Brandschutz

Keine Veranstaltungen mehr im Rathaus I

Das Weihnachtskonzert der Musikschule im Rathausfoyer wird dort vorerst

Das Weihnachtskonzert der Musikschule im Rathausfoyer wird dort vorerst

Foto: Archiv

Iserlohn.   Der anstehende Abriss der Schillerplatzbrücke wirkt sich auch auf die Brandschutzproblematik aus.

Der in diesem Jahr erforderliche Abriss der Schillerplatzbrücke berührt auch das Thema Brandschutz im Rathaus I. Eine Konsequenz ist, dass ab sofort keine Veranstaltungen wie Basare, Schützen- oder Karnevalsempfänge mehr im Rathaus stattfinden können. Das teilte gestern Stadtbaurat Thorsten Grote in einem Gespräch mit unserer Zeitung mit. Zugleich betonte er aber, dass der reguläre Rathaus- und Sitzungsbetrieb nicht von der Problematik betroffen sei. Auch sei es durchaus bekannt gewesen, dass man im Rathaus I brandschutztechnisch nicht optimal aufgestellt sei. Wegen der angedachten Komplettsanierung des Gebäudes seien aber umfassende Umbauten in Richtung Brandschutz zurückgestellt worden. Und dadurch, dass das Rathaus unter Denkmalschutz gestellt worden ist, sei auch dieses Thema noch viel komplizierter geworden. Aber der Reihe nach.

Maximal denkbare Besucherzahl entscheidend

2011, so Grote, „haben wir uns entschlossen, ein Brandschutzkonzept für das Rathaus I zu erstellen.“ Das sei wegen des Bestandsschutzes nicht zwingend notwendig gewesen. Da es sich aber nun mal um ein wichtiges öffentliches Gebäude handele, habe man sich für diesen Weg entscheiden. Schon damals hätten sich Veranstaltungen als Knackpunkt herausgestellt. Denn Brandschutzmaßnahmen, so Grote, hätten sich an den maximal denkbaren und nicht an erwartbaren Besucherzahlen orientieren müssen. Der Bau eines turmartigen Außentreppenhauses wäre möglicherweise fällig gewesen. „Sehr teuer und optisch ein abstruses Bauwerk“, verdeutlichte Grote die damals vorherrschende Skepsis. Und als nach dem Assmann-Gutachten eine Vorentscheidung für eine Totalsanierung des Rathauses getroffen wurde, seien dann ohnehin aufwendigere Umbauten zurückgestellt worden. Die bislang stattfindenden Veranstaltungen habe man auch noch deshalb rechtfertigen können, da über Haupteingang und Schillerplatzbrücke ein guter Fluchtweg bestanden habe. Und der entfällt eben mit dem Abriss der Brücke. Und da mittlerweile auch jeglicher Fahrzeugverkehr auf der Schillerplatzbrücke unterbunden wird, sei es nicht einmal mehr möglich, einen Rettungswagen zum Haupteingang des Rathauses zu schicken. Auch deshalb die Entscheidung: keine Veranstaltungen mehr im Rathaus I.

Und wie geht es nun grundsätzlich weiter mit dem Rathaus I? „Zunächst haben wir uns nach den Erfahrungen rund um die Schillerplatzplanungen dazu entschlossen, auch für das Rathaus I ein umfassendes Baugrundgutachten in Auftrag zu geben“, berichtet Stadtbaurat Grote. So sollen bei späteren Planungen böse Überraschungen ausgeschlossen werden. Aber selbst wenn das Baugrundgutachten – im Sommer sollen die entsprechenden Bohrungen stattfinden – keine Hindernisse aufkommen lässt, wird es keine einfachen Lösungen geben. Denn dann so Grote, müsse erst einmal untersucht werden, inwieweit es unter den Auflagen des Denkmalschutzes überhaupt möglich ist, eine wirtschaftlich vertretbare Lösung zu finden, die dann auch die gewünschten bautechnischen Verbesserungen (Energieverbrauch etc.) mit sich bringt. Grote zieht hier Paralleln zu Gebäuden der Uni Bochum. Auch sie stehen unter Denkmalschutz, wiesen aber einen sehr hohen Sanierungsbedarf auf. Eine Sanierung im Bestand mit den gewünschten Ergebnissen erwies sich aber als bautechnisch nicht realisierbar. Ergebnis: die Gebäude wurden abgerissen und neu aufgebaut, unter Beibehaltung der Silhouette der Ursprungsbauten. Aber zurück zum Rathaus: Wegen der Unwägbarkeiten will Grote hier keinen Zeitplan nennen. Ohnehin sieht er das Rathaus-Thema zeitlich hinter den Projekten Schillerplatz und auch Wissens-Campus angesiedelt.

Unabhängig davon werde am Brandschutzthema weiter gearbeitet. So sollen Fluchtwege besser ausgewiesen werden, außerdem Mitarbeiter zu Brand- und Fluchthelfern ausgebildet werden. Auch sogenannte Brandlasten sollen entfernt werden. Damit gemeint sind beispielsweise Schränke auf Fluren.

Abriss an Wochenendenin den Herbstferien

Einen etwas klareren Blick gibt es inzwischen zum bevorstehenden Abriss der Schillerplatzbrücke. Der soll in drei Phasen erfolgen: Zunächst wird das Brückencafé zurückgebaut, danach Pflaster, Bänke etc. entfernt. Als letzter Schritt erfolgt dann der eigentliche Abriss der Brücke. Da dazu eine Vollsperrung des Theodor-Heuss-Rings und eine Sperrung von Schillerplatzparkhaus und Karstadt-Anlieferung notwendig sein wird, soll dieser nach Möglichkeit in Etappen an den drei Wochenenden in den Herbstferien erfolgen. Dazwischen könnten die Beschränkungen jeweils wieder aufgehoben werden, so Grote. Sofern die Politik nichts anderes beschießt, wird es danach eine Behelfsbrücke zwischen Rathaus und Schillerplatz geben. Die soll aber nicht in der Weihnachtszeit, sondern Anfang 2020 gebaut werden. Die vorhandenen Pfeiler im Mittelstreifen sollen dabei genutzt werden. In der Zwischenzeit wird ein Fußgängerüberweg eingerichtet.

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