Engagement

Einsamer Kampf gegen den Knöterich

Reinhard Jobs,

Reinhard Jobs,

Foto: Tim Gelewski

Iserlohn.   Den Aufruf von Reinhard Jobs zur Verschönerung des Rupenteichs hatten im Netz Hunderte diskutiert. Mithelfen wollte am Ende aber fast niemand.

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Vor ein paar Wochen wird es dem Iserlohner Reinhard Jobs zu bunt, beziehungsweise zu struppig: Als bei Facebook eine Reihe schöner Bilder vom Rupenteich gepostet werden, stellt er selber ein paar aktuelle Aufnahmen vom unteren Teich ein. Sie zeigen ein trostloses Bild. Ein trockener Teich, Bauzaun, Gestrüpp. „Schade, ist doch eigentlich der schönste Teil vom Stadtwald“, schreibt er dazu. In der Folge diskutieren zu diesem und weiteren Posts gut hundert Menschen. „Wir Iserlohner sollten zusammenhalten und was machen“, schreibt eine Frau. Andere pflichten bei.

„Das war hier früher immer mein Revier“

Gesagt, getan: Bei einem Gespräch mit dem städtischen Beigeordneten Thorsten Grote im Rathaus erfragt Reinhard Jobs, ehemals Ratsmitglied für die UWG-Piraten und vielseitig engagiert, wie man helfen könne. Die Antwort von Grote: Man könne doch dem japanischen Riesenknöterich zu Leibe rücken, der sich am unteren Teich schnell ausbreitet und heimische Arten verdrängt.

Jobs startet einen Aufruf bei Facebook und in der Heimatzeitung. Zum Aktionstermin am Donnerstag kommen: Paul Kleine, ein Freund von Reinhard Jobs, und Christian Gernert vom SIH, der Unterstützung zugesagt hat.

„Das ist natürlich wirklich schade“, sagt Jobs – lässt sich aber von der dürftigen Resonanz nicht entmutigen. Sogleich beginnen die Männer ihren einsamen Kampf. Der Knöterich ist seit April auf fast zwei Meter Größe gewachsen, verdeckt den Blick auf die Teichfläche. „Und er kann Bienen anders als heimische Arten nur bedingt als Weidefläche dienen“, erklärt Christian Gernert.

Über mehrere Meter schneiden Reinhard Jobs und Paul Kleine entlang des unteren Teichs die Böschung frei. Der SIH will den Knöterich-Schnitt am Freitag abtransportieren. „Früher war das hier mein Revier“, erklärt Reinhard Jobs sein Engagement für die Pflege von Teich und Stadtwald. Aufgewachsen ist er am Grüner Weg, ging ganz in der Nähe zur Schule. Trotz der fehlenden Unterstützung überlegen Jobs und Paul Kleine nun, die Aktion zu wiederholen.

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