Musik

„Wir wollen bleiben – nennt es Wunsch oder Bitte“

Marcel Akram ist seit drei Jahren Karstadt-Mitarbeiter. Mit seinem Song setzt er sich für den Erhalt der Iserlohner Filiale ein.

Marcel Akram ist seit drei Jahren Karstadt-Mitarbeiter. Mit seinem Song setzt er sich für den Erhalt der Iserlohner Filiale ein.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Karstadt-Mitarbeiter Marcel Akram hat einen Rap-Song für den Erhalt der Iserlohner Filiale geschrieben und veröffentlicht

„Wir sammeln Unterschriften, unterstützt uns für den Verbleib. Es kann nicht sein, dass Karstadt in Iserlohn sich dem Ende neigt. Wir wollen bleiben – nennt es Wunsch oder Bitte.“ Es sind Zeilen, die die Verzweiflung und den Schmerz der Karstadt-Mitarbeiter über die bevorstehende Schließung sehr genau beschrieben – verbunden mit diesem kleinen Funken Hoffnung, dass sich doch noch alles zum Guten wenden könnte.

Geschrieben hat sie jemand, der selbst unmittelbar von dieser Situation betroffen ist. Marcel Akram ist seit drei Jahren Mitarbeiter in der Iserlohner Karstadt-Filiale, als Koch arbeitet er im Restaurant im Obergeschoss. Jetzt droht das Aus. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht“, sagt der 32-Jährige. Einfach aufgeben möchten er und seine Kollegen aber nicht. „Wir wollen mit allen Mitteln kämpfen und geben die Hoffnung nicht auf“, sagt Marcel Akram. Seit Tagen sammeln sie deshalb schon Unterschriften. Der Koch hat sich aber noch etwas anderes einfallen lassen: Er hat den Rap-Song „Wir wollen bleiben“ geschrieben.

„Ich dachte mir einfach, ich erzähle mal die Geschichte“, sagt der Hemeraner, der seitdem er 16 Jahre alt ist hobbymäßig Musik macht. Zuhause in seinem kleinen Studio mit Mikros, Laptop und den entsprechenden Programm hat er den Song aufgenommen. „Der Text war schnell geschrieben. Die erste Idee ist meist die beste“, sagt er.

In dem Song spricht er von seinem „zweiten Zuhause“, von dem Ort, an dem er gerne arbeitet. „Ich bin seit drei Jahren in diesem Haus und mit vollem Herzblut dabei.“ Karstadt sei das Herz der Iserlohner Innenstadt, ein Anlaufpunkt für Jung und Alt. Die Stadt würde einen Teil seiner Geschichte verlieren, wenn das Haus am 31. Oktober zum letzten Mal seine Türen öffnen würde. Er rapt in dem Song aber auch über seine eigene Situation, über die bevorstehende Kündigung und die daraus resultierende Arbeitslosigkeit.

Chef und Kollegen finden Aktion super

Sein Chef und die Kollegen finden den Song gut, sie freuen sich über den Einsatz des 32-Jährigen, der hofft, dadurch ein paar mehr Unterschriften zusammen zu bekommen. Denn: „Die Kunden dürfen nicht vor verschlossenen Türen stehen, so darf die Historie einer Kette nicht zu Ende gehen. Wir wollen nicht die Welt bewegen, nur das Herz muss schlagen. Lasst Karstadt am Leben, und wir werden Danke sagen.“

Marcel Akrams Song ist auf dem Instagram-Account „marcel.n.r.w“ sowie auf dem IKZ-Soundcloud-Account zu hören.

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