Heimat-Sprechstunde

Niemand muss mit Schwindel leben

Die Heimat-Sprechstunde mit Dr. Axel Bünemann

Die Heimat-Sprechstunde mit Dr. Axel Bünemann

Foto: Stefan Janke / IKZ

Iserlohn.  Dr. Bünemann wirbt in der „Heimat-Sprechstunde“ für tiefgehende Ursachenforschung.

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Schwindel kann sich auf vielfältige Weise äußern. Während einige Betroffene das Gefühl haben, sie würden Karussell fahren, wird anderen auf der Rolltreppe schwindelig. Wieder andere klagen darüber, dass alles um sie herum schwankt. Und er kann die unterschiedlichsten Ursache haben. Das bestätigt auch Dr. Axel Bünemann, Chefarzt der Inneren Abteilung am St.-Elisabeth-Hospital in Iserlohn: „Eben weil auch so viele Organsysteme ursächlich sein können“. Der meiste Schwindel, so Dr. Bünemann, gehe aus vom Gleichgewichtsorgan. „Der Mensch ist ja ein aufrecht gehendes Wesen und ist von daher darauf angewiesen, dass eben dieses Gleichgewichtssystem ausnehmend gut funktioniert. Kleinste Störungen können sich dabei schon echt bemerkbar machen.“

Bekannt ist auch, dass die Häufigkeit von Schwindel im Alter deutlich zunimmt, auch wenn es schon Formen gibt, die in bereits jüngeren Jahren auftreten. Unerforscht bzw. wissenschaftlich nicht belegt sei, so Dr. Bünemann, ob eher Frauen oder Männer „schwindeln“. „Ich vermute aber mal, dass das ausgeglichen ist.“

Eine der wichtigsten Fragen an den Arzt lautet natürlich: Muss der Betroffene am Ende mit Schwindel leben? Und die Antwort von Dr. Bünemann ist zunächst einmal Mut machend: „Das muss man nicht, aber aufgrund der Vielfältigkeit der Problematik muss der Arzt eine genaue Ursachenforschung betreiben.“ Immer wieder tauchen in dem Themenzusammenhang Diagnosebegriffe auf. Zum Beispiel der „Drehschwindel“. Dr. Bünemann: „Das ist in etwa Gefühl des Karussellfahrens bzw. der Zeit nach so einer Fahrt.“ Der andere Typ ist der „Schwankschwindel“, der am ehesten mit einer Bootsfahrt vergleichbar ist. Und „Morbus Meniere“? Eine noch nicht genau erforschte Innenohr-Störung, die zu einem über Stunden anhaltenden Drehschwindel mit Tinnitus oder Hörminderung führen kann. Und schließlich noch der gutartige Lagerungsschwindel, der bei plötzlicher Lageänderung des Kopfes auftritt. Wichtig sind bei allen Schwindelarten, zu denen außerdem noch der Migräneschwindel gehört, ein genaues Beschreiben der begleitenden Symptome wie Kopfschmerzen oder Fehlwahrnehmungen.

Die meisten Fälle sind zum Glück harmloser Natur

Schwindel allein, so der Fachmann im Podcast „Heimat-Sprechstunde“, sei noch keine Krankheit, sondern lediglich ein Symptom für unterschiedliche Erkrankungen. Herz-Kreislauferkrankungen mit niedrigem und hohem Blutdruck können ebenso Ursachen sein wie Störungen im Innenohr und in den verarbeitenden Regionen des Gehirns. Auch psychische Ursachen wie Depressionen oder ängstigende Gefühle bei großen Menschenansammlungen sind als Auslöser denkbar. Darum gilt: Plötzlich einsetzende, häufige oder anhaltende Schwindelanfälle sollten unbedingt nach einem Hausarztbesuch von einem Facharzt, einem Neurologen, Internisten, Orthopäden und/oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt tiefergehend abgeklärt werden.

Die medikamentöse Behandlung ist allerdings auch nicht ganz einfach, ist ebenfalls wieder abhängig von der Ursache. „Aber man kann bestimmte Schwindelformen gut mit Cortison behandeln. Oder auch mit Betahistin. Aber das immer erst nach einer genauen Diagnostik.“ In der Frage der nachhaltigen Gefährlichkeit von Schwindel kann Dr. Axel Bünemann auch nur wieder differenzieren. „Die meisten Fälle, mit den wir es zu tun haben, sind in der Tat harmlos. Gefährlich kann es dann werden, wenn es länger anhält oder aber, wenn Begleitsymptome wie Doppelbilder, Schluckstörungen und Sensibilitätsstörungen auftreten. In eher seltenen Fällen kann dann auch ein Schlaganfall als Ursache gefunden werden.

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