Duloh

„Ich kann den Schäfer verstehen“

Ulrike Baumert und Wilma Scholz gehen seit vielen Jahren im Duloh spazieren und haben kein Problem mit dem Schäfer.

Ulrike Baumert und Wilma Scholz gehen seit vielen Jahren im Duloh spazieren und haben kein Problem mit dem Schäfer.

Foto: Carolin Meffert

Iserlohn/Hemer.  Vor einer Woche hat Hund Samu sein Leben verloren, nachdem er im Duloh überfahren wurde. Die Meinungen zu diesem Vorfall driften weit auseinander.

Seit einer Woche ist Samu, der Golden Retriever, tot. Er starb im Duloh, vom Auto des Schäfers Peter Kuhlmann angefahren. Ist der Schäfer ein guter Hirte, oder geht er zu rigoros gegen Hunde und ihre Halter vor, weil die freilaufenden Tiere seine Schafe gefährden? Eine Frage, die zahlreiche Leserinnen und Leser der Heimatzeitung beschäftigt. Wir haben uns umgehört im Naturschutzgebiet zwischen Iserlohn und Hemer.

Die Iserlohnerinnen Wilma Scholz (84) und Ulrike Baumert (79) gehen bereits seit vielen Jahren mit ihren Hunden täglich im Duloh spazieren und sind daran gewöhnt, dass der Schäfer dort hin und wieder mit seiner Herde weidet. Die beiden Frauen sind sich einig: „Der Schäfer ist im Recht.“ Besonders die Tatsache, dass freilaufende Hunde zuvor schon Schafe gerissen hatten, bekräftigt ihren Eindruck.

Ulrike Baumert erzählt: „Vor ein paar Jahren habe ich es miterlebt, dass ein freilaufender Hund eines der Schafe in den Hals gebissen hat. Da kann ich es sehr gut verstehen, dass der Schäfer uns Hundebesitzer nicht besonders gut leiden mag.“ Wilma Scholz und Ulrike Baumert haben jahrelange Erfahrungen mit Hunden. Für sie ist es selbstverständlich, dass die Hunde an die Leine genommen werden, wenn die Schafe auf den Wiesen unterwegs sind.

„Beide Seiten hätten mehr Rücksicht aufeinander nehmen müssen“, sagt Wilma Scholz über den Vorfall und fügt hinzu: „Aber der Schäfer bezahlt dafür, dass er hier mit seinen Schafen sein darf, dann ist er auch der Chef hier auf den Wiesen.“

Doch nicht alle Hundebesitzer sind auf der Seite des Schäfers. Stefan Horstmann (55) hat von dem Schäfer kein positives Bild. „Vor etlichen Jahren bin ich mit dem Schäfer aneinander geraten. Ich hatte damals meinen ersten Hund, und der ist damals leider in die Schafsherde hinein gelaufen. Der Schäfer ist daraufhin extrem ausfallend geworden und hat nach meinem Hund geschlagen.“ Dass der Schäfer in der vergangenen Woche mit seinem Geländewagen zu schnell unterwegs gewesen sei, könne sich der 55-Jährige gut vorstellen, denn er selbst habe schon oft miterlebt, dass er deutlich schneller als Schrittgeschwindigkeit gefahren sei.

Elektrischer Zaun isteine Gefahr für Kinder

Nicht nur eine Gefahr für Hunde, sondern auch für Kinder sei der elektrische Zaun, den der Schäfer über Nacht aufstellt, um seine Tiere zusammenzuhalten, denn Warnhinweise gäbe es keine, sagt Ute Donovan, die unsere Zeitung vergangene Woche auf den Unfall aufmerksam machte. Sie verfolgt die Berichterstattung und meldet sich erneut bei der Redaktion. „Ich habe gesehen, wie ein Kleinkind diesen Zaun berührt hat und danach schrecklich geweint hat. Hätte es einen Warnhinweis gegeben, hätte der Vater sein Kind vermutlich gar nicht in die Nähe des Zaunes gelassen“, erinnert sie sich an das Ereignis.

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