WfG-Sommertour

Innovation ist Kerngeschäft der Firma Fluxana in Bedburg-Hau

Dr. Barbara Schäfer, Dieter Henseler, Ansgar Verbücheln, Dr. Rainer Schramm, Susan Aschenbrenner, Hans-Josef Kuypers (v.li.) im Labor der Firma Fluxana

Dr. Barbara Schäfer, Dieter Henseler, Ansgar Verbücheln, Dr. Rainer Schramm, Susan Aschenbrenner, Hans-Josef Kuypers (v.li.) im Labor der Firma Fluxana

Foto: Claudia Gronewald / NRZ Kleve

Bedburg-Hau.  Auf ihrer Sommertour besuchte die Kreis-Wirtschaftsförderung die Firma Fluxana. Ihr Spezialgebiet ist die Röntgenfluoreszenzanalyse.

Korn für Korn fällt das weiße Pulver durch ein Glasröhrchen in eine kleine silberne Schale. Wieviel es ist, kontrolliert eine digitale Waage auf vier Stellen hinter dem Komma genau. Der Boramat wiegt gerade autonom und extrem präzise Schmelzmittel zur Herstellung von Schmelztabletten. Die entstehende Probe wird in einem weiteren Gerät unter großer Hitze zu einem Glasplättchen geschmolzen und so zur Untersuchung auf seine Inhaltsstoffe vorbereitet. Der Einwägeautomat ist die jüngste Entwicklung der Firma Fluxana mit Sitz an der Borschelstraße in Bedburg-Hau. Ihr Kerngeschäft: die Röntgenfluoreszenzanalyse, die eine Bestimmung der Zusammensetzung einer Probe sogenannter flüchtiger Elemente durch Röntgenstrahlung möglich macht.

Unternehmen wurde 2002 gegründet

Das Unternehmen war die letzte Station der „Sommertour Innovation“ der Kreis-Wirtschaftsförderung GmbH (WiFö). Geschäftsführer Hans-Josef Kuypers zeigte sich beeindruckt von der Offenheit, mit der alle Firmen „uns begegnet sind. Vielleicht ist so manch ein Unternehmen jetzt auf den Geschmack gekommen, sich frisch aufzustellen“. Innovation beginne schließlich mit der Frage, „was können wir selber tun?“ Und Innovation ist gewissermaßen die Kernkompetenz von Fluxana. „Es ist eine gewisse Auszeichnung für uns, dass wir hier ausgewählt wurden“, sagte Fluxana-Gründer und Geschäftsführer Dr. Rainer Schramm, der sein 2002 gegründetes Unternehmen vorstellte. Bis 2006 am Standort Kleve – im übrigen dort, wo heute die Mensa der Hochschule Rhein-Waal steht – zog man 2009 nach Bedburg-Hau an die Borschelstraße, 2016 schon musste der Firmensitz erweitert werden.

Erweiterung in Bedburg-Hau geplant

Aktuell erwarb Fluxana ein Grundstück in der Nachbarschaft. „Das lässt zu unserer großen Freude erwarten, dass die nächsten Erweiterungen anstehen“, so Kuypers. Und auch der Wirtschaftsförderer der Gemeinde Bedburg-Hau, Dieter Henseler, war „sehr stolz, einen Hidden Champion in der Gemeinde zu haben“. Fluxana beschäftigt derzeit 45 Mitarbeiter, hat 640 Kunden in aller Welt und erhielt neben dem Unternehmerpreis Niederrhein 2010 auch den Hochschulpreis der Wirtschaftsförderung 2012. Fluxana hat mit seinem Know-how eine weltweit seltene Nische gefunden, die von namhaften Unternehmen wie Spectro, der Stahlindustrie, den Quarzwerken Frechen, der Kraftwerksbranche, aber auch dem Zolllabor in Köln geschätzt und nachgefragt wird.

Verkauf der entwickelten Messgeräte und Anlagen

„Wir untersuchen zum Beispiel Altglas“, erklärt Schramm. „Mit der Röntgenfluoreszenzanalyse wird herausgefunden, wie sortenrein das jeweilige Glas ist.“ Fluxana analysiert aber auch Kleidungsstücke, den Quarzsand für die Solarindustrie oder den Silbergehalt in Hautcremes. Seine Firma stellt ihren Kunden aber auch Referenzmaterialien zur Verfügung, bietet eigene Analysen zum Vergleich an und verkauft die hier entwickelten Messgeräte und Anlagen. All dies sind wichtige Voraussetzungen zur Qualitätssicherung oder für die Stabilität des späteren Endprodukts.

Fluxana hat in den vergangenen Jahren gleich vier Patente erworben, eines mit der Hochschule Rhein-Waal, zu der eine enge Kooperation besteht. „Mindestens drei Werkstudenten sind bei uns im Rahmen ihrer Bachelorarbeiten bei uns tätig“, verrät Schramm. Hier rekrutiere man die Fachkräfte der Zukunft und verweist etwa auf Susan Aschenbrenner, die nach Abschluss ihres Studiums des Bio-Engineering bei Fluxana eingestellt wurde.

Vermarktung über das Internet

Ansgar Verbücheln, zuständig für den Bereich Marketing, erläuterte den Gästen noch die Vermarktung der „immer komplexer werdenden Produkte“. Messen würden immer weniger wichtig. „99 Prozent unserer Kunden werden über das Internet generiert.“ Fluxana trägt dem mit einer 3D-Website Rechnung, die sehr plastisch Einblick in die Arbeit des Unternehmens gibt. Dort finden die Kunden aus aller Welt unter anderem auch ein E-Learning-Programm zum Umgang mit den Fluxana-Geräten.

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