Nachhaltigkeit

„Wir haben keine Erde in Reserve“

Bernhard Laß (re.) und Bernhard Oberle (Mitte) eröffneten die Ausstellung im Foyer der Verbraucherzentrale, die soziale und ökologische Auswirkungen des globalen Konsums mit Bildern aus Ghana zeigt.

Bernhard Laß (re.) und Bernhard Oberle (Mitte) eröffneten die Ausstellung im Foyer der Verbraucherzentrale, die soziale und ökologische Auswirkungen des globalen Konsums mit Bildern aus Ghana zeigt.

Foto: Vanessa Wittenburg / IKZ

Iserlohn.  In der Verbraucherzentrale findet im Rahmen der „fairen Woche“ noch bis zum 27. September eine Ausstellung rund um das Thema Nachhaltigkeit statt.

Kennen Sie eigentlich Tantal? Dieses Metall steckt in fast jedem unserer Smartphones, Tablets und Computer und ist doch recht unbekannt. Welche globale Auswirkungen der Verbrauch solcher begrenzten Ressourcen und ein unzureichendes Recycling hat, zeigt die Ausstellung „Aluminium, Gold, Elektroschrott – kein Glanz ohne Schatten!“ im Foyer der Verbraucherzentrale. Eröffnet wurde die Ausstellung jetzt von Bernhard Laß, Weltladen, und Bernhard Oberle von der Verbraucherzentrale.

Die Wanderausstellung zeigt, unter welchen Bedingungen etwa in Ghana Gold gewonnen wird und was mit Elektroschrott aus Europa dort passiert. „Die Ausstellung wirft die Frage auf, auf wessen Rücken unser Wohlstand lastet“, sagt Thorsten Schick angesichts der erschreckenden Bilder von jungen Menschen, die auf der Suche nach wertvollen Rohstoffen, ihre Gesundheit und letztendlich auch ihr Leben riskieren.

„Wir haben keine Erde in Reserve, deswegen muss der Verbrauch und unser Umgang mit Ressourcen dringend angepasst werden“, erklärt Bernhard Laß einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung. Es solle nicht nur für die globalen Auswirkungen des Konsums sensibilisiert werden, sondern auch direkt Anreize und Hinweise gegeben werden, wie verantwortungsvoller Umgang aussehen kann.

Nach der offiziellen Eröffnung mit einem Grußwort der Stadt, lassen es sich die anwesenden Gäste nicht nehmen, in eine lebhafte Diskussion mit dem stellvertretenden Bürgermeister, aber auch miteinander, zu treten. So wird etwa die Frage gestellt, ob Schick konkrete Vorschläge habe, was sich ändern muss. Thorsten Schick betont daraufhin: „Nachhaltigkeit muss immer im eigenen Haus anfangen. Wir müssen genau schauen, was wir tun können und unsere Maßnahmen ausdehnen. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“ Die Gäste geben Schick auch direkt einige konkrete Anreize mit auf den Weg, welche Änderungen sie sich wünschen würden, etwa ein Spülmobil, Initiativen zum Thema unverpacktes Einkaufen oder einen verstärkten Fokus auf Solarstrom.

Die Anwesenden betonen, dass gerade solche Veranstaltungen wie die bundesweite „faire Woche“ wichtig seien, um das Bewusstsein der Menschen für die weitreichenden Auswirkungen ihres Konsums zu schärfen. „Das Problem muss zum Thema gemacht werden, die Leute müssen neugierig werden. Nur so kann ein flächendeckendes Umdenken in Gang gebracht werden“, betont Laß.

Alte Handys wieder in Rohstoffkreislauf bringen

Vor allem das Problem der Millionen von Handys, die in den Schubladen der Deutschen schlummern und nicht mehr gebraucht werden, wollen die Veranstalter angehen: „Deshalb stellen wir wieder Sammelkartons auf, in denen wir Altgeräte sammeln. Der Erlös des Verkaufs der Rohstoffe kommt Hilfsorganisationen zu Gute.“

Noch bis zum Freitag, 27. September, kann die Ausstellung kostenfrei zu den üblichen Öffnungszeiten der Verbraucherzentrale besucht werden. Am morgigen Donnerstag um 19.30 Uhr findet im Multifunktionsraum der Verbraucherzentrale ein Vortragsabend mit Dr. Jean-Gottfried Mutombo statt. Er wird darüber informieren, wie der Umgang mit elektronischen Geräten und Rohstoffen gestaltet werden kann. Außerdem wird er konkrete Anregungen geben, wie jeder seinen Konsum verändern kann. Der Eintritt kostet fünf Euro, eine Anmeldung unter 02371/1943 ist erwünscht.

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