Friedensfest

Planungen für das Jubiläum laufen

Bunt und familienfreundlich statt Punk und Pogo: Das Friedensfestival hat sich verändert, und so soll es auch zum Jubiläum weiter gehen.

Bunt und familienfreundlich statt Punk und Pogo: Das Friedensfestival hat sich verändert, und so soll es auch zum Jubiläum weiter gehen.

Foto: Alexander Platte / IKZ

Iserlohn.  Das Friedensfest wird 30, feiert eine Woche vor dem IBSV und will sich weiter entwickeln.

30 Jahre Friedensfestival – das ist nicht nur eine lange Zeit, das ist vor allem auch eine starke Entwicklung. Denn das anfängliche Image als Gegenveranstaltung zum Schützenfest mit Pogo und Punk hat das Festival längst abgelegt. Wer in den letzten Jahren die drei Festtage auf dem Fritz-Kühn-Platz besucht hat, der wird gemerkt haben, dass es entspannter, familienfreundlicher und bunter zuging – ein alternatives Fest und eine Fest-Alternative, die in seiner Live-Musik-Auswahl, in seinem bunten Angebot, in seiner ökologischen Ausrichtung unter der Prämisse der konsequenten Müllvermeidung und in seiner politischen Aussage- und Anziehungskraft seinesgleichen sucht. Diesen Weg der Veränderungen will die kleine Organisationsgruppe, die sich am Dienstag im Jugendzentrum getroffen hat, weitergehen und ist deswegen schon früher als sonst in die konkreten Planungen für das große Jubiläumsfest zur 30. Auflage im kommenden Jahr eingestiegen und hat die ersten Veränderungen verraten.

Das fängt beim Datum an. „Wir haben uns vom Schützenfest emanzipiert“, sagt Alexander Platte, weswegen die Organisatoren vom traditionellem Termin parallel vom IBSV-Fest am ersten Juli-Wochenende abrückt und nun eine Woche früher vom 26. bis 28. Juni feiern wollen. Vorteilhaft sei dieser Termin auch, weil an diesem Wochenende die Sommerferien erst beginnen, also nicht mit allzu vielen Urlaubsausfällen unter den Helfern zu rechnen ist.

Die Suche nach neuen Helfer und eine Verjüngung des Organisationsteams sind ohnehin das Thema, das die Organisatoren am meisten bewegt. Denn der Nachwuchs bleibt auch hier – wie in nahezu allen Vereinen – weitgehend aus.

Das nächste Festival zum Jubiläum sei gesichert, sagt Attila Manthey, wie es danach weitergeht, sei aber ungewiss. Wichtig sei, dass der Stab irgendwann weitergegeben werde – an jüngere Friedensbewegte. Die Organisatoren seien zusammen mit dem Festival und den Festivalbesuchern älter und reifer geworden. Das sei deutlich spürbar. Und das habe auch gute Seiten. „Wir haben funktionierende Strukturen“, erklärt Detlev Paul, dass neue Kräfte das Rad nicht neu erfinden müssten. Und die Entwicklung des Festivals hin zu einem alternativen Familienfest bringe die Chance mit sich, auch andere und neue Gruppen für die Organisation zu gewinnen.

Die „Fridays“-Bewegung hatte schon einen eigenen Stand

Zudem zeige die Besucherstruktur, dass das Festival auch nach wie vor viele junge Leute anziehe. Was natürlich auch an der politischen Ausrichtung liege. Die „Fridays“-Bewegung habe in diesem Jahr schon einen eigenen Stand gehabt. Und das steigende politische Interesse der Jugend sei auch für das Festival eine gute Nachricht.

Eine weitere Änderung für das kommende Jubiläums-Fest ist der Wunsch, vor dem Stadtmuseum weit weg von der Hauptbühne einen zweiten Bereich zu schaffen, wo in den Umbaupausen Kleinkünstler, Singer-Songwriter oder Poetry-Slammer auftreten können. Daher bitten Organisatoren auch ausdrücklich solche Bühnenkünstler, sich um einen Startplatz beim Festival zu bewerben. Der Einsendeschluss für Bewerbungen ist bereits am 22. November. Erbeten werden möglichst aussagekräftige Bewerbungsunterlagen mit Video- und/oder Tonmaterial.

Gleiches gilt für Bands, die gerne auftreten möchten. Im Jubiläumsjahr sollen zwar auch Publikums-Wünsche von vergangenen Bands erfüllt werden, wozu bereits im Vorfeld über Facebook eine Umfrage lief, die eine Liste von 40 Bands aus der Festival-Geschichte ergeben hat, die jetzt noch kräftig eingedampft werden muss. Nichtsdestotrotz sind natürlich auch für das kommende Jahr Bandbewerbungen aus dem heimischen Raum erwünscht. Wie immer gilt: Keine Gage. Das Motto „Umsonst und draußen“ gilt auch 2020, das komplette Festival ist eine Benefizveranstaltung für die Flüchtlingshilfe. Bewerbungen müssen bis zum 22. November an bewerbung@friedensfestival.de gesendet werden. Weitere Informationen auch zu den Auftrittsmodalitäten gibt es unter www.friedensfestival.de.

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