Schulen

Fußboden-Sanierungen kosten Kleve gut eine Million Euro

Im Stein-Gymnasium sind 13 Räume betroffen. Hier werden die Böden ausgetauscht.

Im Stein-Gymnasium sind 13 Räume betroffen. Hier werden die Böden ausgetauscht.

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg / NRZ

Kleve.  Die Stadt Kleve teilt Messergebnisse für die drei betroffenen Schulen mit. Es besteht keine Gesundheitsgefahr. Böden werden alle ausgetauscht.

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Die Stadt Kleve teilte am Freitag den aktuellen Sachstand in Sachen PAK-Werte an drei Klever Schulen mit (wir berichteten gestern). Für die Grundschule An den Linden wurde im Juli im Pavillongebäude eine Konzentration der polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) in Höhe von 21 und 27 µg/m³ Raumluft dokumentiert. Im ersten Obergeschoss wurde im August 2019 ein Wert von 35 ermittelt. Werte zwischen 10 und 30 seien dem sogenannten Besorgnisbereich zuzuordnen, so die Stadt. In diesem Bereich sei aber keine Gesundheitsgefährdung zu erwarten. Bei Werten über 30 sei dies jedoch der Fall. Und dann sei auch ein Handeln erforderlich.

Das Gutachten der durchgeführten Messungen liege der Stadt Kleve seit dem 10. September vor. Sowohl Vertreter der Politik, als auch die Schulleitung seien umgehend über die Messergebnisse informiert worden. „Bei der Durchführung der Messungen wurden die Räume nicht, wie im normalen Schulbetrieb, täglich gelüftet. Des Weiteren herrschten sowohl vor und während der Messung hohe Außentemperaturen, die die Räume aufgeheizt haben“, schreibt die Stadt. Man sei sich bewusst gewesen, dass dadurch die Messwerte beeinflusst werden. Dies habe der Gutachter ebenfalls bestätigt. Die gemessenen Werte wurden somit nicht unter Normalbedingungen ermittelt.

Bereits vor den Sommerferien sei in Absprache mit der Schulleitung veranlasst worden, dass in allen noch nicht sanierten Räumen vor Schulbeginn, Raumluftfiltergeräte aufgestellt werden, die die PAK-Stoffe aus der Luft herausfiltern. Diese Geräte würden erfahrungsgemäß gute Ergebnisse erzielen und seien sowohl vom Gutachter als auch vom Gesundheitsamt des Kreises Kleve als zielführende Maßnahme bestätigt worden. Laut Gutachter werde die Belastung dadurch um ein Drittel gesenkt.

Eine Gesundheitsgefährdung kann ausgeschlossen werden

Daraufhin wurde am Samstag, 14. September unter regulären Lüftungsmaßnahmen und unter Einsatz der Raumluftfiltergeräte der am stärksten belastete Raum im 1. OG nochmals gemessen. Hierbei ergab sich ein Wert von 3,1 der damit im untersten Bereich des Vorsorgebereiches (0,1 -10) liegt. Eine Gesundheitsgefährdung könne somit ausgeschlossen werden. Die Schulleitung sowie das Gesundheitsamt des Kreises Kleve wurden umgehend informiert.

Im Bereich im 1. OG des Altbaus, findet derzeit keine Beschulung statt. Zwei Klassen wurden am Schulstandort an der Ackerstraße und zwei weitere Klassen in Unterrichtsräumen im Kellergeschoss an der Grundschule „An den Linden“ untergebracht.

In den Herbstferien wird saniert

In den nun folgenden Sanierungsabschnitten werden in den Herbstferien diese Räume saniert. Wie im Hauptgebäude werden auch hier die Bodenbeläge inklusive Kleber und Estrich ausgebaut und mit einem neuen Bodenaufbau versehen. Im Anschluss wird das gleiche Verfahren im Pavillongebäude durchgeführt. Für die komplette Sanierung aller Räume ist mit Kosten von rd. 450.000 Euro zu rechnen.

Mit dem Gesundheitsamt des Kreises Kleve wurde eine Begehung der Räume durchgeführt und es wurden die bereits getroffenen sowie die anstehenden Sanierungsmaßnahmen erörtert. Diese wurden seitens des Gesundheitsamtes des Kreises Kleve als richtig und zielführend eingestuft.

Auch Montessori-Schule und Stein-Gymnasium sind betroffen

Auch im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium und in der Montessorischule wurden PAKs nachgewiesen. In der Montessorischule findet derzeit aufgrund einer Komplettsanierung sowie eines Anbaus keine Beschulung statt. Es wurde jedoch durch visuelle und sensorische Begutachtung festgestellt, dass in dem Kleber unter dem Parkett PAK vorhanden ist.

Im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium wurden in drei Räumen Raumluftmessungen durchgeführt. Die Messungen erfolgten unter sogenannten Ausgleichsbedingungen. Bei dieser Messmethodik wird am Abend vor der Messung letztmalig gelüftet. Vor und während der Messung wird in diesem Fall nicht gelüftet. Die durch eine Messung unter Ausgleichsbedingungen erhaltenen Werte sind somit in der Regel schlechter als die, die unter Nutzungsbedingungen ermittelt werden. Alle gemessenen Werte befinden sich, zwischen 7,7 und 8,7 und liegen somit im sogenannten Vorsorgebereich. Ein Handeln ist in diesem Bereich nicht erforderlich. Eine Gesundheitsgefährdung besteht nicht.

Sanierung der Fußböden ist für Anfang 2020 vorgesehen

Nach Vorlage der Werte wurde auch hier, auch wenn es nicht erforderlich war, die Entscheidung getroffen die PAK-haltigen Böden, komplett zu entfernen. Am Freiherr- vom-Stein-Gymnasium sind 8 Klassenräume und 5 Nebenräume betroffen. Die ersten Räume werden im Rahmen der derzeitigen Sanierungsmaßnahme bis Ende des Jahres saniert. Die restlichen Räume werden im Rahmen eines 2. Bauabschnittes der laufenden Maßnahme zu Beginn des Jahres 2020 saniert.

Der Rückbau der Böden in der Montessorischule ist für Oktober 2019 geplant. Die Sanierungsmaßnahmen sollen möglichst in die jeweiligen Bauzeitenpläne integriert werden, um die geplante Fertigstellung zu gewährleisten. Diese kann aber zum heutigen Tag nicht garantiert werden. Sowohl bei der Montessorischule als auch beim Freiherr-vom-Stein Gymnasium werden jeweils Kosten zwischen 300.000 und 450.000 Euro entstehen. Ob noch weitere Schulen betroffen sind, wird derzeit untersucht.

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