Internet-Versorgung

Fleckentferner auf der Internet-Landkarte

Projektleiter Tilo Deckert

Projektleiter Tilo Deckert

Foto: Josef Wronski/IKZ

Kalthof/Iserlohn.  Der Ortsteil Kalthof, dessen Bewohner seit Jahren über Surf-Geschwindigkeiten wie zu Tagen des Internet-Anfangs klagen. Am Donnerstagabend informierte die TKG interessierte Kalthofer gemeinsam mit dem Anbieter Unitymedia über den Stand der Dinge in Sachen Infrastruktur und sich hieraus ergebende Möglichkeiten zum Anschluss an die technische Gegenwart.

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Sieben „weiße Flecken“ mit unzureichender Internet-Versorgung sind auf dem Iserlohner Stadtplan verzeichnet, den die Verwaltung der TeleKommunikationsGesellschaft Südwestfalen (TKG) zur Verfügung gestellt hat. Das erste Zielgebiet der professionellen Fleckentferner auf Waldstadt-Boden: Der Ortsteil Kalthof, dessen Bewohner seit Jahren über Surf-Geschwindigkeiten wie zu Tagen des Internet-Anfangs klagen. Am Donnerstagabend informierte die TKG interessierte Kalthofer gemeinsam mit dem Anbieter Unitymedia über den Stand der Dinge in Sachen Infrastruktur und sich hieraus ergebende Möglichkeiten zum Anschluss an die technische Gegenwart.

Optimierung der Infrastrukur vor Investitionen

„Das soll auf keinen Fall eine Werbeveranstaltung für die Firma Unitymedia werden“, betonte Baudezernentn Olaf Pestl bei der Begrüßung der Zuhörer in der Jakobuskirche. Dass deren Verteter bei der Informationsveranstaltung anwesend waren, war einem einzigen Umstand geschuldet, wie Tilo Deckert, Projektmanager bei der TKG, erläuterte: Unitymedia habe in Kalthof neben dem Platzhirsch Telekom ebenfalls ein gut ausgebautes Netz und sei daher erster Ansprechpartner der TeleKommunikationsGesellschaft gewesen. Denn bevor die TKG als Unternehmen der öffentlichen Hand Steuergeld für Investitionen ausgibt, bemühe sie sich darum, bereits vorhandene Netz-Infrastruktur zu optimieren.

Im Kalthofer Fall ein vergleichsweise einfaches Unterfangen, zumal die Klagen über die Internet-Steinzeit wohl zu einem guten Teil auf Informationsdefizite im Zusammenhang mit „Unitymedia“ beruhen. „Viele potenzielle Kunden kennen unser Angebot überhaupt nicht“, so Firmen-Sprecher Schubert. Tatsächlich sei „Unitymedia“ heute mehr als nur ein Kabelfernsehanbieter. Das Unternehmen biete mittlerweile neben TV-Diensten auch schnelle Internetzugänge via Glasfaserkabel ebenso wie Telefonanschlüsse an. Und anders als noch vor wenigen Jahren, als Internet und Telefon nur in Kombination mit TV-Diensten bereitgestellt wurden, können Kunden heute Unitymedia-Dienstleistungen nach ihren individuellen Wünschen bestellen. In Iserlohn, so Schubert, erreiche das Unternehmen 38000 Haushalte, 1020 davon in Kalthof. „Und wenn es Eigentümer gibt, die in den von uns betreuten Gebieten keinen Kabelanschluss im Haus haben, können wir den problemlos für rletiav geringe Kosten nachträglich bereitstellen.“

„In Kalthof sind wir nur die Vermittler“, erklärt Tilo Deckert die Rolle der TKG. Für die Gesellschaft letztlich die problemloseste Aufgabenstellung. Deckert: „Es gibt keinen Grund für Investitionen unsererseits, wenn Infrastruktur bereits vorhanden ist und Betreiber zudem die Bereitschaft zeigen, auf potenzielle Kunden zuzugehen.“

Politischer Auftrag zur Standortentwicklung

In anderen Fällen trete die TeleKommunikattionsgesellschaft allerdings durchaus investitiv auf. Dabei werde dann im Gegensatz zu privaten Anbietern ein sehr langer Amortisationszeitaum gewählt, um das neue Netz dann an einen potenziellen Betreiber verpachten zu können. Deckert: „Unsere politische Aufgabe ist es, die Standortentwicklung voranzutreiben und damit auch Wirtschaftsförderung zu betreiben.“

Iserlohn sei für die in fünf Kreisen aktive TKG ein ausgeprochen interessantes Pflaster, da mit der Stadtwerke-Tochter Telemark ein kommunaler Kooperationspartner zur Verfügung stehe. „Mitte Mai werden wir uns mit den dort Verantwortlichen zusammensetzen, um über die weitere Projektlage im Stadtgebiet zu sprechen.“ Nicht jeder weiße Fleck werde jedoch so einfach so beseitigen sein wie Kalthof, ist sich der Diplom-Verwaltungswirt sicher. „es gibt sicherlich auch Bereiche, in denen wir über Funklösungen nachdenken müssen, weil Kabelverlegung dort wirtschaftlich nicht darstellbar wäre.“ Zeitliche Wunderdinge will Projektmanager Deckert ebenfalls nicht versprechen: „Auch Funklösungen sind nicht von heute auf morgen zu realiseren. Man muss damit rechnen, dass nur das Verfahren zur Anbringung von Antennen auf vorhandenen Masten der Deutsche Funkturm GmbH gut und gerne sechs Monate dauern kann.“

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