Weihnachtsmarkt

Leuchten ohne Sterne und Kometen

Stadtmarketingleiter Dirk Matthiessen präsentiert einen der beleuchteten Drahtringe.

Stadtmarketingleiter Dirk Matthiessen präsentiert einen der beleuchteten Drahtringe.

Foto: Cornelia Merkel / IKZ

Iserlohn.  Das Stadtmarketing verspricht dennoch einen Markt mit vielen weihnachtlichen Symbolen.

Der Abschied vom Konzept „Märchenhaftes Iserlohn“ und die Präsentation einer neuen Weihnachts-Beleuchtung ohne „Sterne und Kometen“ sowie die Ankündigung, mit dem thematischen Oberbegriff Europa arbeiten zu wollen, hat bisweilen etwas aufhorchen lassen. Soll der Iserlohner Weihnachtsmarkt etwa von christlicher Symbolik befreit werden, aus welchem Grunde auch immer? Da kommt von Stadtmarketingleiter Dirk Mat­thiessen und seinem Projektleiter Weihnachtsmarkt, Robin Beckmann, ein klares „Nein“. Es werde geschmückte Tannen geben und beispielsweise zwei beleuchtete Großfiguren mit Weihnachtsmann und Rentier. Vom Stadtmarketing würden aber eben auch neue Ideen und Ansätze erwartet. Und das, so Mat­thiessen, bedeute dann eben auch Veränderungen. Und die werde es auch geben.

Früh, so Matthiessen, sei man im Arbeitskreis Stadtmarketing zu einer Einigung gekommen, mit dem Konzept des „Märchenhaften Iserlohns“ so nicht weiter machen zu wollen. Vieles, so beispielsweise die Figuren, hätten „verbraucht“ gewirkt. Der Konzeptansatz Europa biete die Chance, neue kulturelle und gastronomische Angebote zu etablieren. Weihnachtliche Traditionen anderer europäischer Länder würden da vielfältige Ansätze bieten. Matthiessen kündigte aber auch an, dass der kommende Weihnachtsmarkt eine Art Übergangscharakter haben werde. Bei der ersten Auflage des neuen Konzeptes werde es wohl noch nicht gelingen, alle Angebote und alle Programmpunkte auf das Motto „Europa“ abzustimmen. Es solle, so Matthiessen, ein Anfang sein, der dann von Jahr zu Jahr weiterentwickelt werde.

60 Ringe werden imersten Schritt angeschafft

Zur neuen Beleuchtung: Mit den Drahtringen, Herzstück der neuen Beleuchtung, wolle man Bezug nehmen auf die enorme Bedeutung des Drahtes in der heimischen Industriegeschichte. Und es habe eben die Überlegung gegeben, eine Beleuchtung anzuschaffen, die auch bei anderen Großveranstaltungen zum Einsatz kommen kann. Deshalb keine „Sterne und Kometen“. Es solle aber eben auch Weihnachtsbeleuchtung sein. Deshalb, so Robin Beckmann, werde die neue Beleuchtung auch nicht durchgängig das ganze Jahr über hängen.

Die 60 Ringe, die im ersten Schritt angeschafft werden, sollen über die Laternen in der Fußgängerzone verteilt werden, allerdings noch nicht an jeder Laterne. Für Laarstraße und Von-Scheibler-Straße soll es zudem eine überspannende Beleuchtung geben, ebenfalls mit einem Drahtring als bestimmendes Element. Erste Fortschritte gebe es bereits beim Ansatz, die neue Beleuchtung zu vermarkten. Für 500 Euro können Händler oder Institutionen eine „Lichtpatenschaft“ für ein Jahr übernehmen. Mit einem Schild an dem entsprechenden Masten wird dann auf das Engagement aufmerksam gemacht. Unter lichtpaten-iserlohn.de gibt es einen Übersichtsplan, welche Laternenmasten bestückt werden. Interessierte, so Robin Beckmann, können dort auch sehen, welche Masten noch „frei“ sind. Zwölf Drahtringe sind inzwischen vermarktet. Ergänzt wird das Beleuchtungskonzept durch Lichterketten an allen Bäumen der Fußgängerzone.

Außergewöhnlich seien auch die beiden erwähnten Großskulpturen mit Weihnachtsmann und Rentier. Diese seien rund drei Meter hoch und durchaus interaktiv. Über einen Buzzer können von Besuchern zusätzliche Beleuchtungselemente aktiviert werden. Sicherlich ein interessantes Fotomotiv, befinden Beckmann und Matthiessen. Als Standorte wurden der Bereich Reformierte Kirche und die Ecke Unnaer Straße/Wasserstraße ausgewählt. Damit, so Dirk Matthiessen, wolle man unterstreichen, dass sich der Weihnachtsmarkt nicht nur auf den Alten Rathausplatz abspielen soll. Vielmehr habe man das Karree Wermingser Straße/Von Scheibler-Straße, Wasserstraße und Unnaer Straße im Blick. Und an der Wasserstraße soll es auch noch zusätzliche Hütten geben, die von Vereinen oder anderen Gruppen belegt werden können, auf Wunsch auch nur an bestimmten Wochenenden. Es gibt noch Kapazitäten, Interessierte können sich unter stadtmarketing@iserlohn.de melden.

Beginnen soll der Iserlohner Weihnachtsmarkt am 21. November und dann nach einer eintägigen Pause am 24. November (Totensonntag) durchgängig bis zum 29. Dezember geöffnet bleiben. Mit einer kleinen weiteren Einschränkung: Am 25. und 26. Dezember gibt es eine weitere Unterbrechung. Die Verlängerung begründet Matthiessen damit, in der für den Handel so wichtigen Zeit „zwischen den Tagen“ ebenfalls mit dem Weihnachtsmarkt präsent zu sein. Und es solle vermieden werden, genau in dieser Zeit mit einem unruhigen Abbau des Marktes zu stören.

Der Balkon des AltenRathauses wird zur Bühne

Jeweils donnerstags, freitags und samstags von 18 bis 20 Uhr soll es künstlerisch-musikalische Angebote geben. Als „Bühne“ soll dabei der Balkon des Alten Rathauses dienen. Solisten oder kleinere Ensembles sollen dort spielen, viele europäische Einflüsse, so Beckmann, sollen sich in einem facettenreichen Programm wiederfinden, unter Berücksichtigung heimischer Akteure. Eine weitere Auftrittsmöglichkeit soll es am historischen Riesenrad geben, das erstmals als absoluter „Hingucker“ beim Weihnachtsmarkt dienen soll. Es wird zusätzlich aber auch ein bewährtes klassisches Kinderkarussell geben.

Überhaupt wird es an dieser Stelle auch eine gewisse Kontinuität geben: Die heimischen Schausteller sollen weiterhin das Rückgrat bei der Bestückung des Alten Rathausplatzes bilden. Mit ihnen, so Matthiessen, werde aber über mögliche Verbesserungen gesprochen. Und die Schausteller würden das neue Konzept auch mittragen. Es solle gastronomische Angebote geben, die beispielsweise Einflüsse aus Frankreich oder Italien aufnehmen, vielleicht finde sich ja auch ein finnisches Glühweinrezept, also wieder ein Stück Europa.

Der eingesparte Platz beispielsweise durch den Verzicht auf eine klassische Bühne soll laut Dirk Matthiessen dazu genutzt werden, Themenecken und gemütliche Aufenthaltszonen zu etablieren. Die noch verbleibende Zeit bis zum 21. November wird nun dazu genutzt, weiter an den Angeboten zu feilen, damit der Neubeginn in Sachen Weihnachtsmarkt ein möglichst erfolgreicher wird.

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