Gerichtsverhandlung

Angeklagter aus Uedem betrog Reeser Ehepaar

Vor dem Emmericher Amtsgericht wurde ein 45 Jahre alter Uedemer des Betrugs für schuldig gesprochen.

Vor dem Emmericher Amtsgericht wurde ein 45 Jahre alter Uedemer des Betrugs für schuldig gesprochen.

Foto: Volker Hartmann / dpa

Rees/Uedem.   Ein Uedemer stand vor dem Emmericher Amtsgericht. Er hatte ein Ehepaar aus Rees betrogen. Er hat Geld für Leistungen kassiert, aber nichts getan.

Eine weitere Bewährungsstrafe lehnte die Staatsanwältin ab. „Die haben in der Vergangenheit nicht genügend Wirkung gezeigt“, hieß es vor dem Emmericher Amtsgericht. Wegen Betrugs verurteilte das Gericht einen 45 Jahre alten Mann aus Uedem zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Monaten.

Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Die Berufungszeit wurde auf zwei Jahre festgesetzt.

Angeklagter hatte Anzahlung erhalten

Was war geschehen? Der Mann hatte einem Ehepaar aus Rees seine Dienste als Verputzer angeboten. Dafür hatte er eine Anzahlung erhalten sowie Geld für Materialkosten. Material will der Angeklagte teilweise geliefert haben, seine Arbeit nahm er aber überhaupt nicht auf. Somit belief sich die zur Rede stehende Schadenssumme auf 3450 Euro.

„Ja, der Vorwurf stimmt“, zeigte sich der Uedemer geständig. „Es tut mir Leid, die Leute im Stich gelassen und Kummer bereitet zu haben“, bekannte er. Er habe schon versucht, sich bei dem Reeser Paar telefonisch zu entschuldigen. Wohl nicht allzu erfolgreich, wie herauszuhören war.

Seinen Betrug versuchte er damit zu erklären, dass er sich zur Tatzeit in einer schwierigen Lebenskrise befunden habe, nachdem es eine Trennung von seiner Ehefrau gegeben habe. „Aber Sie haben doch auch ein Problem mit Spielsucht, oder?“, fragte Richterin Mareen Hölker nach. Was der Angeklagte bejahte. Er habe vor gut zehn Jahren schon einmal eine Therapie gemacht, habe inzwischen die Weichen für eine weitere gestellt.

Der Mann zeigte sich geständig

Weil der Mann geständig war, verzichtete das Gericht darauf, das geschädigte Ehepaar als Zeugen zu befragen. Aber Richterin Hölker gab dem Angeklagten Gelegenheit, sich persönlich bei den Reesern zu entschuldigen.

„Ich kann mit Worten nicht gut machen, was ich getan haben, es tut mir sehr, sehr leid“, wandte sich der Angeklagte an das Ehepaar. Dieses machte unmissverständlich klar, dass es sein Geld zurück will, notfalls will es gerichtlich vorgehen. „Ich kann nicht versprechen, dass das schon nächsten Monat geschieht, aber ich werde es tun“, versprach der Angeklagte.

Der Auszug aus dem Strafregister des Angeklagten wies sechs Eintragungen zwischen Oktober 2014 und Dezember 2018 auf, vier davon wegen Betrugs. Diese einschlägigen Verurteilungen wirkten sich strafverschärfend auf das Urteil aus, „Vor allem die kurzen Zeitintervalle, innerhalb der die Straftaten verübt wurden“, so Richterin Hölker. Die letzte Straftat datiert von Dezember 2018. Damals war der Angeklagte vom Bocholter Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen à 20 Euro verurteilt worden. Aus dieser und der jetzigen Straftat bildete das Emmerich Gericht eine Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Monaten unter Einbeziehung der 3450 Euro.

Richterin gab Angeklagten einen guten Rat

„Ich sehe Ihren guten Willen“, richtete die Richterin Hölker das Wort an den Angeklagten, empfahl aber dem Angeklagten dringend, Kontakt zum Reeser Ehepaar aufzunehmen und eine Therapie zu beginnen, um einer Aufhebung des Urteils und damit einem verbundenen Absitzen der Gefängnisstrafe zu entgehen.

Nach dem Urteil kündigte der Angeklagte mit, auf Rechtsmittel verzichten zu wollen.

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