Bildung

Kräftiger Anschub für die digitale Schule

Ein Tablet für jeden Schüler und auch Lehrer – so soll es eines Tages möglichst in Iserlohn aussehen. Am 15. Juli muss der Schulausschuss aber zunächst die Weichen für schnelles Netz stellen.

Ein Tablet für jeden Schüler und auch Lehrer – so soll es eines Tages möglichst in Iserlohn aussehen. Am 15. Juli muss der Schulausschuss aber zunächst die Weichen für schnelles Netz stellen.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Iserlohn.  Ein Teil der Forderungen der Schulgemeinschaft wird kurzfristig erfüllt. Doch es gibt noch Hürden.

Das ging jetzt schnell: Seit einigen Tagen erst ist die Drucksache für den Schulausschuss online, die die Forderungen der Iserlohner Schulen in Sachen Digitalisierung zum Thema hat. Dienstgeräte für alle Lehrer, Office-Lizenzen, eine einheitliche Lernplattform, möglichst gleiche Bedingungen für alle Schulen – so lauteten die Kernforderungen (wir berichteten).

Nun ist ein Teil der Vorlage bereits wieder obsolet. Denn: Die Landesregierung hat als Reaktion auf Corona und geschlossene Schulen nun angekündigt, 350 Millionen Euro für die Digitalisierung zur Verfügung zu stellen. Unter anderem sollen 220.000 Endgeräte erworben werden. Für bedürftige Schüler – und für die Lehrer.

„So ist das Leben“, sagt ein erfreuter Schuldezernent Martin Stolte angesichts einer nun im positivem Sinne überholten Drucksache und angesichts des Tempos, das das Land nun vorlegt. Allerdings: „Der Verteilmaßstab ist noch nicht klar“, mahnt Stolte in Bezug auf die „bedürftigen“ Schüler. Für jene, auf die dies nicht zutrifft, werden in der Drucksache Mietkaufmodelle mit Monatsraten zwischen 12 und 16 Euro vorgeschlagen. Die Schüler dürften die Geräte, zwei bis drei je Schullaufbahn wären nötig, dafür aber auch privat nutzen.

Beim Thema Office-Lizenzen läuft das Prüfverfahren. Bei der gewünschten einheitlichen Lernplattform zeichnet sich eine vom Land angestrebte Festlegung auf „Logineo“ ab, die ausgebaut werden soll.

Politik soll jetzt über Leitungsausbau entscheiden

Für die Stadt Iserlohn und die Politik steht nun in der Sache im Schulausschuss (15. Juli) indes eine wichtige Weichenstellung in einem anderen Bereich an. Aus der aus dem „Digitalpakt NRW“ zur Verfügung stehenden Fördersumme von 3,7 Millionen Euro (plus 10 Prozent Eigenanteil) sollen nun als erstes „großes Paket“, wie Stolte sagt, Internet-Kabel modernisiert werden. Denn: Dies fordert die Bezirksregierung Arnsberg. Beziehungsweise zumindest ein verbindliches Konzept und Kostenpläne objektbezogen für jede einzelne Schule. Erst danach fließt Geld. Nicht als große Gesamtsumme, sondern nach und nach. Planung, Handwerker und Materialkosten sind für das schnelle Netz förderfähig. Angedacht ist, hier einen externen Dienstleister zu beauftragen.

Ein zweites „großes Paket“ würde dann Displayboards oder interaktive Beamer beinhalten – je nach Schulwunsch. In begrenzter Form könnten von den Millionen außerdem weitere Endgeräte etwa für Klassensätze angeschafft werden.

„Natürlich können wir nicht alle 24 Schulen gleichzeitig machen“, sagt Stolte angesichts der anstehenden Kabelarbeiten. Bis Ende 2024 ist Zeit für die Umsetzung von Maßnahmen aus dem „Digitalpakt“. Beamer, WLAN und anderes – hier soll es aber deutlich schneller gehen. „Man wird noch dieses Jahr einige neue Dinge sehen“, kündigt Stolte an.

Neben städtischen Mitteln steht Geld aus drei Fördertöpfen für die Digitalisierung der Schulen zur Verfügung. Theoretisch. „Es ist gut, dass es das gibt“, sagt Stolte. „Aber es ist eine wahre Kunst, das intelligent zu nutzen.“ Weil es Überschneidungen förderfähiger Bereiche gibt. Und weil das Land Förderbedingungen fast schon notorisch spät verkündet.

Und so ist die Umsetzung des „Digitalpaktes“, den es seit rund fünf Jahren gebe, aus Sicht von Stolte eher unbefriedigend. Uneinigkeit über die Verteilung bei Bund und Ländern – und eine immense Erwartungshaltung an die Kommunen, wenn Fördersummen verkündet würden. Bis diese allerdings fließen, könne es dauern.

Und selbst wenn: „Mal schauen, wie es läuft, wenn alle gleichzeitig kaufen wollen“, denkt Stolte an mögliche Lieferengpässe etwa bei Tablets. Auch müssten die notwendigen Fortbildungen tausender Lehrer koordiniert werden.

Dennoch ist der Schuldezernent optimistisch: „Im Ergebnis wird das am Ende für die Schulen ein Riesensprung werden.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben