Städtepartnerschaft

Laventie grüßt Schwarz-Rot-Gold

Wir sind noch da! Dieses Signal sendeten die französischen Freunde mit diesem Foto nach Sümmern.

Wir sind noch da! Dieses Signal sendeten die französischen Freunde mit diesem Foto nach Sümmern.

Foto: Privat / IKZ

Sümmern/Laventie.  Das gemeinsame Treffen zwischen Sümmern und Laventie ist wegen Corona geplatzt, mit den Gedanken ist man aber nah beieinander.

In Sümmern gibt es über Pfingsten immer einen Termin, der fast schon den Status eines Brauchtums erlangt hat. Seit nunmehr 52 Jahren treffen sich im Rahmen der Städtepartnerschaft Menschen aus Laventie und Sümmern über das Pfingstwochenende – immer abwechselnd, einmal in Frankreich, dann wieder in Sümmern. Und Sümmern wäre in diesem Jahr der Ausrichter des Treffens gewesen. Es ist schon zu erahnen: Wegen der Corona-Pandemie war an einen Besuch der Franzosen im Kirschblütendorf nicht zu denken. „Da fehlt einfach etwas, wir sind wie in ein Loch gefallen“, beschreibt Komiteevorsitzender Wilfried Bösterling die Gefühlslage der Sümmeraner „Aktivisten“ in Sachen Städtepartnerschaft.

Nachholtermineventuell im Herbst

Es wird nun überlegt, das Treffen im Herbst nachzuholen. Am Freitag trafen sich Mitglieder des Partnerschaftskomitees von Laventie um Bürgermeister Jean-Philippe Bonnaert, um sich zumindest gedanklich mit der intensiven Freundschaft mit Sümmern zu beschäftigen. Vor der Kirche stellten sie sich auf und schwenkten Deutschlandfahnen. Eine schöne Geste. Die zurückliegenden Wochen waren in Laventie von erheblichen Einschränkungen geprägt. „Die Menschen waren in Laventie regelrecht eingekesselt“, berichtet Bösterling von dem, was er aus Frankreich gehört hat. Bekanntlich haben in Frankreich wesentlich schärfere Ausgangs- und Kontakt-Beschränkungen gegolten als in Deutschland.

Auch bis zuletzt, so Bösterling, gebe es noch weiterreichende Beschränkungen. So durften die Menschen sich maximal 100 Kilometer vom Wohnort entfernen. Unabhängig von den Beschränkungen an der französisch-deutschen Grenze hätte allein das schon eine Fahrt nach Sümmern unmöglich gemacht. Nun, so Bösterling, gebe es aber auch in Laventie nach und nach weitere Lockerungen. Über die Intensität des Infektionsgeschehens in der französischen Partnergemeinde liegen Wilfried Bösterling derweil keine genaueren Informationen vor.

Sauerland statt Tourdurchs Münsterland

Ganz geruht hat das Partnerschaftsgeschehen dann auch in Sümmern nicht. So brach man am Freitag zur traditionellen Radtour auf. Zielpunkt sollte gemeinsam mit den französischen Gästen das Münsterland sein. Nun ging es ohne Gäste ins Sauerland. Über Fröndenberg und Möhnesee war Enkhausen das Ziel, wo dann nach 66 Kilometern Fahrt übernachtet wurde. Am Samstag führte der Weg über Neheim zurück nach Sümmern, wie Komiteemitglied Theo Graf berichtet. Der stieg wegen Knieproblemen ausnahmsweise nicht selbst in den Sattel, begleitete aber die Tour. Es waren schöne Erlebnisse, der Austausch mit den französischen Freunden hat dann aber doch gefehlt.

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