Kunst

Jürgen Buhre hat sich durch das Schachspiel anregen lassen

„Das königliche Spiel“ von Jürgen Buhre, ab 8. Noember in der Künstlerzeche.

„Das königliche Spiel“ von Jürgen Buhre, ab 8. Noember in der Künstlerzeche.

Foto: WAZ FotoPool

Herne.   Jürgen Buhre hat sich durch das Schachspiel zu seinen neuen Bildern anregen lassen. „Das königliche Spiel“ nennt er seine Ausstellung in der Künstlerzeche Unser Fritz, in der der Künstler seit zwölf Jahren ein Atelier hat. Am Samstag, 8. November, wird die Ausstellung um 17 Uhr eröffnet.

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Jürgen Buhre konzentriert sich in seinen Bildern ganz auf die Figuren. Sie bevölkern einzeln oder in Zweiergruppen die Leinwände. Da gibt es Bilder, bei denen der Bezug zu Schachfiguren offensichtlich ist. Große abstrahierte Gestalten beherrschen die großformatigen Bilder. Meist sind sie wie beim Schachspiel in Schwarz oder Weiß gehalten. Sie stehen vor kontrastreichen weißen oder schwarzen Hintergründen, bei einigen wenigen Bildern sind sie grün oder rot. Da gibt es offensichtlich Läufer, Bauern, Damen oder Könige. In manchen Bildern entwickeln sich die Schachfiguren zu fast menschlichen Formen. Da füllt dann eine Dame mit ausladenden Röcken ganz frontal das Bild und breitet ihre Arme wie dünne Tentakel weit in den Bildraum aus: eine selbstbewusste Königin.

Farben in dicken Schichten

Jürgen Buhre trägt die Farben der Figuren in dicken Schichten auf, so dass sie sich fast reliefhaft von den Hintergründen abheben. Die Farbe bekommt durch den Auftrag einen ganz besonderen Glanz, der den Figuren eine eigene Plastizität verleiht. Im Kontrast dazu stehen dünne fließende Farbschichten, mit denen er die Bildhintergründe gestaltet. Pinselstriche und der bewegte Farbauftrag bleiben in den Bildern bewusst stehen, was den Arbeiten manchmal etwas Vorläufiges und Flüchtiges verlieht. Konsequenterweise erweitert Buhre seine Malerei auf Leinwand zu Bildobjekten. Aus gebrauchten farbigen Putzlappen formt er Figuren, die sich vom Bildhintergrund abheben. Sie wirken noch bewegter als in seiner Malerei.

„Das Schachspiel ist für mich ein Abbild des Lebens“, erklärt Jürgen Buhre. Da gibt es Beziehungen zwischen den Figuren, Spiele um die Macht, Strategien, Gewinner und Verlierer. Alles Themen, die sich in seinen Arbeiten finden. Und da schlägt auch mal ein junger Bauer einen alten König. Seine Bildtitel geben einige Hinweise, ohne dass sie alles verraten. Dem Betrachter bleibt genügend Spielraum für eigene Interpretationen. Jürgen Buhre schafft es durch die geschickte Hängung Geschichten zu erzählen. Die Ausstellung lebt von dem Dialog zwischen den Bildgruppen.

„Das königliche Spiel“ wird am Samstag, 8. November, um 17 Uhr in der Künstlerzeche Unser Fritz, Zur Künstlerzeche 10, eröffnet.

Die Arbeiten sind bis 30. November zu sehen (mi, sa 15-18 Uhr, so 14-17 Uhr).

Die Künstlerzeche präsentiert jedes Jahr einen Künstler der Ateliergemeinschaft. Jürgen Buhre gehört ihr seit 2002 an. Er hat zum ersten Mal ein Thema bearbeitet.

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