Henkelmann

Oldschool-Jazz fasziniert immer noch

Die New Yorker Pianistin und Sängerin Gloria Cooper hatte unter anderem mit Klaus Osterloh (hier am Flügelhorn) starke Partner an ihrer Seite.

Die New Yorker Pianistin und Sängerin Gloria Cooper hatte unter anderem mit Klaus Osterloh (hier am Flügelhorn) starke Partner an ihrer Seite.

Foto: Ralf Tiemann

Iserlohn.  Die New Yorker Pianistin und Sängerin Gloria Cooper begeistert mit ihrem „German Quintett“ im Henkelmann.

Das war auf jeden Fall richtig „oldschool“, was am Freitagabend im Henkelmann geboten wurde – aber wie gut, wie stilvoll und wie hörenswert. Zu Gast war Gloria Cooper, die als Professorin und Direktorin der renommierten „Long Island University“ in New York und mit einer schon in den frühen 70er Jahren begonnenen Bühnenkarriere wie eine Grand Dame des amerikanischen Jazz auftrat – wie eine Bewahrerin der Standard-Schätze des „Real Book“ in ihrer federleichten, verspielten und klassischen Spielart. Als famose Pianistin und Sängerin ließ sie alles, was sie anging, unglaublich leicht und selbstverständlich erscheinen, und stellte nie sich und ihre hochvirtuosen Fähigkeiten, sondern immer die Songs in den Vordergrund.

Nächstes Konzert im Club mit Dortmunder Dozenten

Seit vielen Jahren schon unterhält sie auf Betreiben des Schlagzeugers Marcel Wasserfuhr, der früher selbst an der „Long Island University“ studiert hat, eine „Transatlantic Jazz Connection“, die sie nun zum bereits siebten Mal mit ihrem „German Quintet“ aus Heiner Wiberny (Saxofon), Klaus Osterloh (Trompete und Flügelhorn), Jochen Schaal (Bass) und Marcel Wasserfuhr durch Deutschland touren lässt.

Dass ihr Weg dabei nun zum ersten Mal nach Iserlohn führte, war ein echtes Geschenk für die Iserlohner Jazz-Fans. Die ausgefeilten Arrangements und lockeren, vor Spielfreude und tollen Solo-Einlagen aller Musiker strotzenden Versionen bekannter Standards waren ein absoluter Genuss, der in dieser Form nur in der Live-Situation und der Nähe eines Jazz-Clubs zu genießen ist. Herauszuheben ist da etwa eine hinreißende Version des Marvin-Gaye-Soul-Klassikers „What‘s Going On“, vollkommen unangestrengt in Gesang und Klavierbegleitung und untermalt von einem sanften Bläser-Part aus Flügelhorn und Alt-Saxofon, für den allein sich der Weg in den Henkelmann schon gelohnt hat.

Der Weg lohnt sich sicherlich auch beim nächsten Konzert in den Club: Am Samstag, 9. November, kommen unter dem Titel „Best of Jazz Akademie II“ einige Dozenten der Dortmunder Jazz-Akademie zu Besuch.

Mit Gregory Gyaniar (Klavier), Jörn Brackelsberg (Bass), Benny Mokross (Schlagzeug), Wim Wollner (Saxofon) und Dian Pratiwi (Geasng) tritt nun der „Real Jazz“-Kernbereich der Dortmunder Jazz Akademie im Henkelmann auf. Das Konzert beginnt am 9. November um 20 Uhr, Karten gibt es ab 19.30 Uhr an der Abendkasse.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben