Wohnen

Schimmel schlägt auf die Gesundheit eines Mieters

Schimmel in der Küche: Hans-Jürgen Neumann hat Probleme mit Feuchtigkeitsschäden. Fotos:Joachim Hänisch

Schimmel in der Küche: Hans-Jürgen Neumann hat Probleme mit Feuchtigkeitsschäden. Fotos:Joachim Hänisch

Herne.   Hans-Jürgen Neumann klagt über feuchte Wände in Küche und Klo. Seine Vermieterin sagt, sie kümmere sich um den Wasserschaden.

Hans-Jürgen Neumann (67) hatte schon seit längerer Zeit leichte Probleme mit seinen Bronchien, aber vor einigen Woche, so erzählt er, musste er sich ein Atemspray zulegen, damit er besser Luft bekommt. Schimmel in seiner Wohnung sei dafür mitverantwortlich, vermutet der Rentner, und sein Wohnungsnachbar Andreas Prezniczek (71) pflichtet ihm bei. Hier müsse endlich etwas passieren, sagen die beiden ehemaligen Bauschlosser.

Schwarze und braune Spuren in Küche und Badezimmer sind unübersehbar, es müffelt in der 45-Quadratmeter-Wohung an der Hauptstraße in Eickel, obwohl Fenster offenstehen, um ordentlich durchzulüften. Auch Prezniczek nebenan hat Fenster geöffnet, hat die gleichen Probleme. Er wohnt seit elf Jahren an der Hauptstraße.

„Ich habe immer wieder Feuchtigkeitsschäden“, klagt Neumann, der seit 40 Jahren die Wohnung im dritten Stock des Mehrfamilienhauses gemietet hat. Besonders schlimm sei es aber seit März dieses Jahres.

Auf seiner Toilette sieht es nicht gerade wohnlich aus. Ein Lüftungsschacht steht offen, ein Kabel, das zu einer Steckdose führt, baumelt von der Decke. „Es waren schon verschiedene Versicherungen hier und haben sich den Schaden angeschaut, eine schiebt die Abwicklung auf die andere“, kritisiert Neumann. Immer wieder seien auch Handwerker erschienen, aber nur sehr kurz. „Die haben mich vertröstet, und dann war nichts mehr von ihnen zu sehen.“ Neumanns Vermieterin aus Bochum wehrt sich: „Herr Neumann kann doch nicht behaupten, da tut sich nichts“, sagt die Frau, der mehrere Mietshäuser gehören. „Wir hatten dort zweimal hintereinander an verschiedenen Stellen einen Wasserrohrbuch“, erläutert die Immobilienbesitzerin.

Vorarbeiten wurden erledigt

Das Gebäude sei schließlich alt, Baujahr 1936. Es seien mehrmals Handwerker da gewesen, ein Trockenbauer und ein Installateur. Die ersten Vorarbeiten seien erledigt worden. Das Problem: „Es dauert halt, bis wir das Haus wieder trocken haben.“ Der Lüftungsschacht liege ungünstig. Mit der Versicherung gebe es Probleme, weil der Mieter das Laminat selber verlegt habe. Und: „Wir können dort kein Trockengerät aufstellen, das macht doch einen Riesenlärm“, so die Vermieterin. Sie weist auch daraufhin, dass Neumann nur 285 Euro Warmmiete bezahle, das sei ein äußerst fairer Preis. Neumann reicht es trotzdem: „Hier wird doch nur Flickschusterei betrieben“, sagt er.

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