Kunst

Jaana Caspary spielt in Herne mit Raum und Räumlichkeit

Jaana Caspary in der Künstlerzeche vor ihrem Werk „Kulisse“.. Die Ausstellung  ist vom 4. bis 26. Oktober zu sehen.

Jaana Caspary in der Künstlerzeche vor ihrem Werk „Kulisse“.. Die Ausstellung ist vom 4. bis 26. Oktober zu sehen.

Foto: WAZ FotoPool

Die Künstlerzeche Unser Fritz stellt die diesjährige Preisträgerin des Kunstförderpreises „Junge Positionen NRW“ vor. Jaana Caspary aus Wuppertal hat gerade ihr Studium an der Kunstakademie Düsseldorf abgeschlossen. Sie zeigt bis zum 26. Oktober eine Installation und andere Arbeiten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Jaana Caspary heißt die diesjährige Preisträgerin des Kunstförderpreises „Junge Positionen NRW“, die ab Samstag, 4. Oktober, in der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3 ihre Arbeiten vorstellt. Eröffnung ist um 17 Uhr.

Für die ehemalige Schwarzkaue hat sie eine große Rauminstallation entwickelt. Da recken sich unterschiedlich hohe spitze Formen in die Höhe. Faltige schwarze Kunststofffolie schiebt sich in mehreren Lagen zwischen die Gipfel. Da bilden sich talartige Vertiefungen aus, die Einblicke in die Raumtiefen ermöglichen. Über die schwarze Folie zieht sich ein Gespinst aus weißen Linien, flüchtigen Farbspritzern und verlaufenden Flächen. So entstehen weiße Strukturen als Kontrast zu den schwarzen Faltenwürfen.

Sie unterstützen die Räumlichkeit. Sie führen in die Raumtiefen, verleihen der ganzen Arbeit zugleich auch etwas sehr Malerisches. Unwillkürlich wird der Betrachter an eine künstliche Gebirgslandschaft erinnert. Das wird umso deutlicher, wenn man die Arbeit von der Empore aus anschaut. Aber Jaana Caspary geht es um mehr als diese inhaltlichen Assoziationen. Betrachtet man ihre Installation von verschiedenen Seiten, ergeben sich immer wieder neue Einblicke. Die Installation wird zu einer Auseinandersetzung mit Räumlichkeit und Plastizität.

Das wird auch in ihren anderen Arbeiten deutlich. In ihren Wandarbeiten reihen sich weiße Formen auf schwarze Grundplatten. Auf den ersten Blick ist der Betrachter auch hier an Silhouetten von Berggipfeln erinnern. Sie bilden einen starken Kontrast zu den schwarzen Trägerplatten. Wirken sie in der Fernsicht fast wie gemalt, erkennt man ihre Plastizität erst in der Nahsicht. Sie werden zu einem Spiel mit Wahrnehmung von Formen und ihrer Räumlichkeit.

In der Weißkaue beherrschen große weiße Objekte den Raum. Da sprießen unbestimmte weiße Formen wie Tentakel aus diesen Gebilden, die sich nach innen hin öffnen. Dort werden graue bewegte, ganz unruhige Oberflächenstrukturen sichtbar, die im Gegensatz zu den glatten weißen Außenflächen stehen. Diese Arbeiten leben aus dem Kontrast von außen und innen, von Ruhe und Bewegung.

„Es war schon cool, einmal in so eine große und hohe Halle zu arbeiten“, erzählt Jaana Caspary lächelnd. Sie hat es geschafft, sich auf die Räume einzulassen und sie mit ihren Arbeiten neu erlebbar zu machen.

Zum zweiten Mal verleiht die Künstlerzeche Unser Fritz 2/3 in diesem Jahr ihren Förderpreis an junge Künstlerinnen und Künstler. Verbunden mit dem Preis ist eine Ausstellung in der Künstlerzeche, ein Faltblatt und eine Geldprämie.

Eine Jury aus Künstlern der Zeche, Kunsthistorikern, Kuratoren und Vertretern des Fördervereins hat sich im Frühjahr die Rundgänge der Kunstakademien Münster und Düsseldorf angeschaut, bei denen die Studierenden ihre Werke präsentierten.

Die Wahl fiel auf die 26 jährige Jaana Caspary aus Wuppertal, die gerade ihr Studium an der Kunstakademie Düsseldorf abgeschlossen hat.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben