Porträt

Peter Neumann-van Doesburg will OB in Herne werden

Herne hat viele schöne Orte, sagt CDU-Kandidat Peter Neumann-van Doesburg (58). Einer davon: der Teich im Volksgarten Eickel.

Herne hat viele schöne Orte, sagt CDU-Kandidat Peter Neumann-van Doesburg (58). Einer davon: der Teich im Volksgarten Eickel.

Foto: Ralph Bodemer

Herne.   Peter Neumann-van Doesburg kam als Kind aus Hamburg ins Ruhrgebiet. Nun will der 58-Jährige Oberbürgermeister von Herne werden.

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Den Volksgarten Eickel, den mag Peter Neumann-van Doesburg besonders. Und dort vor allem den Teich. Da kreucht und fleucht es, jetzt im Sommer besonders, die bunte Blütenpracht rund ums Nass hat es ihm angetan. Davor: der schattenspendende Gang mit dem Pflanzendach, unter dem die Bänke zum Verweilen einladen. Eine Oase mitten in der Stadt. Gleich um die Ecke, an der Reichsstraße, wohnt der CDU-Kandidat seit fast zehn Jahren, das Wahlkampfauto steht vor seinem Reiheneckhaus. Und obwohl er einen eigenen Garten hat, ist der 58-Jährige gern im Volksgarten, schlendert vorbei an Minizoo und Spielplatz, pausiert am Teich. Gern mit Frau und den Jüngsten.

Typisch für Herne

Der Volkspark Eickel, sagt er, sei typisch für Herne. Er zeige, dass es viel Grün gebe in der Stadt: „Angesichts der großen Bevölkerungsdichte brauchen wir uns da nicht zu verstecken.“ Herne, fügt er an, sei „eine schöne Stadt“, und „jeder Stadtteil hat etwas zu bieten“. Deshalb lebe er gerne in Herne. Geboren in Hamburg, aufgewachsen in Gladbeck, nennt sich Neumann-van Doesburg einen bekennenden Ruhrgebietler: „Ich liebe die Menschen hier mit ihrer besonderen Art.“ Um anzufügen: „Das ist meine Wellenlänge.“

Dennoch will er etwas verändern. „Die vielen schönen Orte werden oft nicht richtig gepflegt“, kritisiert er. Beispiel: der Teich. Direkt vor Kopf thront ein unansehnliches Verbotsschild, „Betreten der Eisfläche verboten!“ steht da zu lesen zwischen Aufklebern und Graffiti. Unterzeichnet ist das Ganze mit „Der Oberbürgermeister“. Und den, Horst Schiereck, will Neumann-van Doesburg ablösen, wenn der in Ruhestand tritt. Auch, um solche Ärgernisse abzuschaffen: „Trotz aller Finanznot müssen wir das schöne Bild Hernes erhalten und, wo nötig, verbessern.“ Er betont: „Der Gesamteindruck Hernes leidet.“ Dort, am Teich, aber etwa auch an der Akademie oder an vielen Straßen. Hohes Gras hier, wucherndes Unkraut dort, sagt er.

Für den Chefsessel im Rathaus sieht er sich gut gerüstet, dafür habe er viel Erfahrung gesammelt. Neumann van-Doesburg hat Theologie in Bochum und Wuppertal studiert, seine erste Pfarrstelle hatte er im Sauerland, wollte aber zurück ins Ruhrgebiet. 33 Jahre alt war er, als er 1989 nach Crange kam, dort Pfarrer in der evangelischen Kirchengemeinde wurde. „Persönliche Umstände“, sagt er, führten ihn 2004 in den Kirchenkreis Recklinghausen, er wurde Gemeindepfarrer in Marl, zog privat von Crange erst nach Sodingen, dann nach Eickel. Um die Jugend kümmert er sich als Gemeindepfarrer, sein Schwerpunkt liegt im Seniorenbereich. Zuletzt begleitete Neumann-van Doesburg eine Seniorengruppe zu einer Freizeit auf Borkum. Als OB, sagt er, sei er mehr Verwaltungsbeamter, will also das Rathaus führen, gerne mit frischem Wind, aber dennoch politisch aktiv bleiben: „Ich will meine Ideen einbringen.“

Ziel ist zunächst die Stichwahl

Dass ein CDU-OB in einer „roten“ Stadt wie Herne keine Selbstverständlichkeit ist, das ist ihm durchaus bewusst: „Mein Ziel ist die Stichwahl, dann ist alles möglich.“ Dass es drei Kandidaten gebe, sei gut für die Demokratie, meint der Stadtverordnete. Um gleich die Werbetrommel zu rühren. Die CDU habe in der Kooperation mit der SPD gezeigt, dass sie pragmatisch arbeiten könne und weniger ideologisch sei. Gemeint sind: die Grünen. So will auch der OB Neumann-van Doesburg sein: pragmatisch, nicht ideologisch.

Fragebogen

Meine erste Amtshandlung als Oberbürgermeister:Als „Erster Bürger der Stadt“ beanspruche ich die Aufgaben des Bürgerbeauftragten, weil ich als OB wissen muss, wo den Bürgern der Schuh drückt. Und ich verfolge genau die Protokolle der Beschwerdestellen.


Meine wichtigste Aufgabe als Oberbürgermeister: den Blickwinkel der Bürger behalten und das Image der Stadt Herne positiver gestalten.


Mein ganz persönlicher Lieblingsort in Herne: Da gibt’s viele, u. a. Siedlung Teutoburgia, Gysenberg, Schloss Strünkede, Kanal im Bereich Künstlerzeche und Brücke, Erzbahntrasse, Sportpark und Eickeler Park, natürlich die Cranger Kirmes und mein eigenes Zuhause.


Der schlimmste Schandfleck in Herne: Gibt’s auch mehrere: Problemhäuser und Schrottimmobilien, Teile der Düngelstraße.


Ein passender Slogan für Herne: „Herne ist ‘ne schöne Stadt!!!“ Das ist nicht nur mein Slogan, sondern tiefe Überzeugung!


Schalke 04 oder Borussia Dortmund: Da schlägt mein Herz zunächst regional: Hauptsache Ruhrgebiet, mit Neigung zu S04, aber in meinem Garten wehen Schalke- und BVB-Fahne, weil meine Kinder mehr zu Borussia neigen. Fan ja, aber von Fanatismus halte ich auch da nichts.


Politisches Vorbild: Von vielen etwas. Kann ich nicht an einer einzelnen Person festmachen.


Meine größte Stärke: Kann gut zu- und hinhören und auf Menschen eingehen und motivieren. Wenn ich was mache, mache ich es ganz, mit viel Begeisterung und Herz. Meine Stimme.


Meine größte Schwäche: Stärken können immer auch zur Schwachstelle werden. Manchmal kann zuviel Begeisterung und Herzblut schädlich sein/werden.
Mein Lieblingsbuch: die Bibel.


Mein Lieblingsfilm: Qualitativ schwer zu überbieten ist der Film „Luther“.


Meine Lieblingsfarbe: Zurzeit orange.


Mein Lieblingstier: Ich habe 40 Jahre lang Vögel gezüchtet. Am liebsten habe ich Kakadus, und von denen Molukken- und Inkakakadus, darüber hinaus die australische Vogelwelt. Von den Hunden: Bearded Collies.


Mein persönlicher Traum vom Glück: Im Moment: OB von Herne werden.

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