Einzelhandel

Stadt Iserlohn bietet Karstadt Verzicht auf Miete an

Das Karstadt-Kaufhaus am Schillerplatz: Noch wird um den Erhalt der Iserlohner Filiale gekämpft.

Das Karstadt-Kaufhaus am Schillerplatz: Noch wird um den Erhalt der Iserlohner Filiale gekämpft.

Foto: Michael May / IKZ

Iserlohn/Essen.  Ein Erfolg der Bemühungen um den Erhalt des Kaufhauses in Iserlohn bleibt fraglich. CDU-Generalsekretär setzte sich beim Karstadt-Sachwalter ein.

Im Laufe des Dienstag schien in Sachen „Verbleib von Karstadt“ noch einmal Hoffnung aufzukeimen, aber schließlich blieb es wohl am Ende des Tunnels doch eher dunkel.

Zwischenzeitlich hatte sich auch CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak in die Verhandlungen um den Verbleib des Kaufhauses am Schillerplatz eingeschaltet und in einem direktem Gespräch mit dem Karstadt-Sachwalter Dr. Frank Kebekus versucht, einen für Iserlohn günstigeren Beschluss zu erreichen. Kebekus sprach danach, so Informationen der Heimatzeitung, auch noch einmal direkt mit der Karstadt-Führung. Das tat auch der Beigeordnete Martin Stolte, der derzeit die Führung im Rathaus innehat.

Stolte wie Ziemiak berichteten den Konzern-Verantwortlichen, dass die Stadt zu einem erheblichen Entgegenkommen bei Miete und sonstigen vertraglichen Rahmenbedingungen am Standort Iserlohn bereit seien. Und hatte es am Mittag vielleicht doch noch positiv ausgesehen, kamen am Nachmittag dann eher nicht so gute Signale aus der Vorstandsetage. Zwar wurde die Tür nach Informationen der Heimatzeitung noch nicht vollständig zugeschlagen, allerdings besteht nach Einschätzung aus Verhandler-Kreisen auch nicht mehr die ganz große Hoffnung, die Schließung doch noch verhindern zu können.

Fraktionsvorsitzendenrunde gab die Zustimmung zum Mietverzicht

Um jede nur mögliche Chance zu nutzen, den Karstadt-Standort am Schillerplatz und die damit verbundenen Arbeitsplätze zu erhalten, hatte die Stadt dem vom Gericht bestellten Sachwalter sowie dem von Konzernseite eingesetzten Generalbevollmächtigten Arndt Geiwitz schriftlich das Angebot unterbreitet, das Iserlohner Haus für den Fall des Weiterbetriebs mietkostenfrei zur Verfügung zu stellen, teilte die Stadt am Dienstag mit. Die Fraktionsvorsitzendenrunde hatte den Beigeordneten Martin Stolte demnach am Montagabend ermächtigt, diesen aus städtischer Sicht weitestgehenden Vorschlag in die Gespräche mit dem Konzern einzubringen. Offen bleibe allerdings weiterhin, ob die massiven Bemühungen der Stadt letztlich zu einem Umdenken der Konzern-Verantwortlichen mit Blick auf den Erhalt des Iserlohner Hauses führen werden.

„Die Vorsitzenden der Ratsfraktionen sowie auch die stellvertretenden Bürgermeister haben sich bei dem Treffen am Montagabend ohne Diskussion klar und eindeutig positioniert und lassen keinen Zweifel daran, dass sie Karstadt in Iserlohn erhalten wollen. Dabei geht es nicht nur um den Verbleib eines wichtigen Frequenzbringers für die Innenstadt, sondern mehr noch um die Rettung der Arbeitsplätze der dort zum Teil seit Jahrzehnten beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, wird der Beigeordnete Martin Stolte zitiert. „Nur weil wir Eigentümer des Gebäudes sind, sind wir überhaupt in der Lage, einen solchen Beitrag zu Gunsten des Verbleibs des Kaufhauses leisten zu können.“

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