Karneval

Das verrückte Klever Humus-Ballett

Das Humus-Ballett mag junges Gemüse.

Das Humus-Ballett mag junges Gemüse.

Foto: Tim Tripp

Kleve.   Die Herren des Klever Humus-Balletts lassen sich das Verkleiden und Tanzen nicht nehmen: „Wir bereiten so vielen Menschen Spaß“

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Wenn es nicht so wahnsinnig viel Spaß machen würde, dann wäre Norbert Leenders auch nicht 35 Jahre lang dabei geblieben. Denn natürlich fragen einen die eigenen Kinder schon kritisch, ob er denn wirklich mit 68 noch im Ballettröckchen über die Bühne hüpfen müsse. Aber der Papa sagt nur: „Lass mich mal“ und dann denkt er an die vielen Menschen im Publikum oder in den Altenheimen, die so viel Spaß an den Auftritten des ‘Humus-Balletts’ haben. „Verrückt ist das schon“, schmunzelt Leenders.

Zurzeit laufen die ersten Tänze der Session. Das Humus-Ballett tanzt traditionell bei der Flying Familli und bei Funkturm Hau. Auch bei Damensitzungen in Goch und Emmerich sorgen die älteren Semester für jede Menge Lacher: „Wir sind eine Spaßtruppe. Leute, die das gerne machen, und das merkt man uns auch an“, sagt Leenders. Es sei so schön, anderen Menschen eine Freude zu bereiten, sie zum Lachen zu bringen. Dafür lasse man sich auch gerne die verrücktesten Sachen einfallen.

In diesem Jahr lautet das Thema „junges Gemüse“. Entsprechend bekleidet werden die Herren – im Durchschnitt sind sie 50 Jahre alt – auf die Bühne treten und einen Tanz vorführen: als scharfe Chilly-Schote, als Mais-Kolben oder kleines Erbschen. Norbert Leenders kann die lachenden Gesichter schon vor sich sehen: „Das ist so eine Gaudi. Die Leute kreischen da förmlich. Das kann man gar keinem so vermitteln, das muss man mal selbst erlebt haben.“

Natürlich sei das alles keine Hochkultur, aber die wolle man auch gar nicht. „Wir haben doch schon etwas gewonnen, wenn die Leute heutzutage überhaupt mal rausgehen. Und wenn es nur eine Karnevalsveranstaltung ist“, so Leenders. Für Leute in seinem Alter gebe es immer weniger Veranstaltungen, auf denen man Spaß haben könne.

Den Spaß haben die Mitglieder des Humus-Balletts auf jeden Fall. Norbert Leenders: „Hinter der Bühne lachen wir uns manchmal halb scheckig. Ich denke dann schon mal: ‘Wenn uns hier jetzt jemand sehen könnte, wie wir hier die Klamotten an- und ausziehen – die müssten uns für völlig bescheuert halten.“

Und in der Tat müsse man schon ein wenig Gaga sein, um dies alles über sich ergehen zu lassen. Geschult werden die Herren von Delia Koenen und Pauline Schramm, die darauf achten, dass das Ganze nicht nur in ein endloses Gekicher ausartet, sondern auf der Bühne durchaus anspruchsvoll daher kommt.

Das Humus-Ballett nimmt keine Gage. Aber über etwas Verpflegung freut man sich sehr. Unvergessen seien die Frikadellen aus Pfalzdorf. Bei einem Auftritt in der Gaststätte „Zum Bahnhof“ habe man ungefragt zwei Frikadellen vom Tablett genommen: „Die waren aber gar nicht für uns bestimmt“, schmunzelt Leenders. „Seitdem bekommen wir immer ungefragt eine ganze Ladung Frikadellen. Herrlich!“

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