Geschichte

Online-Programm im Herner LWL-Museum erinnert ans Kriegsende

Die gesprengte Kanalbrücke an der Recklinghäuser Straße im Mai 1945.

Die gesprengte Kanalbrücke an der Recklinghäuser Straße im Mai 1945.

Foto: Bildarchiv Stadt Herne

Herne.  75 Jahre nach Kriegsende laden Archäologiemuseum und „Bündnis Herne“ zu einer digitalen Gedenkveranstaltung mit Filmen, Interviews und Musik.

Das LWL-Museum für Archäologie in Herne nimmt am Samstag, 9. Mai, mit einem eigenen Live-Programm am bundesweiten Gedenktag zum Ende des Zweiten Weltkriegs teil. Im Rahmen der „Glänzenden Aktionstage“ des Bündnisses „Die Vielen“ („Glänzen statt Ausgrenzen“) zeigt das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) gemeinsam mit dem „Bündnis Herne“ Filme, Interviews und Musik rund um die Themen Geschichte des Endes des Zweiten Weltkriegs, Erinnerungskultur und Demokratie.

Das Programm läuft ab 12.30 Uhr auf Facebook und Youtube.

Premiere für das LWL-Museum

„Wir übertragen erstmals ein mehrstündiges Programm live in den digitalen Raum“, erklärt Doreen Mölders, Leiterin des LWL-Museums. Zwischen 12.30 und 15.30 Uhr sendet das dreiköpfige Moderatoren-Team um Mölders und André Burmann vom LWL-Archäologiemuseum sowie Mirjam König vom „Bündnis Herne“ live aus dem Museumscafé. Die LWL-Archäologen Sven Spiong und Manuel Zeiler, der Stadthistoriker Ralf Piorr und Martin Domke vom „Eine Welt Zentrum Herne“ werden zu Gast sein oder über Video live eingespielt.

Sie geben Einblicke in lokale und regionale Projekte, die sich auf unterschiedliche Weise mit der Aufarbeitung des Nationalsozialismus und den Endjahren des Zweiten Weltkriegs befassen. „Ziel der Aktion ist es, sowohl der Opfer des Zweiten Weltkriegs zu gedenken als auch ein offenes ,Europa der Vielen’ zu feiern“, so Mölders.

Augenmerk liegt auf Einrichtungen in Herne

Das Hauptaugenmerk des Programms liegt dabei auf Ereignissen und Einrichtungen in Herne und im Ruhrgebiet. „Zeitzeugenberichte und der digitale Besuch ausgewählter Orte machen Geschichte lebendig“, erklärt König. „Sie stehen als Mahnmal dafür, dass sich Krieg, Zwangsarbeit, Konzentrationslager und Ausgrenzung niemals wiederholen.“ Die Zuschauer sind eingeladen, sich online mit Fragen und Kommentaren zu beteiligen. Diese fließen live in die Sendung ein.

Verschiedene Herner Einrichtungen und Vereine haben für den Tag Beiträge erstellt, unter anderem das Stadtarchiv Herne, die DGB-Geschichtswerkstatt (Digitales Geschichtsbuch für Herne und Wanne-Eickel) und der „Förderkreis Mahn- und Gedenkstätte Polizeigefängnis Herne“. Buchvorstellungen und Live-Musik des Herner Blues- und Rockmusikers Edy Edwards ergänzen das Programm.

Archäologen steuern Erkenntnisse bei

„Darüber hinaus stellen wir auch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Archäologie vor. In Filmen zeigen wir Funde aus dem Konzentrations-Außenlager Witten-Annen und neue Ergebnisse zu Ausgrabungen der LWL-Archäologie für Westfalen in Warstein und im ehemaligen Stammlager Stalag 326 in Schloß Holte-Stukenbrock“, so André Burmann, wissenschaftlicher Volontär des LWL-Museums und Programmleiter der Veranstaltung.

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