Umwelt

Der Nabu erforscht die Wasserquellen im Kreis Kleve

Die Naturschutzreferentin Lisa Marga ist für den Nabu bei der Quellenkartierung unterwegs. 

Die Naturschutzreferentin Lisa Marga ist für den Nabu bei der Quellenkartierung unterwegs. 

Foto: bruder

Kreis Kleve.  Die Vegetation und die Artenvielfalt an den kleinen Wasserläufen, an Sicker- und Tümpelquellen im Kreis Kleve war den Naturschützern wichjtig.

Zwischen April und Ende Juni war zum ersten Mal ein kleines Team der Nabu-Naturschutzstation Niederrhein im Kreis Kleve unterwegs, um die Vegetation an Quellen zu untersuchen. Quellen bieten Lebensraum für einige speziell angepasste Tier- und Pflanzenarten. Die Erfassung erfolgte im Rahmen eines Projektes des Landschaftsverbands Rheinland, bei dem Daten über verschiedene Quellen in Nordrhein-Westfalen gesammelt und in ein öffentlich zugängliches Quellenkataster gespeist werden.

Nabu setzt auf eine Quellenkartierung mit allen Pflanzenarten

Lisa Marga, Landschaftsökologin der Nabu-Naturschutzstation Niederrhein, hat bei der Quellenkartierung alle Pflanzenarten mit ihrer jeweiligen Häufigkeit und Deckung, das heißt dem Anteil der bedeckten Fläche, aufgenommen. Bei der Auswertung achtet sie vor allem darauf, in welcher Kombination die verschiedenen Arten aufgetreten sind, also welche Pflanzengesellschaften sie bilden. Dank der Kartierarbeit können Veränderungen und Trends in der Vegetation festgestellt werden. Daraus können wiederum Maßnahmen etwa zum Schutz abgeleitet werden.

Rund um Kleve wurden die verschiedenen Quelltypen, vor allem Sicker- und Tümpelquellen untersucht. Diese befinden sich hier am Niederrhein meist im Wald. Anders als bei den Fließ- oder Sturzquellen, bei denen das Wasser ein Gerinne bildet, tritt hier das Wasser flächig aus und fließt nur langsam. Es entsteht ein vernässtes Gebiet, das manchmal sehr großflächig werden kann. Das Wasser in Quellen ist besonders nährstoffarm und kühl − und das konstant über die Jahreszeiten hinweg. Deshalb findet man an Quellen eine spezifische Flora und Fauna, die nur unter diesen besonderen Bedingungen gedeihen kann. Diese sind sehr wertvoll, denn vielerorts sind Quellen bedrohte Lebensräume. Denn immer häufiger fehlt das Wasser in der Landschaft. Das haben vor allem die letzten beiden Trockenjahre 2018 und 2019 gezeigt. Tier- und Pflanzenarten, die an besondere Ökosysteme wie Quellen angepasst sind, verlieren so ihre Lebensräume.

Quellen aus alten Volkssagen und Volksliedern wurden vom Nabu wieder entdeckt

Im Rahmen des Projektes wurden auch Quellen aus alten Volkssagen und -liedern wieder ausfindig gemacht. Häufig kann man in archaischen Ortsbezeichnungen Hinweise auf früher bekannte Landschaften finden. Nicht immer sind diese allerdings so offensichtlich wie bei der Straße „Sieben Quellen“ in Nütterden.

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