Bildung

„Wir sind erst jetzt eine Schule“

Beim „Kräuter-Memory“ im top-modernen Chemielabor konnten die Gäste des Tags der offenen Tür ihren Experimentier-Parcours durch die Naturwissenschaften starten.

Beim „Kräuter-Memory“ im top-modernen Chemielabor konnten die Gäste des Tags der offenen Tür ihren Experimentier-Parcours durch die Naturwissenschaften starten.

Foto: Ralf Tiemann

Iserlohn.  Nach dem Festakt zur Einweihung der Gesamtschule Seilersee begrüßt das Team von Schulleiter Daniel Asmuth viele Kinder zum Tag der offenen Tür.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Schon nicht schlecht, so eine nagelneue Schule. Allein die Akustik. In jeder anderen Eingangshalle wären einem bei so vielen laut durcheinander sprechenden Menschen die Ohren abgefallen. Nicht so in der Gesamtschule am Seilersee. Diese akustisch optimierte Decken, die den Schall einfach wegschlucken, haben eine derart wohltuende und beruhigende Wirkung, dass man sie sich in jedem Saal, auf jeden Fall aber in jedem Kindergarten und jedem Klassenzimmer dieser Stadt wünschen würde.

Was die Klassenzimmer und Fachräume der neuen Gesamtschule zwischen Lehrküche und Chemielabor, Mensa und Technikräumen, Sporthalle und Pausenhof sonst noch alles zu bieten haben, davon konnten sich alle interessierten Kinder und Eltern, die im kommenden Frühjahr vor der Wahl einer weiterführenden Schule stehen, am Samstag beim ersten Tag der offenen Tür ein eigenes Bild machen. Und das fiel sicherlich recht beeindruckend aus, denn eine moderne, nach neuen pädagogischen Ideen eingerichtete und in alles Bereichen optimal ausgestattete Schule ist einfach eine nicht alltägliche Sache.

Schulleiter Daniel Asmuth verspürt jetzt, nach dem geglückten Umzug an den Wunschstandort aber viel mehr. „Wir sind erst jetzt eine Schule“, sagt er nach vier Jahren Schulbetrieb und drei Umzügen und fügt im Gespräch mit unserer Zeitung hinzu, dass Schule viel mehr sei als nur Unterricht. Schule sei auch ein Gebäude, das mit Leben gefüllt werde, so wie man es eben auch von anderen guten Schulen in Iserlohn kenne. „Und damit fangen wir jetzt erst an.“

Die Freude darüber, loslegen zu können und nach all den politischen Streitereien den Blick nach vorn richten zu können, wurde auch bei der festlichen und offiziellen Einweihung am Tag zuvor in der mit mehr als 200 geladenen Gästen gut gefüllten Aula spürbar. Die Schüler hatten bereits ein buntes Programm mit Tanz, darstellender Kunst und Zirkusdarbietungen vorbereitet. Es wurden Glückwünsche formuliert und in einer Zeitkapsel für das erste große Jubiläumsfest in 25 Jahren deponiert. Er selbst sei dann 68 Jahre alt, sagte Daniel Asmuth, und würde die Kapsel dann noch gerne als Schulleiter öffnen. Es wurde ein Obstbaum als Zeichen des Aufbruchs gepflanzt, und der stellvertretende Bürgermeister Michael Scheffler übergab den symbolischen Schlüssel für das Gebäude.

Erinnerung an die Eröffnung der ersten Gesamtschule

Scheffler war es auch, der an die letzte Iserlohner Schuleröffnung vor drei Jahrzehnten erinnerte, als die erste Iserlohner Gesamtschule aus der Taufe gehoben wurde. Nur ihr und der hervorragenden Arbeit am Nußberg sei es zu verdanken, dass der Elternwille in Iserlohn so eindeutig in Richtung Gesamtschule gegangen sei und eine zweite Gesamtschule nötig wurde. „Die Investition von 30 Millionen Euro ist ein Beleg dafür, dass wir an diese Schulform glauben.“ Mit dieser Schule habe die Stadt Maßstäbe gesetzt, an denen sie sich zukünftig messen lassen müsse.

Allerdings sei auch der Eröffnung der ersten Iserlohner Gesamtschule ein langer städtischer Schulstreit vorausgegangen. Den habe es nun erneut um die zweite Gesamtschule gegeben, dem „umstrittensten und intensivst diskutierten Thema der letzten Dekade“, wie Scheffler sagte. „Ich habe oft gedacht, ich hätte ein Déjà-vu“.

Vielfalt soll als gewinnbringend wahrgenommen werden

Den langen Weg vom Start vor vier Jahren ins endgültige Gebäude ließen auch die Vertreter der Schüler, der Eltern und des Lehrerkollegiums nochmals Revue passieren, die sich als „Schule im Team“ vorstellten. Jamal El Hawa (Schülersprecher), Stefanie Kaltenhorst (Schulpflegschaft), Claudia Kleinschmidt (Förderverein) und Verena Henkel (Lehrerschaft) formulierten abschließend auch, was am Seilersee nun entstehen soll: „Wir wünschen uns eine Schule für alle, in der Talente entdeckt und gefördert werden, in der jeder seinen persönlichen Weg bis zum Ende gehen kann, in der Vielfalt als gewinnbringend wahrgenommen wird und dass unsere Schülerinnen und Schüler diese Haltung auch in die Gesellschaft tragen.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben