Gewalttat

Messerattacke: Parkhaus machte Iserlohner Bahnhof zum Tatort

Die beiden Opfer hatten ihr Parkticket schon entwertet und waren im Begriff abzureisen. Der geständige Täter kam selbst mit dem Auto, das er an einem anderen Ort abgestellt hatte.

Die beiden Opfer hatten ihr Parkticket schon entwertet und waren im Begriff abzureisen. Der geständige Täter kam selbst mit dem Auto, das er an einem anderen Ort abgestellt hatte.

Foto: Michael May / IKZ

Iserlohn.  Nach dem Messerangriff am Iserlohner Bahnhof gibt es neue Erkenntnisse, wie die Tat abgelaufen sein könnte. Die Obduktionen sind abgeschlossen.

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Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zur Gewalttat am Stadtbahnhof konzentrieren sich derzeit auf die Rekonstruktion des Ablaufs und die Umstände des doppelten Tötungsdelikts. Dazu stützen sich die Ermittler auch auf die Mobiltelefone der Opfer und des geständigen Verdächtigen. Die Ergebnisse sollen unter anderem Aufschluss geben über die Frage, ob im Vorfeld des Zusammentreffens eine Verabredung stattgefunden hatte.

Staatsanwalt Nils Warmbold erklärte am Dienstag, der 43-Jährige sei nicht mit dem Zug, sondern mit dem Auto nach Iserlohn gereist – ob am Samstag oder schon vorher, ist noch unklar. Als es zur Konfrontation im Parkhaus kam, seien die beiden Opfer, die 32-jährige Ehefrau des Täters, die sich vor ihm aus Bergisch Gladbach ins Iserlohner Frauenhaus geflüchtet hatte, und ihr neuer Partner (23), ebenfalls aus Bergisch Gladbach, gerade im Begriff gewesen, wegzufahren. „Sie hatten ihr Parkticket schon entwertet.“

Opfer sind obduziert und zur Bestattung freigegeben

Sein eigenes Fahrzeug habe der Täter außerhalb des Parkhauses abgestellt. Zur Frage, ob der 43-Jährige und seine späteren Opfer an diesem Tag schon einmal aufeinandergetroffen waren, lägen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor. Nach Informationen unserer Zeitung besteht die Möglichkeit, dass der 43-Jährige durch die Geburt des Kindes im Bethanien-Krankenhaus Kenntnis vom Aufenthaltsort seines Opfers erlangt hat. Als zu diesem Zeitpunkt rechtsgültiger Ehepartner könnte er dazu ein behördliches Schreiben erhalten haben. „Das kann ich derzeit nicht ausschließen“, kommentierte Warmbold.

Die gerichtsmedizinischen Untersuchungen seien abgeschlossen und die Leichname der Opfer zur Bestattung freigegeben. Die Staatsanwaltschaft prüft noch, ob Merkmale für eine Anklage wegen Mordes vorliegen. In diesem Fall könnte der 43-Jährige zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt werden.

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