Entwicklungshilfe

Abiturienten helfen Afrika

Monika Jaschik und Niklas Tschersich unterstützen Brunnenprojekt in Uganda und leisten damit nachhaltige Entwicklungshilfe.

Monika Jaschik und Niklas Tschersich unterstützen Brunnenprojekt in Uganda und leisten damit nachhaltige Entwicklungshilfe.

Foto: Cornelia Merkel

Iserlohn.   Iserlohner unterstützen Brunnen-Bauten in Uganda und leisten damit nachhaltige Entwicklungshilfe.

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„Die Initialzündung kam durch Christine Löprich vor drei Jahren“, beschreibt Monika Jaschik, dass sie das Entwicklungshilfe-Engagement einer jungen Iserlohnerin für nachahmenswert fand. „Mich hat das begeistert und meine Familie ebenfalls.“

Die Iserlohnerin, die mittlerweile in London lebt und für eine Consultingfirma arbeitet, engagiert sich in der ehrenamtlichen Hilfsorganisation „2aid“. Über einen Bericht in unserer Zeitung griff sie die Idee auf. „So wurde ich aufmerksam auf 2aid.org, eine junge deutsche Initiative, die Spenden sammelt und Brunnen in Uganda errichtet, um dort für sauberes Trinkwasser zu sorgen.“

Spendernamen werden auf dem Brunnen verewigt

Familie Jaschik hat mittlerweile einen Brunnen finanziert: Kostenpunkt damals 2100 Euro. „Er steht seit drei Jahren in Nguse im Mittelwesten Ugandas. 1400 Menschen können davon nachhaltig profitieren“, erklärt die Iserlohnerin, die sich zudem in der Iserlohner Flüchtlingsarbeit ehrenamtlich engagiert. Ihr Familienname wurde auf dem Brunnen verewigt, wie sie mit einem Foto belegt. „Irgendwann möchte ich auch mal dahin reisen und ihn vor Ort sehen.“

Monika Jaschik und ihre Tochter Marion steckten Niklas Tschersich an. Mit 50 Mitschülerinnen und Mitschülern machte er sein Wirtschaftsabitur am Berufskolleg des Märkischen Kreises. „Wir kamen auf die Idee, mit Geld aus unserer Abikasse und einer Spendenaktion auf unserem Abiball Gutes zu tun“, schildert der 21-jährige Iserlohner, dass er die glücklichen Abiturienten und ihre Familien sowie Lehrer überzeugen konnte, rund 3000 Euro für „2aid.org“ zu spenden. Der Student zeigte Fotos von Menschen aus Uganda, von denen ein Viertel der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Wasser hat. Krankheiten sind die Folge, weiß Monika Jaschik aus Berichten der Non-Profit-Organisation: „90 Prozent der 30 000 Todesfälle, die wöchentlich in Folge von verunreinigtem Wasser und unhygienischen Lebensbedingungen auftreten, betreffen Kinder unter fünf Jahren“, steht in einem Bericht der Hilfsorganisation.

„BK Iserlohn Abi 2018“ steht auf dem neuen Brunnen

Der Brunnen der Abiturienten erhält die Aufschrift „BK Iserlohn Abi 2018 und entsteht in der Kabikanga-Gemeinde. „Über 800 Menschen bekommen dort Wasser“, weiß Handelsmanagement-Student Niklas Tschersich. „Die Dorfbewohner werden geschult, wie die Brunnen gebaut und repariert werden und welche Hygienemaßnahmen sein müssen. Das Dorf hat dadurch die Möglichkeit, sich zu entwickeln. Die Menschen bauen dort Mais und Bohnen an.“Er will Fotos davon in der Schule präsentieren, um für diese Idee weiter zu werben.

Wie Pfarrer Jürgen Löprich aus der Versöhnungs-Kirchengemeinde erklärt, wird seine Tochter als Mitglied von „2aid“ im November die nächste Brunnenprojektreise nach Uganda unternehmen. Seine ganze Familie steht hinter der Idee, mit der dort Hilfe zur Selbsthilfe geleistet wird: „Drei Brunnen gehen auf das Konto der Familie Löprich.“ Sein Sohn Niclas unterstützte sie durch Benefiz-Konzerterlöse mit seiner Bigband, seine Frau verkaufte Handarbeiten, und seine Schwiegermutter verzichtete auf Geld bei ihrem Geburtstag. Auch das Jugendcafé „Checkpoint“ habe die Idee aufgegriffen und Geld für einen Brunnen zusammenbekommen. „Sollten Leute Interesse haben, stelle ich gerne den Kontakt her“, erklärte Pfarrer Jürgen Löprich. Er ist erreichbar unter 02371/24472.

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