Luftverkehr

Israel-Passagiere stranden in Weeze

Am Montag hob ein Ryan-Air-Flieger in Weeze Richtung Israel ab und ließ 30 Passagiere am Boden zurück. Unser Archivfoto entstand im Jahr 2013.

Foto: Thorsten Lindekamp

Am Montag hob ein Ryan-Air-Flieger in Weeze Richtung Israel ab und ließ 30 Passagiere am Boden zurück. Unser Archivfoto entstand im Jahr 2013. Foto: Thorsten Lindekamp

Weeze.   Weil es 30 Passagiere nicht rechtzeitig durch die Sicherheitsschleuse schafften, hob der Ryan-Air-Jet ohne sie ab. Streit um Schuld entbrannt.

Für rund 30 Passagiere des Ryan-Air-Fluges FR 3110, die Montagmittag vom Flughafen Weeze nach Ovda in Süd-Israel reisen wollten, platzten die Urlaubsträume früh. Eng stauten sich die Passagiere vor dem Gate, wo eine zweite Sicherheitskontrolle des Handgepäcks durchgeführt wird. Plötzlich die Meldung, das Gate würde geschlossen, weil der Pilot pünktlich abheben wolle. Es flossen Tränen.

Den Passagieren wurden Übernachtungen und Ersatzbeförderungen von der Agentur der Fluglinie verweigert. Man sieht die Schuld beim Flughafen. Dort solle man seine Forderungen einreichen. Die Sicherheitskontrolle würde unzureichend auf Passagierspitzen reagieren. Wer - wie erlaubt - kurz vor der Check-In-Schlusszeit einchecken würde, könne es praktisch gar nicht rechtzeitig zum Boarding schaffen, wenn nicht ausreichend Sicherheitsspuren geöffnet seien. Polizeibeamte machten gegenüber den Passagieren zudem die baulichen Gegebenheiten am Gate 11 des Flughafens Weeze verantwortlich: Es gebe in dem langen engen Gang nur Platz für ein einziges Röntgengerät.

Holger Terhorst, Marketingleiter und Pressesprecher des Airports Weeze, drückte sein aufrichtiges Bedauern aus: „Das müssen wir jetzt gründlich analysieren. Bevor nicht alle Reports auf meinem Tisch liegen, kann ich noch nichts dazu sagen.“

400 Euro Entschädigung in einem vergleichbaren Fall

In einem vergleichbaren Fall war der Flughafen München vom Amtsgericht Erding (Az.: 8 C 1143/16 ) verurteilt worden, die Kosten der Passagiere zu erstatten. Betroffenen Passagieren steht zudem möglicherweise wegen der Verweigerung der Beförderung bis zu 400 Euro Entschädigung nach der Europäischen Verordnung 261/2004 zu.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik