analogen Spaß

War die Wand aus Monitoren, auf denen Freundschaften bei Mario Kart auf die Zerreißprobe gestellt werden, im damaligen Vereinshaus etwas unpraktisch in einem schmalen Raum aufgestellt, sitzen die Besucher nun bequem in ausgemusterten Kinosesseln, die Augen nicht mehr direkt vor dem Bildschirm.

Die zahlreichen Flippertische hingegen bieten vor allem analogen Spaß, der inzwischen fast vollständig aus der damals heimischen Kneipenlandschaft verschwunden ist und hier ein kultiges Revival erfährt. Eine Reise in die Vergangenheit, in der das alles als Zukunft erschien.

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