Abfindungs-Affäre

Staatsanwaltschaft stellt Beweise in Wohnung des Bürgermeisters sicher

Staatsanwaltschaft und Polizei haben am Dienstag im Rathaus Beweise in den Abfindungs-Affäre sicher gestellt, dazu wurden Büros und die Wohnungen von Beschuldigten durchsucht.

Staatsanwaltschaft und Polizei haben am Dienstag im Rathaus Beweise in den Abfindungs-Affäre sicher gestellt, dazu wurden Büros und die Wohnungen von Beschuldigten durchsucht.

Foto: Michael May

Iserlohn.   In den Büros und Wohnungen von Bürgermeister Ahrens und drei weiteren Beschuldigten hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag Beweise gesichert.

Drei Wochen nach der Enthüllung der Abfindungs-Affäre in der Heimatzeitung hat die Staatsanwaltschaft Hagen am Dienstag im Rathaus die Büros von Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens (69, SPD), Kämmerer Michael Wojtek, Bürgermeisterreferent Thomas Pütter und Ex-Personalchef Christian Geis durchsucht.

Gleichzeitig haben Ermittler in den Privatwohnungen des Bürgermeisters und der anderen Beschuldigten im Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue im besonders schweren Fall nach Beweismaterial gesucht. Auch bei Uğur Ünal, 37, ehemaliger Mitarbeiter der Stadt und Politiker der Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Iserlohn“ (GFI), haben Staatsanwaltschaft und Beamte der Polizei Hagen das Haus nach Beweisen durchsucht. Ünal wurde gleichzeitig ein Arrestbeschluss des Amtsgerichts Hagen in Höhe von 250.000 Euro zugestellt. Ein Auto aus dem Besitz des ehemaligen Mitarbeiters der Stadtverwaltung ist beschlagnahmt worden. Damit will die Staatsanwaltschaft „Vermögenswerte sicher stellen, falls sich aus den Ermittlungen ein Anspruch der Stadt Iserlohn auf Rückzahlung des erlangten Geldes ergeben sollte“, wie es von der Staatsanwaltschaft heißt. Die Staatsanwaltschaft hat am Dienstag erklärt, dass der GFI-Politiker Uğur Ünal bislang nicht Beschuldigter im Verfahren sei.

Als die Ermittler am frühen Morgen in den Büros und Wohnungen der Beschuldigten in der Abfindungs-Affäre auftauchen, dürften die Betroffenen nicht überrascht gewesen sein. Seit den Berichten in der Heimatzeitung ist klar, dass die zuständige Staatsanwaltschaft Hagen einen Anfangsverdacht prüft. Zwischenzeitlich hatte die Wählergemeinschaft „Die Iserlohner“ auch Strafanzeige in der Sache gestellt. Offensichtlich haben die Vorermittlungen einen hinreichenden Anfangsverdacht ergeben, so dass die Staatsanwaltschaft Hagen jetzt gegen Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens, den Kämmerer Michael Wojtek, Bürgermeister-Referent Thomas Pütter und den früheren Personalchef Christian Geis ermittelt. Geis ist inzwischen von seinen Aufgaben als Leiter Personal im Rathaus entbunden. Er hatte den umstrittenen Abfindungsvertrag mit dem ehemaligen Beschäftigten Uğur Ünal im Januar 2019 ausgehandelt und unterschrieben. Bürgermeister Peter Paul Ahrens unterzeichnete im März die Auszahlungsanordnung, nachdem Kämmerer Michael Wojtek Kenntnis von dem Vorgang erlangt und die Zahlung verweigert hatte. Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens hat nach zehn Jahren im Amt in Folge des Skandals seinen Rücktritt für September erklären müssen. Die Ratssitzung am Dienstag, in der die Affäre aufgearbeitet werden sollte, hat Vizebürgermeister Thorsten Schick (CDU) geleitet.

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