Ortsleben

Das Dilemma, wenn nur wenige die Last tragen

Eckard Hagemann (li.) und die Vertreter der lokalen Politik beim Bürgergespräch in der Grundschule Lichte Kammer.

Eckard Hagemann (li.) und die Vertreter der lokalen Politik beim Bürgergespräch in der Grundschule Lichte Kammer.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Busverkehr, Bürgerservice und Kultur: Beim Bürgergespräch in Heide/Hombruch kamen viele der Themen auf den Tisch, die die Menschen bewegen.

Bürgertreff, Bürgersprechstunden, VHS-Kurse, Kultur, der Sachstand beim Stadtentwicklungskonzept „Iserlohn 2040“ und vieles mehr – zwei Jahre sind vergangen seit dem letzten Bürgergespräch der Initiative Heide/Hombruch. Themen zum Bereden gab es also reichlich, neun Vertreter der lokalen Politik waren der Einladung gefolgt.

Punkt eins auf der Tagesordnung der Diskussionsthemen: ein Bürgertreff im Quartierstreff. Denn: Zwar nutzen diesen viele junge Leute, auch gibt es eine aktive Stadtteilgemeinschaft hier, wie Angela Plötz (CDU) betont. Vornehmlich besteht letztere jedoch aus älteren Menschen, wie an diesem Abend auch die rund 50 Besucher in der Grundschule Lichte Kammer.

Doch Jugendliche, Frauen mit Migrationshintergrund und andere – die erreicht man nur selten für gemeinsame Veranstaltungen. „Die Stadt kann da aber nur Räume geben, da ist ehrenamtliches Engagement gefragt“, sagt Harald Eufinger (Grüne) – und bringt auf den Punkt, was wohl in ganz Iserlohn ein Pro­blem ist, dass nämlich vieles oft an wenigen hängt. Immerhin: Am 9. November soll ein Vorweihnachtsfest im Treff stattfinden, das auch noch beworben werden soll. „Wir brauchen mehr Kümmerer“, wird ein Besucher später sagen.

In Bezug auf Punkt zwei der Tagesordnung, ein städtisches Bürgerbüro für Heide/Hombruch, macht Alexander Langguth (Blaue Fraktion) den Besuchern wenig Hoffnung. „Die finanzielle Lage der Stadt ist schlecht, außerdem nutzen auch ältere Menschen für diese Angelegenheiten immer mehr das Internet.“

„Die Frage ist: Wie oft müssen Sie wirklich ins Rathaus, weil es hier kein Büro gibt“, argumentiert Hans Immanuel Herbers (UWG-Piraten). Tendenz also: unwahrscheinlich.

Dann vielleicht ja eine regelmäßige Sprechstunde, eine Art Forum mit Politik, Verwaltung und Ehrenamtlichen? „Klar ist, ein Büro mit regelmäßigen Öffnungszeiten wird es eher nicht geben“, glaubt Volker Keitmann (SPD). Doch stundenweise sei so etwas denkbar – mit dem Quartierstreff als passendem Standort. Auch Angela Plötz hält dies für denkbar. Heiner Hofmann von der Initiative fordert vehement regelmäßige Treffen. Clemens Bien (SPD) bringt auf den Punkt, was bei der Politikerrunde aber Tenor zu sein scheint: „Anlassbezogen ist das gut, dann kann man auch die Verwaltung und deren Wissen dazu holen. Wir müssen einen Mix finden.“ Alexander Langguth appelliert, sich neue Formate zu überlegen, um auch jüngere Menschen anzusprechen.

Eine gute Nachricht für Heide/Hombruch: Die VHS ist offen für das Anliegen der Initiative, hier Kurse anzubieten. Gymnastik, Garten und Integrationsangebote – so lautet die erste Idee. „Dass man hier aber dauerhaft ein Stelle besetzen kann, daran habe ich Zweifel“, schränkt Hans-Georg Renzel (CDU) ein. „Was keinen großen technischen Aufwand verlangt, ist sicher möglich“, macht Harald Eufinger Hoffnung.

Detlef Köpke (FDP) regt an, Veranstaltungskalender für die Ortsteile und ein Buch mit Infos zu Heide/Hombruch für Grundschüler zu produzieren, so wie es das auch in Sümmern bereits gibt – und stößt auf einhellig positive Resonanz.

Rückblick offenbart auch viele Erfolge

Im Anschluss wird diskutiert. Anwohner Holm Roch ärgert sich über die mangelnde Koordination von Bus und Bahn am Wochenende. „Wenn ich aus Dortmund komme, komme ich um fünf nach an, der Bus fährt um zwei nach voller Uhrzeit.“ „Das zu koordinieren ist schwer“, verteidigt Harald Eufinger die MVG. Kommt der Bus hier früher, verpasst an anderer Stelle jemand den Anschluss. Hans Immanuel Herbers wünscht sich darum, dass die Stadt das Busnetz übernimmt.

Zu Beginn der von Lichte-Kammer-Schulleiter Dietmar Werner moderierten Veranstaltung hatte Eckard Hagemann von der Initiative auf die Veranstaltung 2017 zurückgeblickt. Zwar wurde vieles, was gefordert wurde, nicht umgesetzt, doch konnten in Bezug auf die Absenkung von Bordsteinen, die Beleuchtung am Heidebad und die Wegesituation an der Grundschule auch viele Erfolge verbucht werden.

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