Arenacum-Ausstellung

Fotograf Kurt Michelis zeigt die Schönheit des Niederrheins

Kurt Michelis’ Fotografien sind im Forum Arenacum Rindern zu sehen.

Kurt Michelis’ Fotografien sind im Forum Arenacum Rindern zu sehen.

Foto: Andreas Daams

Kleve-Rindern.  Der langjährige NRZ-Fotograf Kurt Michelis zeigt im Forum Arenacum Fotografien aus den frühen 80er Jahren mit Bezug zu Rindern.

Ob die alten Zeiten immer so gut waren, ist noch die Frage. Ästhetisch gesehen war jedenfalls manches besser. Das kann man ab Sonntag, 26. Mai, im Forum Arenacum Rindern wieder einmal sehen. Kurt Michelis, seit 40 Jahren Berufsfotograf und lange Mitarbeiter der NRZ, zeigt dort Fotografien, die zwischen 1980 und 1985 entstanden sind. Es handelt sich um fast 30 großformatige Fotos, alle mit Bezug zu Rindern.

„Das war für mich eine Herausforderung, weil ich dazu mehr als 30 dicke Negativordner durchsehen musste“, sagt Michelis. Nach einigen Wochen hatte er die Bilder zusammen. Sie beweisen, dass man damals durchaus hohe Ansprüche an Zeitungsfotos hatte. Es gab auch mehr Platz für Fotografien jenseits der aktuellen Berichterstattung, für Naturszenen etwa. Und: Die Schwarz-Weiß-Fotografie jener Tage hat schon ihre eigene Schönheit.

Fotos von Hoch- und Niedrigwasser

Kurt Michelis jedenfalls hat sich Anfang der 80er Jahre oft in Rindern und Umgebung herumgetrieben. Am Deich, wenn Hochwasser war oder Niedrigwasser. Wenn die Fähre zwischen Düffelward und Schenkenschanz weite Wege durch den Altrhein zurücklegen musste oder im Gegenteil als Brücke diente, über die man einfach drüberfahren konnte. „Bezahlen musste man trotzdem“, erinnert sich Michelis. Es gab dicke Eisdecken auf dem Wasser, für Kinder ein Paradies – heute ist man schon glücklich, wenn im Winter mal ein paar Schneeflocken fallen.

Überhaupt: die Kinder. Die fotografierten Kinder müssten heute auf die 50 Jahre zugehen, damals trugen sie auf einem Feuerwehrfest kurze Hosen und diese herrlich gemusterten Pullover. Männer fanden Schnurrbärte toll und Frauen Dauerwellen. Einige wenige Bilder zeigen Lokalpolitiker der 80er Jahre, da ging es beispielsweise um Denkmalschutz für einen Hof, der dann doch abgerissen wurde. Aufreger, an die sich kaum einer noch erinnert.

Ein Foto wie ein Kunstwerk

„Rindern war mir eine der liebsten Gegenden“, sagt Kurt Michelis. Man merkt es vor allem an den Landschaftsfotos. Eines ist wie gemalt: zwei Boote im Kolk, dahinter spiegeln sich Bäume im Wasser. Dichter Nebel verwandelt das Foto in ein echtes Kunstwerk. Michelis: „Beim Einscannen der Negative war es eine große Herausforderung, dass die Grautöne nicht unterschlagen werden.“

Wenn man Fotografien wie diese sieht, merkt man wieder, wie faszinierend der Niederrhein eigentlich ist. Zwischen Gehöfte und alte Häuser, Holzboote und wichtige Politiker der Region hat Michelis manchmal sein Auto platziert. „Das war ein Spleen von mir“, lacht er. „Das habe ich öfter gemacht.“ Apropos Technik: Die letzte Eisenbahn, die durch Rindern fuhr, ist auch zu sehen.

Ausstellung läuft bis zum 26. Juli

Dass seine Kunstfertigkeit nicht abgenommen hat, zeigt Michelis übrigens im Kellerraum. Dort gibt es drei neue Fotos, meisterhaft, in Farbe, sie zeigen unter anderem die Wasserburg.

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