Kindergarten

Alle Kinder lieben „Tante Hilla“

Die Kinder und die Kolleginnen der Kita St. Christopherus werden Hildegard Muth-Stock vermissen, die jetzt in den Ruhestand geht.

Die Kinder und die Kolleginnen der Kita St. Christopherus werden Hildegard Muth-Stock vermissen, die jetzt in den Ruhestand geht.

Foto: Cornelia Merkel

Sümmern.   Die Kindergärtnerin aus Leidenschaft verabschiedet sich in den Ruhestand.

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„Mit Hilla lebte der Kindergarten“, weiß Erzieherin Katrin Mandock. Ihre langjährige Kollegin Hildegard Muth-Stock hört nach rund 45 Jahren als Kindergärtnerin in der katholischen Tageseinrichtung St. Christopherus in Sümmern auf. „Sie hat auch meine Kinder betreut. Wenn Hilla kommt, strahlen und leuchten viele Kinderaugen. Sie lebte schon immer für den Kindergarten“, sagt Katrin Mandock. „Zusammen mit unserem Team, Britta Schmidt, Justine Kowalski, Petra Sengelaub, Natascha Kreises, Vanessa Perla und Kimberli Senger waren wir immer wie eine große Familie. Wir hatten ein liebevolles Urvertrauen zueinander.“

Das kann Hildegard Muth-Stock bestätigen, die manchmal auch Kinder mit nach Hause zum Spielen oder zum Einkaufen mitnahm: „Mein Mann war manchmal schon fast eifersüchtig“, gesteht die leidenschaftliche Kindergärtnerin und Mutter eines nunmehr erwachsenen Sohnes.. „Als mein Sohn Timo zur Schule ging, bin ich dann mit einer Dreiviertelstelle etwas kürzer getreten.“

Mit liebevollem Respektund Toleranz begleitet

Wie viele Mädchen und Jungen sie in ihrem erfüllten Berufsleben betreute? „Hilla und Mathe“, lacht die scheidende Kindergärtnerin. Sie schätzt: „Mehr als 1000 Kinder habe ich mit liebevollem Respekt und Toleranz begleitet.“ In der Rückschau betont „Tante Hilla“: „Ich habe dem lieben Gott immer gedankt, dass meinen Kindern nie was ganz Schlimmes passiert ist. Ich liebe meinen Beruf , der mir in die Wiege gelegt worden ist“, sagt die Sümmeranerin, die mit vier Geschwistern groß wurde. Sie trägt das Herz auf dem rechten Fleck: „Elite, Chic und Trallala sind nicht mein Ding. Die Kinder dürfen so sein, wie sie wollen, sie zeigen uns auch, wie wir sind.“ Ehrlichkeit ist ihr ganz wichtig. So kehrte sie nicht unter den Teppich, dass die Polizei sie einmal erwischt hat, als sie nicht angeschnallt mit dem Auto gefahren war. Die Kinder haben sie dann getröstet.

Ihre Kolleginnen lieben an ihr besonders ihren Humor. „Sie ist lustig und für jeden Spaß zu haben, wie sie auf vielen Karnevalsfeiern mit witzigen Verkleidungen gezeigt hat“, erzählt Katrin Mandock. „Sie ist Dichterin, Geschichtenerzählerin und unsere Festplatte, was Lieder und Anekdoten angeht.“

Beim Schützenfest treffe sie häufig noch die Väter ihrer ehemaligen Kindergartenkinder, die sie mit „Tante Hilla“ ansprechen.

Am Sonntag verabschiedet die katholische St.-Gertrudis-Gemeinde die beliebte 63-jährige Erzieherin im Gottesdienst um 9.30 Uhr. Mit dem Sohn und ihrer Nachbarin backt sie für den anschließenden Gemeindeempfang Kuchen am Stiel. „Mein Sohn ist ein begnadeter Koch, der hilft mir immer“, zeigt sie ihren Mutterstolz.

Was sie jetzt für Pläne hat? „Ich bin naturverbunden, werde mit dem Reiten anfangen, freue mich auf Waldspaziergänge und den Kaffee frühmorgens im Garten.“

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