Lokalpolitik

Verwaltung erkennt das Problem

Die Sitzung des Verkehrsausschusses fand diesmal in der Kantine de Rathauses statt.

Die Sitzung des Verkehrsausschusses fand diesmal in der Kantine de Rathauses statt.

Foto: Stefan Janke

Iserlohn/Rheinen.  Rheinen, im Besonderen die mega-gefährliche Situation an der dortigen Durchgangsstraße, war Hauptthema im Verkehrsausschuss.

Ein paar Klicks in das vor ihm stehende Laptop, und das Mitglied des Verkehrsausschusses hätte seine Frage in Sekunden selbst beantworten können, die er Fachbereichsleiter Christian Eichhorn gerade gestellt hatte. Hauptthema war am Mittwoch in der zum Sitzungssaal umgestalteten Rathauskantine der Stadtteil Rheinen, im Besonderen die mega-gefährliche Situation an der dortigen Durchgangsstraße, wo seit Jahren tagtäglich gerade schwere Lkw mit viel zu hohem Tempo den Engpass zwischen Ortsein- und -ausgang passieren (wir berichteten). Wie lang in Metern die geradeaus führende Straße denn genau sein müsse, um dort Geschwindigkeitsmessungen mit einem Radarwagen durchführen zu können, wollte das Ausschussmitglied von Eichhorn wissen, nachdem dieser ihn und die anderen Fachleute im Verkehrsausschuss bereits hatte wissen lassen, dass ein Sachverständiger Radar-Messungen in Fahrtrichtung an dieser Stelle für nicht realisierbar erklärt hat. Zur Information: 150 Meter sollten es dazu mindestens sein, besser 250 bis 300, so steht es jedenfalls bei „blitzerprofi.de“.

Situationen wie diese sind es, in denen sich der Zuhörer fragt, ob denn bei den notwendigen Diskussionen um für die Bürgerschaft wichtige Themen vielleicht ab und an (gerade vor Wahlen) viel heiße Luft produziert wird. Es kostet am Ende nur Nerven und Zeit, wenn zwischen Parteien gestichelt wird oder sich Statements wortreich und -gleich wiederholen, während im selben Atemzug bei der Verwaltung Tempo angemahnt wird.

Zusammengefasst gibt es nach fast einstündiger Debatte dann aber doch eine gute Nachricht für Rheinen. Hatte die Verwaltung zunächst keinen „Handlungsbedarf“ an der Rheinener Straße gesehen, was auf völliges Unverständnis sowohl bei den Anwohnern als auch den Ausschussmitgliedern gestoßen war, erkannte die Verwaltung nun die Aktualität hinter dem Antrag der SPD-Fraktion – die hatte sich auf Einladung besorgter Rheinener zuvor einen Überblick vor Ort verschafft und berichtete dem Ausschuss, was nun dazu führte, dass sich Mitglieder anderer Fraktionen in dieser Sache „übergangen“ fühlten.

Am Ende könnte es auch zur„Komplettlösung“ kommen

Wie dem auch sei: Die Verwaltung wurde nun nach einstimmigem Beschluss des Ausschusses damit beauftragt, auf der Rheinener Straße in diesem Bereich die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 km/h herabzusetzen und im weiteren Verlauf Richtung Hennen das Limit von 70 auf 50 km/h zu begrenzen. Letzteres muss, so Christian Eichhorn, jedoch in Absprache mit Straßen NRW geschehen. Die ebenfalls geforderten, regelmäßigen Kontrollen mittels Radarwagen sind, so Eichhorn, dort wegen der Kurven-Situation nicht möglich (siehe oben). Gleichzeitig steht aber auch eine „Komplettlösung“ im Raum, um mit baulichen und gestalterischen Veränderungen für eine Entschleunigung des Verkehrs zu sorgen und mehr Platz für Fußgänger zu schaffen.

Die hohe Gewichtung der Angelegenheit durch beide Seiten — Politik und Verwaltung — kann am Ende aber nicht davon ablenken, dass das seit Jahren bestehende Problem an der Rheinener Straße im Rathaus tatsächlich völlig unterschätzt worden war. Dazu sagte Christian Eichhorn: „Wir können nicht überall alles sehen und sind daher auch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.“

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben