Dorfleben

Dietmar Reintjes ist aktiv fürs Dorfleben in Griethausen

Dietmar Reintjes leitet den Heimatverein in Griethausen. 

Dietmar Reintjes leitet den Heimatverein in Griethausen. 

Foto: Andreas Daams

Kleve-Griethausen.  Dietmar Reintjes ist seit 2012 Vorsitzender des Heimatvereins Griethausen. Der besteht seit genau 50 Jahren.

Zum Jubiläum hat der Heimatverein Griethausen einen kleinen Bildband herausgegeben. Die Schwarz-Weiß-Fotos aus längst vergangenen Zeiten zeigen eine andere Welt. Schwesternheim, Schmiede, Molkerei, Mühle, Gaststätten, Pferdekutschen, Fischer am Altrhein. Alles Geschichte. Auch Dietmar Reintjes, Jahrgang 1967, erinnert sich noch an belebte Ladenlokale: „Früher gab es eine Metzgerei, einen Rewe, einen Krämerladen, ein Wollgeschäft, Post, Sparkasse und Volksbank“, fällt ihm auf Anhieb ein. Inzwischen hat der letzte Kiosk dichtgemacht.

Die Liebe zur Natur

Dieses Schicksal hat nahezu alle Dörfer ereilt. Aber das bedeutet beileibe nicht, dass mit den Geschäften auch das Leben verschwunden wäre. Um die Griethausener zusammenzubringen, um gemeinsam das Dorf zu verschönern und das Dorfleben zu bereichern, hat sich vor 50 Jahren der Heimatverein gegründet. Seit 2012 ist Dietmar Reintjes Vorsitzender. Er ist in Griethausen aufgewachsenen und kann mit Fug und Recht von sich behaupten: „Ich bin ein Griethausener Junge.“ Was macht das Örtchen aus? „Es ist ein enges Dörfchen, man ist sofort in der Natur“, sagt Reintjes. Das hat er schon als Kind geliebt. Angeln beim Angelsportverein. Fußball spielen auf dem Sportplatz. Draußen sein.

Nach Kindergarten und Schule wechselte er zur Realschule nach Kleve – als einziger seines Jahrgangs. Im Anschluss besuchte er die Berufsfachschule für Elektrotechnik, begann dann eine Elektrikerlehre und arbeitete schließlich nach der Bundeswehrzeit zunächst bei Kisters, seit 2000 dann bei Ipsen. Kurze Wege von Griethausen aus, wo er nach wie vor wohnt. Der damalige Heimatverein-Vorsitzende Franz Hendricks sprach Reintjes dann 1998 an, weil der Verein dringend Handwerker benötigte, etwa für den Weihnachtsmarkt. Den Weihnachtsmarkt gibt es heute noch, allerdings nicht mehr draußen, sondern stilvoll im Bürgerhaus.

Ein lebendiges Dorf

Zu windig war’s, zu wenig Zeit zum Aufbauen gab’s – alles Gründe für eine Verlagerung. Der Erfolg gibt dem Verein Recht: „Heute stehen die Leute schon Samstagmittags vor der Tür und warten auf Einlass“, freut sich Reintjes. Die Mitgliederzahl des Vereins ist bei etwa 260 Mitgliedern stabil. Auch keine Selbstverständlichkeit heutzutage.

Zehn bis 15 Rentner aus dem Verein bepflanzen tagsüber die Blumenkübel, beseitigen Vandalismus-Schäden oder hängen die Weihnachtsbeleuchtung auf. Andere Vereinsmitglieder organisieren das Osterfeuer, planen Tagestouren für Kinder oder machen beim Müllsammeltag mit. „An der Straße Richtung Spyck finden wir jedes Jahr mindestens 100 Schnapsflaschen, dazu alte Fliesen, Stereoanlagen oder andere Dinge“, so Reintjes. Die Kinder sind dann richtig geschockt darüber, was die Leute so alles einfach in die Landschaft werfen.

Dorfgemeinschaft macht Spaß

All das sind Aktivitäten, die die Dorfgemeinschaft stärken und für eine lebenswertere Umgebung sorgen. „Und sie machen Spaß“, sagt Reintjes. Der Verein nahm auch am niederrheinischen Radwandertag teil und hat die Kirmes mitorganisiert. Das Fest zum 50-jährigen Jubiläum war dann auch ein voller Erfolg. „Das Interesse war riesig“, freut sich der Vorsitzende. Dass ein Dorf lebt, hängt eben in erster Linie von den Bewohnern selbst ab.

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