Soziales

Corona kann Drogenberatung nicht stoppen

Bei der Vorstandssitzung der Drobs haben die Mitglieder die aktuelle Lage in der Beratung besprochen.

Bei der Vorstandssitzung der Drobs haben die Mitglieder die aktuelle Lage in der Beratung besprochen.

Foto: Privat / IKZ

Iserlohn.  Über das Telefon oder Video bekommen die Klienten Hilfe. Drobs sorgt zusätzlich für Essensversorgung

In Zeiten von Corona hat sich, wie in vielen anderen Bereichen auch, die Arbeit der Drogenhilfe im Märkischen Kreis stark gewandelt. Nicht erst seit der Mitte März ausgesprochenen Kontaktsperre in NRW hat sich die Drobs an allen drei Standorten (Iserlohn, Lüdenscheid und Werdohl) auf die Pandemie vorbereitet. Einige Tage und Wochen zuvor wurde bereits auf einen Mindestabstand zwischen den Personen innerhalb der Räumlichkeiten geachtet. Zudem wurden Desinfektionsmittel in ausreichender Menge vordem hohen Preisanstieg beschafft. Vor kurzem berichtete der Drobs-Geschäftsführer Stefan Tertel dem Vorstand von den Herausforderungen der letzten Wochen.

Seit Mitte März gelangt man in die Räumlichkeiten der Drobs nur noch durch eine Schleuse und mit einer Maske, die von den Beratern bereitgestellt werden. Plexiglaswände für die persönliche Beratung stehen bereit. Außerdem wird die Drobs innerhalb der nächsten Wochen einen VW-Bulli mit eingebauter Trennwand gespendet bekommen, damit Klienten beispielsweise zur Substitution und zu Entgiftungskliniken begleitet werden können.

Klienten der Drogenberatung gehören der Risikogruppe an

Die Beratung von Klienten und Angehörigen findet dennoch momentan noch fast ausschließlich telefonisch oder per Video statt. Die Klienten der Drogenberatung gehören aufgrund ihrer Abhängigkeitskrankheit der Risikogruppe an und sind daher in den letzten Wochen sehr isoliert gewesen. Die Möglichkeit der Telefon- und Videoberatung war für die Meisten ein guter Weg, um in Kontakt zu treten, so ist die Resonanz zur Videoberatung äußerst positiv ausgefallen. In Lüdenscheid war ein Klient sogar so dankbar dafür, dass die Drogenberatung als eine der wenigen Hilfeangebote weiterhin durchgängig geöffnet hat, dass er den Mitarbeitern vor Ort einen großen Präsentkorb übergab.

Der Vorsitzende des Drobs-Trägervereins Volker Schmidt, zugleich Fachbereichsleiter für Gesundheit beim Märkischen Kreis: „Es ist beeindruckend, dass die Drobs Videoberatung nutzen kann; wir wissen, dass fast alle Klienten ein Smartphone haben und diese weitere Form der Beratung für sich ausprobieren können.“

Über 8000 Euro an Spenden erreichen die Drobs

Dass viele gemeinnützige Institutionen ihre Pforten schließen mussten, bemerkten insbesondere die Streetworker der südlichen Iserlohner Innenstadt sehr zeitnah, da sie plötzlich von vielen Menschen mit Hunger umgeben waren. Kurzerhand hat die Drobs Essenspakete bereitgestellt und verteilen diese noch heute fast täglich.

Der Drobs-Förderverein rief dazu umgehend zu Geldspenden auf und war überwältigt von der großen Anteilnahme und dem Zusammenhalt der Bürgerschaft. Bis heute gingen insgesamt 8000 Euro an Spendengeldern ein, die die Verteilung der Essenspakete auch in den nächsten Wochenermöglichen werden. Die Drobs möchte sich an dieser Stelle auch im Namen aller Betroffenen und Helfenden für die großzügigen Spenden bedanken.

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