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Da stecken Döner und Pommes drin

Der Krimi-Autor Michael Wagner ist großer Roosters-Fan.

Der Krimi-Autor Michael Wagner ist großer Roosters-Fan.

Foto: Stefan Janke

Iserlohn.   Michael Wagner hat zwei große Leidenschaften: Das eine ist Eishockey, oder besser : Es sind die Iserlohn Roosters. Und das andere ist das Schreiben. Jetzt hat der Mann mit sauerländischen Wurzeln seinen ersten Kriminalroman herausgebracht. Gleich bei einem renommierten Verlag.

Es ist das Wochenende des Michael Wagner. Als Erstes darf er am Freitagabend in der Eissporthalle miterleben, wie „sein“ Verein, also die Roosters, gegen München knapp gewinnen, und nur zwölf Stunden später lächelt ihm ein druckfrisches Exemplar seines Erstlings-Romans, der gerade am Freitag erschienen ist, aus dem Regal der Buchhandlung im Stadtbahnhof entgegen. „Das war schon ein großartiges Gefühl, nach so vielen Jahren Arbeit das fertige Buch im Laden zu sehen“, sagt Michael Wagner, der in Schalkmühle geboren wurde, heute in Nordhessen als PR-Mann für ein großes Unternehmen arbeitet, regelmäßig in die Waldstadt kommt, um die Roosters bei ihren Heimspielen anzufeuern, und jetzt unter die Autoren gegangen ist. „Lünsch-Mord“ heißt sein Roman, ein Krimi, der natürlich in Wagners Heimat spielt, dem märkischen Sauerland.

„Da stecken jede Menge Döner und Pommes drin“, erzählt der 48-Jährige. Denn die meisten der 288 Seiten hat Wagner nicht etwa in seinem Arbeitszimmer geschrieben. Vielmehr diente ihm eine belebte Imbissbude über lange Zeit als ideale Schreibwerkstatt. Bei dem Gewusel um ihn herum habe er gut abschalten können, erklärt er. Sechs Jahre hat Wagner an seinem Buch geschrieben, doch die Geschichte war schon viel länger in seinem Kopf. „Den Plot hatte ich schon 20 Jahre mit mir herumgetragen, doch ich habe es immer wieder vor mir her geschoben, endlich mit dem Schreiben anzufangen, mal hatte ich keine Zeit, mal fehlten die Ideen “, sagt Wagner. Irgendwann aber war der Bann gebrochen, und Wagner fand immer mehr Gefallen daran, das aufzuschreiben, was ihm Spaß macht, eine „zweite Wirklichkeit zu erschaffen“, wie er es ausdrückt.

Protagonisten mit ganz unterschiedlichem Charakter

Und in dieser zweiten Wirklichkeit des Kriminalromans spielen zwei unterschiedliche Charaktere die Hauptrolle. Da ist der Frührentner Theo Kettling, die „personifizierte Verzagtheit“, und auf der anderen Seite Lieselotte Larisch, eine resolute, pensionierte Schuldirektorin, die Theo hilft, einem vermeintlichen Serienmörder auf die Schliche zu kommen. Die Ermittlungen der beiden führen zunächst überall hin, nur nicht zum Mörder, bis sie auf ein Ereignis stoßen, das weit weg in der Vergangenheit des Sauerlandes liegt.

Als einen „Fünfer im Lotto“ bezeichnet es der Autor, das der renommierte Verlag „Bastei Lübbe“ von seinem Erstlingswerk angetan war und es in einer Auflage von zunächst 5000 Exemplaren auf den Markt gebracht hat. „Als Anfänger hat man es ohnehin schon schwer, einen Verlag zu finden, da stehen die Chancen eins zu tausend“, weiß Wagner, der sich sogar in Autoren-Ratgebern schlau gemacht hatte. „Was da drin stand, hat mich erstmal geerdet“, sagt er. Trotzdem hatte er das Glück, gleich einen großen Verlag zu finden.

Kettling und Larisch gehen bei Bastei Lübbe in Serie

Und der beabsichtigt sogar, mit den beiden Protagonisten Kettling und Larisch in Serie zu gehen. Deshalb steckt Michael Wagner auch schon in den Vorbereitungen für sein zweites Buch, bei dem er nun systematischer vorgehen will, als bei seinem ersten, das er schon so lange „fertig im Kopf hatte“. Diesmal wird nämlich mit Flipchart gearbeitet, um Handlungsstränge besser entwickeln und zeitsparender arbeiten zu können.

Übrigens: Eine besondere Beziehung verbindet den Hessen auch weiterhin mit der Waldstadt. „Seitdem ich einen Führerschein habe bin ich zu den Eishockey-Spielen nach Iserlohn gekommen. Und auch wenn ich mal pausieren musste, kam doch immer wieder die Liebe zum Verein hoch“, sagt Wagner, der natürlich eine Dauerkarte (Block Y) besitzt. Und seit neuestem ein Relikt, auf das er schon seit Jahren scharf war und jetzt besonders stolz ist: Einen historischen ECD-Schal, auf dem Werbung für ein grünes Buch prangt. „Das waren noch Zeiten“, sagt Michael Wagner und freut sich schon aufs nächste Heimspiel.

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